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 Gute Zahlen für Outdoor-Branche: „Großes Wachstum“
Outdoor | 18.06.2017

European Outdoor Group verkündet deutliches Umsatz-Plus

Outdoor-Branche mit guter Bilanz: „Es gibt großes Wachstum“

Gute Zahlen für Outdoor-Branche: „Großes Wachstum“. Zurück in höheren Gefilden: Die neuesten Zahlen der European Outdoor Group lassen ein deutliches Wachstum erkennen. (Quelle: Columbia)
Zurück in höheren Gefilden: Die neuesten Zahlen der European Outdoor Group lassen ein deutliches Wachstum erkennen.
Bild: Columbia
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Die Outdoor-Branche, zuletzt in der Stagnation begriffen, meldet sich eindrucksvoll zurück. „Es gibt Wachstum, großes Wachstum“, sagte John Jansen, Präsident der European Outdoor-Group (EOG), bei der Präsentation der neuesten Handelszahlen, dem „State of Trade“. Der Umsatz stieg im Jahr 2016 um 3 Prozent, die Stimmung in der Branche ist extrem optimistisch – vor allem auch dank hervorragender Bilanz-Zahlen im Herbst und Winter.

Die wichtigste Kennziffer: Der Gesamt-Umsatz des Einzelhandels steigt auf ein Volumen von 11,5 Milliarden Euro. Die Botschaft von EOG-Chef John Jansen: „2016 war ein gutes Jahr für das Outdoor-Business. Wir haben gute Nachrichten.“

Outdoor: Umsatz des Großhandels beträgt 5,47 Milliarden Euro 

Die guten Nachrichten der EOG-Studie, der Marktforschungsbericht der European Outdoor Group, im Überblick (befragt wurden 115 Marken der Outdoor-Branche aus 22 Ländern):

  • Der Umsatz des Großhandels in der Outdoor-Branche liegt bei 5,47 Milliarden Euro und damit um 0,17 Milliarden höher als in 2015.
  • Das entspricht einem Umsatzplus von 3 Prozent (gegenüber 1,4 im Vorjahr).
  • Produkte in Stückzahlen (Einheiten): plus 3,4 Prozent (im Vergleich zu 0,8 Steigerung in 2015). Insgesamt wurden 7 Millionen Produkte mehr verkauft als im Vorjahr.


Besonders erfreulich aus Sicht der EOG sind die Zuwachsraten im Herbst- und Winter-Geschäft, das ja insbesondere aufgrund der unsicheren Schneelagen ein schwieriges ist. Während im Frühjahr- und Sommergeschäft ein Umsatzplus von 2 Prozent zu verzeichnen ist, stieg der Umsatz im Herbst und Winter um 3 Prozent (und die Zahl der verkauften Produkte sogar um 4 Prozent) – in absoluten Zahlen: 84 Millionen Euro Zuwachs bei einem Gesamtwert von 2,95 Milliarden Euro.

3 Prozent Umsatzplus im Winter: „Beste Nachricht“

„Nach zwei Jahren Stagnation“ sei diese Herbst- und Winterbilanz „die beste Nachricht" für die Branche, sagte Präsident John Jansen bei der Präsentation der EOG-Studie „State of Trade“ auf der Outdoor-Messe in Friedrichshafen.

Lesen Sie hier: Exklusiv-Interview mit EOG-Generalsekretär Mark Held: „Der Wettbewerb ist einmalig hart" >>>

Pauline Shepherd stellte den Marktforschungsbericht „State of Trade" der European Outdoor Group (EOG) vor. (Quelle: Gunnar Jans)
Pauline Shepherd stellte den Marktforschungsbericht „State of Trade" der European Outdoor Group (EOG) vor.
Bild: Gunnar Jans

Bekleidung steigt um 4,2 Prozent, Schuhe liegen bei minus 1 Prozent

Der Blick auf die einzelnen Segmente der Outdoor-Branche spiegelt die positive Entwicklung des Marktes (plus 4,4 Prozent insgesamt) wider, John Jansen spricht sogar von „enormen Steigerungen“ – nur die Bereiche Schuhe und Schlafsäcke machen da mit einem leichten Umsatzrückgang von je 1 Prozent eine Ausnahme. Die 5,47 Milliarden Umsatz des Einzelhandels verteilen sich auf folgende Bereiche:

  • Bekleidung: 2,8 Milliarden Euro (+ 4,2 Prozent)
  • Schuhe: 1,5 Milliarden Euro (minus 1 Prozent)
  • Rucksäcke: 390 Millionen ( + 5,3 %)
  • Zubehör: 382 Mio. (+ 3,5 %)
  • Zelte: 168 Mio. (+ 2 %)
  • Klettern: 127 Mio. (+ 4,4 %)
  • Schlafsäcke: 106 Mio. (- 1 %)

Dass es ausgerechnet in seinem eigenen Bereich, dem Schuhmarkt, derzeit nicht aufwärts geht, „macht mich ein bisschen traurig", gibt John Jansen zu, der auch Europa-Chef des Schuhherstellers Keen EMEA ist, aber der Schuhmarkt verzeichne „nach fünf Jahren Wachstum nun eben einen kleinen Einbruch, wir machen einen Reset – unser Potential bleibt großartig."

