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 Nachhaltigkeit und Outdoor-Brands: Wirtschaft gibt Einblicke
Nachhaltigkeit | 03.08.2017

Deuter, Löffler, Lowa, Peak Performance und Black Diamond über Umwelt-Strategie

Nachhaltigkeit: 5 Outdoor-Brands geben Einblick

Nachhaltigkeit und Outdoor-Brands: Wirtschaft gibt Einblicke. Nachhaltigkeit ist auch für Outdoor-Brands wichtig. (Quelle: iStock/Biletskiy_Evgeniy)
Nachhaltigkeit ist auch für Outdoor-Brands wichtig.
Bild: iStock/Biletskiy_Evgeniy
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Mut zur Nachhaltigkeit wollen viele Outdoor-Unternehmen zeigen. Die Branche ist in der Wirtschaft Vorreiter, wenn es um Nachhaltigkeitsstrategien geht. Es gibt viele Beispiele aus den Bereichen Umwelt oder soziale Nachhaltigkeit, die die Unternehmensstrategie beeinflussen. Wir haben fünf große Firmen zu ihrer Definition von Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie befragt.

„Die beste Zeit für den Start mit dem Thema Nachhaltigkeit ist jetzt“, sagt Joel Svedlund. Er berät Firmen zu Nachhaltigkeitsstrategien. Brands sollten Schritt für Schritt das Thema in ihre Unternehmensstrategie mit einbinden. Das sei einerseits aufwendig, andererseits unerlässlich, sagt Svedlund. Ohne Nachhaltigkeitsstrategie hätten Unternehmen langfristig keine Chance mehr.


Die folgenden fünf Firmen haben ISPO.com einen Einblick in ihre Initiativen und Ansatzpunkte gewährt: 

  • Löffler: Otto Leodolter, Geschäftsführer Löffler GmbH
  • Peak Performance: Mandarva Stenborg, Global PR und Communication Manager
  • Deuter: Martin Riebel, Geschäftsführer der Deuter Sport GmbH und der Schwan STABILO Outdoor GmbH
  • Black Diamond: Stephan Hagenbusch, Vice-President of International Sales
  • Lowa: Alexander Nicolai, Leiter Design und Entwicklung

Löffler: Produktion in Europa

Otto Leodolter ist Geschäftsführer der Löffler GmbH; Löffler wurde 1947 gegründet und war anfangs auf Strickwaren spezialisiert. 1973 wurde Löffler vom Skiproduzenten Fischer übernommen und auf funktionelle Sportbekleidung ausgerichtet. Heute beschäftigt Löffler rund 200 Mitarbeiter.

Mag. Otto Leodolter, Geschäftsführer bei Löffler (Quelle: Löffler)
Mag. Otto Leodolter, Geschäftsführer bei Löffler
Bild: Löffler

„Das Thema Nachhaltigkeit und Verantwortung ist bereits seit Jahrzehnten fix bei Löffler verankert. Für uns ist dies kein Trendthema, sondern schon seit jeher fest mit der Unternehmensstrategie verbunden. Anfang der 1990er Jahre haben viele Mitbewerber ihre Produktion in Billiglohnländer verlagert.

Löffler hat sich bereits damals bewusst dafür entschieden, ausschließlich in Europa und zum Großteil am Firmenhauptsitz in Österreich zu produzieren. Aus Verantwortung für Mensch, Region und Umwelt.“

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Umweltfreundliche Produktion

„Verantwortung und der Schutz der Welt, in der wir leben, haben für Löffler höchste Priorität. Öko-Tex Step bescheinigt, dass Löffler umweltfreundliche Produktionsprozesse nach höchsten europäischen Standards dauerhaft umsetzt.

Selbstverständlich ist für unser Unternehmen bereits seit langem eine umfassende Mülltrennung beziehungsweise. Verwertung der Reststoffe. Nach einer genauen Sortierung werden die Abfälle von einem kommunalen Unternehmen abgeholt und fachgerecht aufbereitet.“

Langlebig und ressourcenschonend

„Reststoffe oder Restkarton gehen beispielsweise an benachbarte Schulen oder Kindergärten zum Basteln. Für Restgarne hat Löffler eine spezielle Verwertung: Für ein Unternehmen aus der Nähe werden spezielle Filter gestrickt.

Oder Löffler heizt umweltfreundlich über einen Geothermie-Anschluss. Die funktionstüchtige Ölheizung wurde stillgelegt, um jährlich 40 000 Liter Öl zu sparen.

Aber was die Ressourcen am meisten schont, ist bestimmt, dass Löffler großen Wert auf langlebige, qualitativ hochwertige Produkte setzt. Und um die Lebensdauer hochwertiger Funktionsbekleidung nochmal zu verlängern, bieten wir einen Reparaturservice an.“

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Peak Performance: Nachhaltigkeit im Kerngeschäft

Peak Performance wurde 1986 in Åre in Schweden gegründet. Mandarva Stenborg ist dort Global PR & Communication Manager. Das Unternehmen hat 480 Mitarbeiter und einen Umsatz von 155 Millionen Dollar

„Nachhaltigkeit gehört zum Kern unseres Geschäfts. Wir haben hohe Standards und Ziele für unsere ganze Produktion. Inzwischen gehören nachhaltige Aspekte zu allen unseren Produkten dazu. Wir glauben an einen Werte getriebenen Ansatz, der alle Menschen, die Erde und Profit in den Fokus stellt.“ 

Deuter: Mit nur zwei Produktionspartnern

Martin Riebel ist Geschäftsführer der Deuter Sport GmbH und der Schwan STABILO Outdoor GmbH. Er ist seit fünf Jahren im Unternehmen. Deuter wurde bereits 1898 gegründet. Die Firma ist bekannt für viele innovative Entwicklungen im Rucksack-Bereich.

