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 Geo-Marketing und Wetter-Targeting: So punkten Bewerber
Karriere | 09.06.2017

Wetter- und Standort-Targeting richtig einsetzen

So punkten Bewerber mit Geo- und Wetter-Marketing in der Outdoor-Branche

Geo-Marketing und Wetter-Targeting: So punkten Bewerber. Regen und Sonne beeinflussen das Kaufverhalten (Quelle: iStock/ gpointstudio )
Regen und Sonne beeinflussen das Kaufverhalten
Bild: iStock/ gpointstudio
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In kaum einer anderen Branche beeinflussen das Wetter und der Standort so stark das Kaufverhalten von Kunden wie im Outdoor-Sportbereich. Marketing-Profis, die Geo-Daten und meteorologische Infos richtig einsetzen können, haben entscheidende Vorteile – beim Kunden und wenn es um freie Stellen bei der Jobsuche geht.

Unternehmen nutzen immer mehr Wetter- und Standort-Targeting, um Werbung gezielt platzieren zu können. So zum Beispiel der Musik-Streaming-Dienst Spotify: Im Rahmen einer Kampagne mit dem Outdoor-Ausstatter „The North Face“ bietet Spotify das Lied „No Nee Ta Slode Aln“ von White Denim, mit dem „The North Face“ für eine Regenjacke wirbt, nur in US-Regionen an, in denen es gerade regnet.

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Wenn bei schönem Wetter am Wochenende besonders viele Wanderer, Kletterer und Mountainbiker auf dem Weg in die Berge sind, kann ich als Outdoor-Marketeer entlang der beliebtesten Routen gezielt meine Out-of-home-Werbung – also Plakate – platzieren. Oder den Reisenden auf diesen Routen gezielt Online-Werbung auf das Smartphone platzieren. Dann ist es Werbung, die auf Bewegungsmustern beruht, also Geo-Marketing.

In drei Punkten erklären unsere Praxis-Experten Andy Gugenheimer (Chef von sportyjob.com sowie Kooperationspartner des ISPO JOB MARKET) und Gunther Schnatmann (Personalberater mit Spezialisierung Marketing und Online), mit welchen Geo- und Wetter-Kenntnissen Bewerber im Marketing bei den großen Outdoor-Firmen am meisten punkten können.

1. Konsumentenverhalten erforschen – bei jedem Wetter

Wer was wann wo und bei welchen Witterungseinflüssen kauft, dazu gibt es heute – dank ständiger Online-Nutzung der Konsumenten – viele verlässliche Daten. Diese werden von Marktforschungs-Firmen wie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelt.

Oder von xAd, welche die Passantenströme von mehr als 600 Millionen Menschen weltweit analysiert haben. Ergebnis: Das Wetter – insbesondere schlechtes – beeinflusst den Umsatz von stationären Geschäften.

Der Verkauf von Outdoor-Kleidung profitiert vom schlechtem Wetter. (Quelle: IStock/ natasaadzic )
Der Verkauf von Outdoor-Kleidung profitiert vom schlechtem Wetter.
Bild: IStock/ natasaadzic

So waren die Gesamtbesuche der Läden bei schlechtem Wetter um neun Prozent niedriger als im Schnitt. Und um sechs Prozent höher bei gutem Wetter. Wobei der Verkauf von Outdoor-Kleidung wiederum von schlechtem Wetter profitiert: „Die Branche ist sehr wetterabhängig. So verkauft sich wetterfeste Kleidung bei Minustemperaturen und Regen deutlich besser, als bei mildem Wetter – wie beispielsweise im Winter 2013/2014“, ermittelte versandhausberater.de.

„Solche Studien zu kennen und die richtigen Schlüsse zu ziehen, möglichst auch schon ein Praktikum bei einem der großen Geo-Marktforscher gemacht zu haben, ist für die Bewerbung um einen Marketing-Job bei Outdoor-Konzernen ein deutliches Plus“, sagt Andy Gugenheimer. Also lieber heute als morgen in das Thema einsteigen! 

2. Geo-Marketing und Zielgruppe verknüpfen

Outdoor-Kleidung ist in der Breite der Bevölkerung angekommen. Aber hochwertige Marken mit Schuhen ab 250 und Jacken für 500 Euro zielen weiterhin auf kaufkräftige Zielgruppen, die sportlich aktiv sind und sich beste Qualität gönnen. Diese „abzuholen“, fängt bei der Umgebung an, in der diese Zielgruppe „zu Hause“ ist. 

In welchen Gegenden ist also die Kaufkraft hoch, wo sind besonders viele Single- und Zweipersonenhaushalte? Wo werden häufig neue SUVs und Cabrios zugelassen?

Auch für die Aufbereitung dieser Daten gibt es Dienstleister, die Informationen von Statistikämtern und Behörden nutzen und daraus klare umrissene Landkarten mit Zielgruppen-Schwerpunkten für die jeweiligen Marken und Produkte entwickeln. So sieht die Zielgruppe zum Beispiel an der nächsten Bushaltestelle die passende Werbung.

Mit Geo-Marketing platziert man Werbung gezielt (Quelle: iStock/ cybrain )
Mit Geo-Marketing platziert man Werbung gezielt
Bild: iStock/ cybrain

Sportjob-Spezialist Gugenheimer: „Wer sich gerade in der Outdoor-Branche nur oberflächlich mit Geo-Marketing auskennt oder sich allein auf Dienstleister verlässt, kann wenig punkten. Bewerber sollten schon die Feinheiten der Datenauswertung kennen und Ergebnisse bezüglich der eigenen Zielgruppe so verknüpfen können, damit ein möglichst großer Werbe-Erfolg erreicht wird.“

Heißt: Gerade Quereinsteiger sollten das Outdoor-Klientel in dieser Branche gut kennen. Den bestmöglichen „Crash-Kurs“ dafür bietet die ISPO MUNICH Jahr für Jahr.

3. Kreativität zeitgemäß einsetzen 

Eine Kampagne von ProSiebenSat.1-Vermarkter SevenOne Media für den neuen Baywatch-Kinofilm macht sich Wetter- und Geo-Marketing zunutze. Das aktuelle Wetter in der jeweiligen Region beeinflusst die Ausstrahlung des Spots via Adressable-TV für die neuen smarten TV-Geräte – die Baywatch-Stars tragen bei Regen wetterfeste Jacken und bei Sonnenschein knappe Strandkleidung.

Die technischen Möglichkeiten, Wetter und Standort zu berücksichtigen, nehmen also zu. Hier müssen pfiffige Marketing-Manager auf der Höhe der digitalen Zeit sein und zugleich die neuen Möglichkeiten kreativ nutzen können.


Werbe-Experte Schnatmann: „Die Verknüpfungen sind vielfältig. TV, Apps, Wetter-Webseiten und der eigene eCommerce inklusive Google-Anbindung bieten vielfältige Variationsmöglichkeiten, wie Verbraucher mit kreativen und informativen Botschaften erreicht, interessiert und zum Kauf angeregt werden können.“ 

Letztlich sind die Wetter- und Geo-Daten für Outdoor-Marketeers willkommene Werkzeuge, die es zu nutzen gilt. Um daraus erfolgreiche Kampagnen zu schmieden, benötigt es aber auch die klassischen Marketing-Tugenden „Strategisches Denken“ und „Kreativität“.

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Gunther Schnatmann (Quelle: GS)
Ein Beitrag von Gunther Schnatmann, Personalberater, Bewerbungs-Coach und Medientrainer
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