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 Jobs im Influencer Marketing: 5 Tipps für den Einstieg
Karriere | 18.05.2017

Arbeiten mit YouTube-, Instagram- oder Snapchat-Stars

Jobs im Influencer Marketing: 5 Tipps für den Einstieg in Agenturen und Sport-Unternehmen

Jobs im Influencer Marketing: 5 Tipps für den Einstieg. Influencer Marketing ist längst fester Bestandteil der Sportbranche. (Quelle: iStock/Victor_69)
Influencer Marketing ist längst fester Bestandteil der Sportbranche.
Bild: iStock/Victor_69
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Influencer Marketing – über keine andere Marketing-Disziplin wird derzeit so viel berichtet wie über die Kommunikation mittels Stars aus der Facebook-, Instagram-, YouTube-, Snapchat- oder Musical.ly-Szene. Auch im Sport-Business spielen Empfehlungen eine immer größere Rolle. Influencer sind wertvolle Markenbotschafter der Unternehmen und werden oft von Agenturen vertreten. Diese Trendsetter zu gewinnen, ist eine spannende Marketing-Aufgabe. Die entsprechenden Jobs sind zukunftsträchtig und heiß begehrt! 

Fans, Likes und Beiträge von angesagten YouTubern und Bloggern sind inzwischen die Währung, die Sportmarken vor allem bei jungen Menschen erfolgreich macht, Trends in der Sportmode setzt oder gesponserte Sportler auf die Smartphones der Zielgruppe bringt.

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Das sogenannte Influencer Marketing ist inzwischen weltweit ein Milliardengeschäft geworden. Über Agenturen werden Follower in 100.000er Paketen und die angesagtesten Influencer wie Popstars vermittelt. Ein Geschäft, das auf Seiten der Unternehmen Spezialisten mit Durchblick und Top-Marketing-Kenntnissen erfordert.

Hier erklären unsere Praxis-Experten Andy Gugenheimer (Chef von sportyjob.com sowie Kooperationspartner des ISPO JOB MARKET) und Gunther Schnatmann (Personalberater mit Spezialisierung Marketing und Online), welche Qualifikationen ein angehender Influencer-Marketing-Manager haben muss, um einen der begehrten Jobs bei den großen Sportmarken oder in Agenturen zu ergattern.


1. Die Szene kennen!

Von heute auf morgen in die Szene der Influencer einzutauchen, ist kaum möglich. Wer also hier einen Job finden will, sollte schon seit Monaten und möglichst Jahren dabei sein und wissen, welche Multiplikatoren nicht nur viele Follower haben, sondern wirklich angesagt sind.

Fitness-YouTuber sind da ein Beispiel. Manche verkaufen ihre Fitness-Programme – wie Pamela Reif oder Alon Gabbay – und haben deshalb viele Follower. Andere propagieren Nahrungsergänzungsmittel zum Muskelaufbau oder waren schon mal wegen ihrer Methoden in der Kritik.

„Wer dann welche Fans in welchen Ländern hat und wie sich das Portfolio entwickelt, dafür ist eine längere Marktbeobachtung sehr hilfreich“, sagt Andy Gugenheimer. Also lieber heute als morgen damit anfangen, sich mit dem Markt der Influencer zu beschäftigen!

Rund ums Influencer Marketing ist ein weitläufiges Business aus Agenturen, Messen und Netzwerken entstanden. Seit 2017 gibt es sogar den „Bundesverband Influencer Marketing“ (BVIM), der sich als Interessensvertretung der Branche versteht und die Professionalisierung vorantreiben will.

2. Ein Gespür für Marken haben 

Nicht jeder Influencer passt zu jeder Marke. Ob zum Beispiel der wohl bekannteste deutsche Fitness-YouTuber Alon Gabbay mit seinen über 2,5 Millionen Fans wirklich die Botschaften verstärkt, die eine Marke in den Köpfen der User verankern möchte, ist eine Frage des Brand-Managements.

Dafür sind in den Unternehmen zwar in der Regel Brand Manager zuständig. Gugenheimer betont jedoch: „Der Influencer-Marketing-Manager muss so viel Gespür für Marken haben, dass er die richtigen Multiplikatoren für die Marke im Blick behält und diese in das Brand-Management nahtlos integrieren kann.“

Oftmals spezialisieren sich in den Unternehmen deshalb auch Marken-Experten auf die neue Influencer-Aufgabe.