80 Prozent finden das Geschäftsjahr 2016 „besser als erwartet“

Und das gilt wohl für die gesamte Branche. Jedenfalls sind die Outdoor-Player optimistisch wie lange nicht mehr, wie Pauline Shepherd von der European Outdoor Group in ihrem ausführlichen Marktforschungsbericht bemerkte. Die Stimmung ist hervorragend – zumindest liest sich dies so aus dem Summary 2016 und der Zufriedenheit der befragten Brands mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr:

  • 33 Prozent sagen, in 2016 sei es für ihr Unternehmen „viel besser“ gelaufen als erwartet.
  • Weitere 47 Prozent fanden 2016 immer noch „leicht besser". In Summe fanden also 80 Prozent das Jahr besser.
  • 9 Prozent hatten es „genau so“ erwartet.
  • Für nur 11 Prozent haben sich die Erwartungen in 2016 nicht erfüllt. 


Bekleidung und Schuhe machen 78 Prozent des Outdoor-Marktes aus

Bei der Vorstellung des Marktforschungsberichtes gab Pauline Shepherd auch Insights aus den einzelnen Sektoren preis.

  • Der Schuh-Markt sei „immer noch ein starker Markt, auch wenn er stagniert – unsere Mitglieder erwarten, dass sich dieser Markt bald wieder erholen wird.“
  • Die Bereiche Kleidung und Schuhe haben in 2016 zusammen 78 Prozent des Outdoor-Umsatzes für sich vereinnahmt. 
  • Der Kletter-Markt sei vor allem „durch das Indoor-Klettern ein wachsender Markt, und das gilt jetzt für alle Jahreszeiten".
  • Der Camping-Bereich, also Zelte und Schlafsäcke, habe es vor allem „durch die starke Konkurrenz im Niedrigpreissektor“ schwierig gehabt, zudem blicke der Handel hier auf „eine eher kühle Saison“ zurück, vor allem in Frankreich, der in diesem Bereich traditionell stärksten Region.

So vielseitig ist die Outdoor-Branche


DACH bleibt die wichtigste Region für Outdoor

Nach wie vor ist die DACH-Region – also Deutschland, Österreich und die Schweiz – für das Outdoor-Business immer noch der wichtigste regionale Markt. Und auch hier konnte der Umsatz um 3 Prozent gesteigert werden, das entspricht exakt der von der EOG ermittelten durchschnittlichen Steigerung aller Länder.

Die Steigerungen lagen in Südeuropa bei 2,5 Prozent und Osteuropa bei 2,1 Prozent (das geringste Wachstum), Skandinavien kommt ebenfalls auf 3 Prozent. Zusammen mit Großbritannien (plus 3,1 Prozent) erwirtschaftete die DACH-Region in 2016 insgesamt 55 Prozent des gesamten Umsatzes der European Outdoor Group. 


Outdoor 2017: „Einige hoffen auf zweistelliges Wachstum“

So zufrieden wie die Marktteilnehmer mit dem Ergebnis in 2016 waren, so optimistisch blicken sie auch in die (nahe) Zukunft. „Einige hoffen sogar auf zweistelliges Wachstum. 2017 hat gut angefangen für die gesamte Branche", sagte Pauline Shepherd zum Abschluss ihres Marktforschungsberichtes.

Die Aussichten für 2017 zusammengefasst:

  • 71 Prozent rechnen damit, dass die Geschäftszahlen in 2017„noch besser“ werden als die schon guten in 2016.
  • Weitere 25 Prozent gehen davon aus, 2017 werde es „genauso gut“.
  • Nur 4 Prozent rechnen mit einem schlechteren Jahr.
  • Für das Segment Kleidung erwarten 69 Prozent ein weiteres Wachstum um mehr als 2,5 Prozent.
  • Für Hardware erwarten 63 Prozent mehr als 2,5 Prozent Wachstum
  • Im zuletzt rückläufigen Schuh-Bereich gehen 40 Prozent von mehr als 2,5 Prozent Wachstum aus.

Lesen Sie hier: Der Outdoor-Markt im Wandel – 5 Big Player blicken in die Zukunft. >>>

EOG-Präsident John Jansen: „Es geht voran!“

Das Fazit? Überaus positiv. „Wir sind zurück auf der Schiene“, sagte EOG-Präsident John Jansen bei der Bekanntgabe der neuen Branchenzahlen, „es geht voran“.

Video: Die besten Outdoor-Produkte

Gunnar Jans ist Chefredakteur von ISPO.COM (Quelle: www.goettlicherfotografieren.de)
Ein Beitrag von Gunnar Jans, Chefredakteur
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