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 Das sind die acht größten Bewerbungs-Irrtümer
Karriere | 31.03.2017

Bessere Chancen auf den Traumjob

Die acht größten Bewerbungs-Irrtümer

Das sind die acht größten Bewerbungs-Irrtümer. Mit dem Bewerbungsschreiben kann man sehr viel punkten – oder auch verlieren. Wenn man die wichtigsten Tipps nicht befolgt. (Quelle: iStock)
Mit dem Bewerbungsschreiben kann man sehr viel punkten – oder auch verlieren. Wenn man die wichtigsten Tipps nicht befolgt.
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Eine erfolgreiche Bewerbung einzureichen, kann doch nicht so schwer sein. Oder? Tatsächlich gibt es einige Fettnäpfchen, die man aber einfach vermeiden kann. ISPO.com zeigt, was die häufigsten Bewerbungs-Irrtümer sind – mit besonderem Augenmerk auf das Sportbusiness.

Google weiß alles, und was millionenfach über Facebook und Co. verbreitet wird, stimmt. Wirklich? Natürlich ist der Blick in die Suchmaschinen und Netzwerke enorm wichtig, wenn man sich über Jobs oder Firmen informieren will. Aber bei Bewerbungstipps ist das so eine Sache.Da kursiert noch viel altes und praxisfremdes Halbwissen. 

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„Ein Lebenslauf darf maximal eine Seite haben“ ist eine solche Binsenweisheit, die Praktiker aus den Personalabteilungen den Kopf schütteln lässt. Gerade im Sportbusiness gibt es zudem einige Besonderheiten zu beachten, die kaum ein selbsternannter „Bewerbungsratgeber“ im Netz oder auf dem Buchmarkt kennt.

Hier verraten unsere Praxis-Experten Andy Gugenheimer (Chef von sportyjob.com sowie Kooperationspartner des ISPO JOB MARKET) und Gunther Schnatmann (Personalberater mit täglichem Einblick in die Anforderungen der Personalabteilungen), was die 8 größten Bewerbungs-Irrtümer sind. Und was sich die Personalentscheider statt der meist auf Binsenweisheiten beruhenden Pseudo-Perfektion wirklich wünschen.

 

Die Irrtümer im Einzelnen: 

1. Der Lebenslauf darf nur eine Seite lang sein 

Falsch! Der Empfänger einer Bewerbung will sich zwar schnell, aber auch umfassend ein Bild über den Bewerber machen. Dafür braucht es meist zwei bis drei Seiten bei Berufsanfängern und auch mal vier bei gestandenen Professionals. Denn die Personaler wollen wissen, welche Erfahrungen genau ein Kandidat gemacht hat – etwa die einzelnen Marketingaktionen bei Sportevents während des Praktikums oder konkrete Kunden und Aufgabengebiete bei der ersten Vertriebs-Erfahrung. Und nicht einfach nur ein Zeitraum, der Arbeitgebername und die Position.

Experte Andy Gugenheimer weiß: „Gerade bei Sportfirmen gehören zusätzlich die eigenen sportlichen Aktivitäten in den Lebenslauf – ob ich in einem Verein war oder bin sowie mögliche Wettkampfteilnahmen!“ Logisch: Das und die einzelnen Aufgaben bei Jobs sprengen fast immer den Rahmen einer einzigen Seite. Also braucht es mehr.

Und noch etwas. Wer denkt: „Meine früheren Aufgaben kann doch jeder in meinen Zeugnissen nachlesen“, liegt völlig falsch. Kein Personaler hat heute die Zeit, sich Details aus diversen Zeugnissen zusammen zu sammeln. 

Lesen Sie hier: 10 Tipps für die Suche nach dem Traumjob in der Sportbranche.

2. Ich muss alle Zeugnisse und Zertifikate anhängen

Falsch! Die Einstellungs-Entscheider interessieren zwar die Abschlüsse und Qualifikationen. Sie wollen diese auch gerne im Lebenslauf nachlesen (was Platz kostet – siehe Punkt 1.). Aber die PDFs oder Originale von Zeugnissen (etwa des Studiums) und Zertifikaten für Kurs-Teilnahmen und Fremdsprachen-Ausbildungen werden in der Regel meist erst im finalen Schritt benötigt, wenn ein Kandidat vor dem Vertragsabschluss steht.