3. Influencer anwerben: knallhart verhandeln

Die erfolgreichen Influencer lassen sich mittlerweile alle vermarkten, haben also Agenturen im Hintergrund, die ihre Leistungen verkaufen. Die Kunden wissen das und zahlen gerne, denn die Influencer-Preise und die werbewirksamen Leistungen sind attraktiver als bei klassischen Medien wie TV.

Wenn zum Beispiel ein Influencer auf Instagram eine halbe Million Follower hat, kann ein „Sponsored Post“ meist schon ab 3000 Euro gebucht werden. Macht einen Tausenderkontaktpreis (TKP) von 6 Euro, was sehr günstig ist. Die TKPs der einzelnen Anbieter zu vergleichen und mit den interessantesten Zielgruppen zu kombinieren, die dafür erhältlich sind, ist eine betriebswirtschaftliche Rechenaufgabe.

Ebenso ist der Kaufmann im Influencer-Marketing-Manager gefragt, wenn knallharte Verhandlungen mit Agenturen anstehen, vor allem wenn es um längerfristige Vereinbarungen geht.

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4. Botschaften passend formulieren

Ein Influencer kann auf YouTube einfach ein Produkt anpreisen. Er kann es aber auch „nur“ testen und dabei völlig unabhängig in seiner Meinung bleiben, was langfristig für mehr Glaubwürdigkeit sorgt.

Beispiel: „freekickerz“ mit spektakulären Torschuss-Videos ist mit über 5 Millionen Abonnenten und rund 1,3 Milliarden Views der erfolgreichste YouTube-Fußballkanal der Welt. Adidas, Puma und Nike haben hier schon ihre Produkte testen lassen und den Kanal damit unterstützt, ohne sich die Meinung zu kaufen.

Als Marketing-Manager ist es wichtig, den Influencer-Partnern die passenden Botschaften an die Hand zu geben, wie der Hersteller etwa ein Produkt auf besondere Weise entwickelt hat und welche Zielgruppe damit angesprochen wird. Plumpe Werbe-Botschaften helfen nicht, sondern ein Einfühlungsvermögen in das Wording der Influencer und deren Zielgruppe.

„PR-Grundlagen zu kennen und Botschaften sehr genau auf Zielgruppen abstimmen zu können ist deshalb für diesen Marketing-Job von Vorteil“, sagt Andy Gugenheimer.

5. Die technischen Details durchschauen

Bei Facebook und Instagram spielt die Relevanz von Posts und Werbung bekanntlich eine große Rolle. Eine nicht 100 Prozent kalkulierbare Größe im Influencer Marketing, bei der das magische Wort Algorithmus eine Rolle spielt. Das müssen die Influencer-Manager auf Seiten der Firmen wissen. Auch, dass es hier Tools und Vorgehensweisen gibt, die den Algorithmus beeinflussen können.

Zum Beispiel schließen sich einzelne Instagramer zu „Instagram Pods“ zusammen und kommentieren und liken gegenseitig alle jeweiligen Beiträge direkt nach der Veröffentlichung – und erzeugen so künstlich Relevanz außerhalb der eigentlichen Zielgruppe.

Bei diesem Job ist also ein gewisses Maß an IT-Kenntnis gefragt, um die technischen Rahmenbedingungen des Influencer Marketings abschätzen zu können. Oder die Möglichkeiten von Agenturen und Plattformen, die sich auf die Erhöhung der Relevanz spezialisiert haben.

Sport-Spezialist Gugenheimer, der eine starke Entwicklung innerhalb der Branche hin zum Influencer Marketing sieht, rät: „Ohne Grundkenntnisse über den technischen Background der Plattformen und deren Einfluss auf die Posts der Unternehmen geht in diesem Bereich nichts. Deshalb sollte jeder Bewerber für einen solchen Job auch eine hohe technische Affinität haben!“


Influencer Marketing: Ein weites Feld

Auch wenn die Aufgabe sehr spezialisiert klingt, so sind doch viele einzelne Kenntnisse gefragt. Im Influencer Marketing wird also die eierlegende Wollmilchsau gesucht! Wer aber auf den einzelnen Klaviaturen spielen kann und mag, der findet im Influencer Marketing einen sehr spannenden und vor allem zukunftsträchtigen Job.

Auf Dauer wird kein relevantes Unternehmen im Sport-Business auf diese Vermarktungsschiene verzichten können. Wer jetzt darauf einsteigt, dem stehen im Marketing auch noch viele andere Türen offen – bis hin zur künftigen Marketing-Leitung!

Video: Die digitale Sportbranche

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Gunther Schnatmann (Quelle: GS)
Ein Beitrag von Gunther Schnatmann, Personalberater, Bewerbungs-Coach und Medientrainer
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