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 Neue Zahlen belegen Chinas Lust aufs Skifahren
ISPO-BEIJING | 16.02.2017

„China Ski Industry White Book“ auf der ISPO BEIJING vorgestellt

Ski-Sport in China: Neueste Zahlen belegen Wintersport-Wachstum

Neue Zahlen belegen Chinas Lust aufs Skifahren. Top ausgestattet in den Winter: In China boomt vor allem der Ski-Verleih. (Quelle: XiXinXing )
Top ausgestattet in den Winter: In China boomt vor allem der Ski-Verleih.
Bild: XiXinXing
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Der Wintersport in China wächst, steht allerdings noch am Anfang seiner Entwicklung: Die Skigebiete sind auf Anfänger ausgerichtet, der Verkauf von Sportartikeln hat noch erhebliche Potenziale. Auf der ISPO BEIJING 2017 gibt Wu Bin, Chief Strategy Officer der Vanke Group, einen Einblick in die Hintergründe des Marktes.

Bereits auf der ISPO BEIJING 2016 sorgte Wu Bin mit seiner ersten Ausgabe des „China Ski Industry White Book“ für großes Aufsehen. Erstmals wurde die chinesische Skiindustrie in ihrer Gesamtheit erfasst und transparent und anschaulich präsentiert.


Der Andrang bei der Asia Pacific Snow Conference war 2016 so groß, dass die Messe in diesem Jahr einen deutlich größeren Raum für den Vortrag von Wu Bin reservierte. Mehr als 300 Zuhörer wollten die neuesten Erkenntnisse über die Skiindustrie in China live erfahren.

ISPO.com sprach nach dem Vortrag mit dem Chief Strategy Officer der Vanke Group über die Ergebnisse des zweiten White Books, und wohin die Reise des Wintersports in China geht.

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Besonders bemerkenswert sind die Wachstumsraten bei der Anzahl der Ski-Resorts, der Besucher von Skigebieten und der Anzahl ausgeliehener Ski. Im Vergleich zu 2015 kamen noch einmal 78 Skigebiete hinzu, wodurch sich nun in China die Gesamtzahl auf 646 Skigebiete erhöht hat. Ein Zuwachs von immerhin knapp 14 Prozent.

„Der Boom geht ungebremst weiter. Aus Sicht der Ski-Resort-Betreiber und Zulieferer hat der Markt fast keine Grenzen“, sagte Wu Bin im Gespräch mit ISPO.com.

Öffnet ein Skigebiet, werden Ski geliehen

Ein Laufband, viele Menschen: So sehen manche Skigebiete in China (noch) aus – doch das Riesenreich holt kräftig auf. (Quelle: Imago)
Ein Laufband, viele Menschen: So sehen manche Skigebiete in China (noch) aus – doch das Riesenreich holt kräftig auf.
Bild: Imago

Die Besucherzahlen stiegen mit rund 21 Prozent auf 15,1 Millionen Personen noch deutlicher an, wobei sich der Trend zum Leih-Ski gegenüber dem Vorjahr noch einmal verstärkte. 485.000 Paar Ski wurden 2016 ausgeliehen, 38,5 Prozent mehr als im Vorjahr. 

„Die Statistik der Leih-Ski hängt stark mit den Neueröffnungen der Ski-Resorts zusammen“, sagt Wu Bin über die rasant steigenden Zahlen: „Denn nahezu das gesamte Leihgeschäft wird direkt von den Resorts vor Ort geführt. Sobald also ein neues Ski-Gebiet erschlossen wird, eröffnet automatisch auch ein Leihgeschäft.“ 

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Gerade die Zahlen der ausgeliehenen Skier verdeutlichen einmal mehr, dass China in Sachen Wintersport noch eine Menge aufzuholen hat. „Ski zu kaufen, ist in China nach wie vor nicht die Norm. Ich gehe davon aus, dass es noch drei bis fünf Jahre dauert, bis die Ski-Verkäufe deutlich anziehen“, sagte Wu Bin.


Viele Sightseeing-Ski-Touristen

Ein weiteres Indiz: Nur wenige Skigebiete sind auf Mehrtagesgäste ausgelegt. Lediglich drei Prozent der Reiseziele haben als Zielgruppe Ski-Urlauber, darunter Lake Songhua, Changbaishan, Beidahu, Yabuli, Genting und Wanlong.

Die überwiegende Mehrheit, nämlich 75 Prozent der Ski-Orte sind für Sightseeing-Ski-Touristen und Ski-Novizen ausgerichtet. Dementsprechend nah liegen die Orte an größeren Städten oder Sehenswürdigkeiten.

„Der Region um Peking herum ist immer noch das Zentrum des Wintersports. Hier wurden vor 16 Jahren die ersten Ski-Gebiete eröffnet“, erklärt Wu Bin: „Die gute Erreichbarkeit spielt eine große Rolle, ebenso wie die schiere Größe des potenziellen Marktes in Peking.“

Apps koordinieren die Ski-Urlauber

Was viele Ski-Orte, egal welcher Zielgruppe sie zugeordnet werden können, gemein haben, ist die Kooperation mit mobilen Datenanbietern wie zum Beispiel GOSKI, der unter anderem Wetter- und Schneeinformationen für die Wintersportler liefert.

„Dieses Extra bietet nicht nur den Wintersportlern einen sehr guten Mehrwert, sondern hilft auch den Ski-Resorts enorm. Denn durch die Größe Chinas ist Werbung und Marketing nicht immer ganz einfach. Durch die Apps erreichen die Ski-Resorts aber exakt ihre Zielgruppe und können direkt Ski-Kurse, Reise-Angebote und vieles mehr an den Kunden bringen“, beschreibt Wu Bin die Synergie-Effekte.


Trotz des extrem positiven Trends hat Wu Bin abschließend auch einen Kritikpunkt in Bezug auf die Neueröffnung vieler Ski-Resorts: 

„Wir müssen davon wegkommen, die Ski-Resorts zu klein zu planen. Eine Piste und ein Magic Carpet bringen nichts. Wir brauchen gewisse Mindeststandards, um den Wintersportlern ein besseres Erlebnis zu bieten. In diesen wichtigen Punkten müssen die Regierung, die Resort-Betreiber und auch der Handel zusammenarbeiten.“

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Florian Pertsch (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Florian Pertsch, Autor
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