Martin Riebel ist Geschäftsführer bei Deuter  (Quelle: Deuter)
Martin Riebel ist Geschäftsführer bei Deuter
Bild: Deuter


„Deuter ist Mitglied in der Fair Wear Foundation (FWF), dadurch hat sich die Firma den strengen Arbeitsrichtlinien der FWF verpflichtet. Das gilt für alle Produktionsstandorte, besonders für Standorte in Billiglohländern. Grundsätzlich arbeitet Deuter seit langem nur mit zwei Produktionspartnern zusammen. Diese stellen alle Produkte her. Die Produktionsstätten befinden sich in China, Vietnam und Myanmar.

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Bei der European Outdoor Conservation Association (eoca) ist Deuter Gründungsmitglied. Beim Bündnis für nachhaltige Textilien seit 2015 sowie seit 2008 Systempartner des Bluesign-Umweltstandards für textile Produkte. Seit Juni 2015 werden nur noch mit dem Responsible Down Standard zertifizierte Daunen verwendet.

Auch die Firmenzentrale in Gersthofen in Deutschland erfüllt hohe Umweltstandards. Details zur Strategie finden sich im jährlich veröffentlichten Social Report.“

Black Diamond: Corporate Responsibility seit 2010

Stephan Hagenbusch ist Vice-President of International Sales bei Black Diamond. Die Marke bietet Equipment für Kletterer sowie Skifahrer und wurde 1989 gegründet. Black Diamond hat seinen Hauptsitz in Salt Lake City in den USA. Die europäische Geschäftszentrale ist in Innsbruck in Österreich. Der Jahresumsatz liegt bei rund 150 Millionen US-Dollar.

Stephan Hagenbusch, Vice-President International Sales bei Black Diamond (Quelle: Black Diamond)
Stephan Hagenbusch, Vice-President of International Sales bei Black Diamond
Bild: Black Diamond


„Black Diamond gehört zur Black Diamond Inc, diese setzt für alle Marken Standards durch einen unternehmensweiten Verhaltenskodex. Beispielsweise sind wir Bluesign-zertifiziert. 

Das offizielle Corporate Responsibility Program haben wir 2010 ins Leben gerufen. Damit möchten wir die Verantwortung für die Sozial- und Umweltverträglichkeit unserer wachsenden Marken, Lieferketten und Produkte überwachen und sicherzustellen. Black Diamond unterstützt Naturschutzprojekte, versucht seine Produkte mit geringer Umweltbelastung herzustellen, und leistet beispielsweise Lobbyarbeit für Naturschutz.“

Lowa: Faire Produktionsstandards

Alexander Nicolai ist Leiter Design und Entwicklung bei der Lowa Sportschuhe GmbH. Die Firma mit Hauptsitz im bayerischen Jetzendorf fertigt Schuhe im Berg-, Outdoor- und Travel-Segment. Lowa ist im Bereich der Berg- und Outdoorschuhe Marktführer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Unternehmen gehört seit 1993 zur italienischen Firmengruppe Tecnica. Alle Schuhe werden in Europa produziert.

„Das Thema Nachhaltigkeit war schon immer ein Teil unserer Firmenphilosophie und hat daher unsere Unternehmensstrategie nicht grundlegend verändert. Um jedoch sämtliche CR-Maßnahmen des Unternehmens zu bündeln, wurde im April 2015 eine eigene Stelle für das Nachhaltigkeitsengagement des Unternehmens geschaffen. Dadurch können wir gezielter auf Stakeholder-Ansprüche eingehen und unser Engagement ausbauen.


Lowa setzt bei der Fertigung seiner Schuhe bereits seit vielen Jahren zu 100 Prozent auf „Made in Europe“. Dabei sehen wir uns in der Verantwortung für seine Produktionsstandorte und teilt die Einschätzung der ILO (International Labour Organization), die Folgendes besagt: „Ein Markt, der von einem fairen Verbund von Regeln und Institutionen geregelt wird, ist effizienter und bringt Vorteile für alle Beteiligten.“

Ziel ist es, auf die Produktionspartner einzuwirken, um an den europäischen Produktionsstandorten ethische Standards sicherzustellen, wie zum Beispiel die Garantie eines adäquaten Einkommens für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder wichtige Aspekte der Arbeitssicherheit und Sozialstandards. 

Die Qualität und somit die Langlebigkeit der Produkte ist ein entscheidender Faktor für unsere nachhaltige Firmenphilosophie.“

 (Quelle: CK)
Ein Beitrag von Claudia Klingelhöfer, Autorin
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