Außer die Stellenausschreibung fordert „alle relevanten Zeugnisse“ – dann aber auch nicht das Realschul- oder Abitur-Zeugnis mitschicken, sondern das Studien-Zertifikat, also den höchsten Abschluss! Arbeitszeugnisse gehören in die Bewerbungsunterlagen – aber nur von früheren Festanstellungen und von den letzten relevanten Praktika. Nicht vom Schülerpraktikum oder von der Barkeeper-Aushilfstätigkeit.

Andy Gugenheimer baut ISPO JOB MARKET zur größten Jobbörse im Sport Business aus. (Quelle: privat)
Andy Gugenheimer baut ISPO JOB MARKET zur größten Jobbörse im Sport Business aus.
Bild: privat

3. Heute darf man auch in Europa nicht mehr sein Geburtsdatum in den Lebenslauf schreiben und ein Foto darf auch nicht mehr sein

Falsch! Die Political Correctness (PC) der Amerikaner – also die Neutralität einer Entscheidung unabhängig von Merkmalen der Person – wird gerne ungefragt übernommen, ist aber in Europa nie wirklich angekommen. Hier will man bitte noch wissen, wie ein Bewerber heißt, wie alt er ist und wie er aussieht. Diskriminierung ist trotz der Angaben sowieso verpönt: Immer mehr Firmen – und im Sportbusiness überproportional viele – haben sich der „Diversity“ verpflichtet. Also der Gleichstellung von Alter, Geschlecht, Religion, Hautfabe etc.. 

4. Das Foto sollte mich möglichst seriös mit Anzug und Krawatte zeigen

Falsch! Krawatte ist sowieso out, selbst beim Boss von Daimler. Sakko nur für Führungspositionen (zum offenen Hemd oder Shirt). „Heute darf es gerade im Sportbereich auch ein gut gemachtes Foto von einem Event oder von einer Trecking-Tour sein, das Dynamik ausstrahlt“, rät Bewerbungsexperte Gugenheimer.

Also gerne das Foto, mit dem man in den sozialen Netzwerken unterwegs ist. Und: Bitte nicht die typischen Deckblatt-Fotos der 90er Jahre, die fast eine halbe Seite groß sind. Ein Deckblatt ist Old Style und ein Foto sollte nicht viel größter als ein normales Passfoto sein und oben rechts auf dem Lebenslauf platziert sein.

Lesen Sie hier: Noch mehr Tipps von Experte Andy Gugenheimer. So bekommen Sie Ihren Traumjob im Sportbusiness.

5. Der Lebenslauf muss den Standard-Vorlagen im Netz entsprechen

Falsch! Wer im Sport einen Top-Job bekommen will, muss sich bei der Gestaltung kreative Mühe geben. Ein emotionales Business und trockene Standards passen schlecht zusammen. Gugenheimer: „Gerade bei Marketing-Jobs im Sport sollte man als Bewerber die Logos der einzelnen Firmen, für die man schon gearbeitet hat, einfügen. Dazu auch Links zu deren Seiten und zu seinen eigenen Auftritten im Web, vor allem Blogs sowie LinkedIn, Xing und Twitter!“ Es darf also schon etwas „bunter“ und selbstgestalteter zugehen bei den Lebensläufen für hippe Sportfirmen. Und: Immer als PDF verschicken, nie als Word-Dokument, das beim Empfänger „zerschossen“ landen kann!

