ISPO.com is also available in English ×
Blitzumfrage für Business Professionals: Ihre Meinung zählt! Jetzt teilnehmen – in nur zwei Minuten
 Fünf Gründe, warum China für die Sportbranche reizvoll ist
China | 27.04.2017

Millennials, Athleisure und Digitalisierung in China

5 Gründe, warum China der Traum der Sportartikel-Industrie ist

Fünf Gründe, warum China für die Sportbranche reizvoll ist. Die chinesische Bevölkerung entdeckt immer mehr Sportarten für sich. (Quelle: iStock)
Die chinesische Bevölkerung entdeckt immer mehr Sportarten für sich.
Bild: iStock
Artikel teilen:
Artikel bewerten:
Während es in den bekannten Märkten keinesfalls unbegrenzt Wachstumspotential für die Sportartikelbranche gibt, lockt Asien mit gänzlich umgekehrten Voraussetzungen. Das sind fünf Gründe, warum sich gerade der Einstieg in China unbedingt lohnt.

Gesättigte Märkte in Europa und Nordamerika, ein harter Kampf um die Kunden. Die Sportartikel-Industrie muss sich in weiten Teilen der Welt mittlerweile enorm ins Zeug legen, um ihre Produkte an den Kunden zu bringen.

Aber nicht so in China, denn hier treffen ein paar Faktoren aufeinander, die den Unternehmen Möglichkeiten und Prognosen eröffnen, die in der alten Welt längst zur grauen Vergangenheit gehören.

ISPO.com nennt fünf Gründe, warum China der Traum der Sportartikel-Industrie ist.

1. Sport wird salonfähig

China hat sich vom reinen Arbeiterstaat zu einer vielschichtigen Gesellschaft entwickelt, in der die Menschen deutlich mehr Zeit haben, um ihre Freizeit aktiv selbst zu gestalten. Sport ist nicht mehr nur den Eliten vorbehalten, sondern steht nun auch einer breiten Masse als Freizeitvergnügen zur Verfügung. Als Beispiel: Die Fitness-App Keep wurde bis zum Juli 2016 allein 40 Millionen Mal heruntergeladen, die Zahl der Mitgliedschaften in Fitnessstudios schnellt ebenfalls in die Höhe. Zwischen 2011 und 2016 sorgte die „Gym and Health“-Sparte nach einer IBISWorld-Studie jährlich für ein Wachstum von 11,6 Prozent und generierte 2016 einen Umsatz über sechs Milliarden Dollar. Im Vergleich zu den USA mit 30 Milliarden zwar noch deutlich geringer, doch die Wachstumsrate in den Vereinigten Staaten gestaltet sich mit mageren 2,5 Prozent deutlich schwächer.


Das sind die neuen Fitness-Trends in Chinas Hauptstadt Peking.

2. Demographie

Ein Grund für die wachsenden Zahlen in der „Gym and Health“-Sparte ist natürlich auch eine veränderte Demographie. Besonders die schiere Zahle an Millennials, die besonders für Sport, Sportbekleidung und den kompletten Lifestyle dieser Sparte affin sind, treibt der Industrie ein seliges Lächeln auf das Gesicht. Einer Studie von Goldman Sachs zu Folge gab es in China bereits 2015 mit 415 Millionen Millennials mehr Kunden in der beliebten Zielgruppe, als in Westeuropa und den USA die komplette arbeitende Bevölkerung ausmacht. Zudem wächst die Mittelschicht in China weiter rasant, wodurch das kumulierte Einkommen Chinas in den nächsten zehn Jahren auf ca. drei Billiarden Dollar ansteigen soll.

Wenn China online shoppt: Der verrückte Singles Day im Reich der Mitte

3. Digitalisierung

Internetblockade hin oder her, Chinas Bürger finden Mittel und Wege sich über die Dinge, die sie interessieren zu informieren. Gerade Smartphones werden im Reich der Mitte umfassender und intensiver als sonst wo auf dem Planeten im Alltag genutzt. Die Kommunikationsplattform „WeChat“ hat sich von einer besseren „WhatsApp“-Kopie hin zu einer Multifunktions-App entwickelt, mit der Kauftransaktionen getätigt werden, Unternehmen wie Adidas ihre Werbebotschaften aussenden und sich Sportgruppen- und Interessierte über Treffen und Reisen informieren können. Im ersten Quartal 2016 nutzten circa 762 Millionen User den Dienst täglich, rund 15 Prozent davon außerhalb Chinas.


4. Athleisure- und Outdoorkleidung als Statussymbol

Chinas junge und konsumwillige Gesellschaft sucht nach Möglichkeiten, den jahrelang auch modisch gelebten Sozialismus abzustreifen. Bedingt durch den Sporttrend steigt so natürlich auch das Interesse an Sportbekleidung, wobei internationale Marken wie Adidas, Nike oder auch die heimischen Größen wieAnta und Toread längst im Kleidungsalltag der Gesellschaft angekommen sind – Athleisure ist auch in China angekommen. Nike vermeldete im letzten Quartal ein Wachstum von 9,5 Prozent auf 1,08 Milliarden Dollar Umsatz. Adidas steigerte sich 2016 um 22 Prozent auf circa drei Milliarden Dollar Umsatz in China. Mit insgesamt 28,4 Milliarden Umsatz ist die chinesische Sportartikel-Branche einer Euromonitor-Studie zufolge hinter den USA (103,6 Milliarden Dollar) weltweit bereits der zweitgrößte Markt, wobei das Wachstum mit elf Prozent im Vergleich zu fünf Prozent im Rest der Welt deutlich höher lag.

Lesen Sie hier: Das sind die Pläne von Gore-Tex in China

5. Unterstützung der Regierung

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Unterstützung durch die chinesische Regierung. Chinas Präsident Xi Jinping ist ein ausgewiesener Fußball-Fan und will sein Land bei den kommenden Weltmeisterschaften nicht mehr nur als Außenseiter anfeuern. Darum sollen bis 2020 70.000 neue Fußballfelder entstehen, Kooperationen mit internationalen Verbänden und Vereinen werden massiv vorangetrieben.

Hier erfahren Sie mehr zum Engagement des FC Bayern München in China

Bis 2025 will Chinas Präsident die Ausgaben in der Sport-Industrie-Sparte auf 850 Milliarden Dollar ausweiten. Verbunden mit dem nationalen Fitnessplan, der bis 2020 vollständig umgesetzt sein soll, will die chinesische Regierung alle Bereiche, also Industrie, Staat und Gesellschaft, durch Sport weiterentwickeln.

Florian Pertsch (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Florian Pertsch, Autor
Kommentare
Top Themen
ISPO Newsletter
ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media