 

6. Mein Anschreiben sollte nochmal meinen CV nacherzählen

Falsch! Es ist der Alptraum der Personaler. Rund 90 Prozent der Bewerber erzählen im Anschreiben, was sie wo und noch dazu im Nebenfach studiert haben und wo sie welche Praktika gemacht haben. „Die Empfänger interessiert gerade im Sportbusiness viel mehr, für was ein Bewerber brennt, warum er sich bei dem Unternehmen bewirbt, was er dort alles bewegen und erreichen will“, weiß Experte Gugenheimer. Die eher trockenen Eckpunkte der Karriere kann der Personalentscheider im Lebenslauf nachlesen – das Anschreiben sollte dagegen spritzig, witzig und überzeugend sein. Nach dem Motto: „Wow! Den/die muss ich einladen!“

Übrigens: Entgegen den Netz-Empfehlungen muss ein Online-Anschreiben keine einkopierte Unterschrift enthalten. Diese ist überflüssig, da rechtlich und auch sonst nicht erforderlich (Ausnahme Schweiz: Dort versuchen manche Personaler mit Hilfe von Grafologen noch immer, aus der Unterschrift Persönlichkeitsmerkmale herauszulesen...). 

7. Wenn in der Ausschreibung eine Gehaltsvorstellung verlangt wird, kann ich die auch erst im Vorstellungsgespräch nennen

Falsch! In jeder Branche von Sparkassen bis zum Sport wollen die Unternehmen mit dieser Aufforderung sofort in der Bewerbung wissen, welches Gehalt der Kandidat aufruft und ob dessen Vorstellungen zum Budget passen. Deshalb werden nach Eingang der Bewerbungen drei „Stapel“ gebildet: 1. Passen von der Qualifikation und vom Gehalt. 2. Passen nicht vom Gehalt. 3. Geben kein Gehalt an.

Erst wenn im Stapel 1 nach den Gesprächsrunden kein Kandidat für den Job taugt, wird Stapel 3 durchsortiert. Meistens aber kommt es nicht so weit. Heißt: Ohne die geforderte Gehaltsangabe schieße ich mich aus dem engeren Kreis sofort heraus! Auf das Risiko, einen Kandidaten einzuladen und dann im Gespräch eine überzogene Gehaltsvorstellung zu erfahren, lassen sich Personaler nur ungern ein.

Lesen Sie hier: Social Media hat Einfluss, auch bei der Bewerbung. Wir klären, was man tun und was man besser lassen sollte.

 

8. Initiativbewerbungen bringen nichts 

Falsch! Gerade die großen Unternehmen bekommen ständig Initiativ-Bewerbungen für Positionen, die nicht ausgeschrieben sind. Und freuen sich darüber. Denn oftmals müssen sie dann Stellen gar nicht mehr ausschreiben, weil sie zum Zeitpunkt der nötigen Stellenausschreibung bereits so viele Initiativbewerbungen für die Position bekommen haben, dass sie unter diesen auswählen könne. Und damit nicht eine Lawine an Bewerbungen bearbeiten müssen, die oft auf eine offizielle Stellenanzeige folgt.

Andy Gugenheimer weiß auch: „Gerade die Start-ups im Sportbusiness kommen oft gar nicht nach mit ihren Stellenausschreibungen und brauchen ständig Nachschub an jungen hungrigen Leuten. Dort lohnt eine Initiativ-Bewerbung immer!“ 

Lesen Sie hier: Diese Vorteile sprechen für Jobs in der Sportbranche.

Die Liste der Irrtümer und Fehler ist also lang. Dagegen ist es wie gesehen eigentlich ganz einfach, sich auf die aktuellen Anforderungen einzustellen. Oft hilft schon der gesunde Menschenverstand mit Einfühlungsvermögen: Würde ich als Personal-Mitarbeiter gerne jeden Tag 50 Anschreiben lesen, die immer gleich anfangen („Hiermit möchte ich mich...“; „Ich habe X und Y in Z studiert...“)? Also lieber auffallen, besonders sein, sich von der Masse abheben! Speziell im Sport, wo außergewöhnliche Leistung zählt. Dann ist schon mindestens der halbe Weg zum Traumjob geschafft.

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Gunther Schnatmann (Quelle: GS)
Ein Beitrag von Gunther Schnatmann, Personalberater, Bewerbungs-Coach und Medientrainer
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