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 Wie Sportmarken Frauen erreichen: Ansprache verbessern
Sportbusiness | 05.02.2017

ISPO Experts4Women Tour: Deuter, K2, Lowa und Co. legen vor

Frauen-Produkte auf dem Sportmarkt: „In der Kommunikation ist noch Luft nach oben“

Wie Sportmarken Frauen erreichen: Ansprache verbessern.  (Quelle: ISPO.com)
Bild: ISPO.com
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Frauen als Zielgruppe tragen für die Sportbranche noch ein riesiges Potential in sich. Darin sind sich Branchenexperten, Händler und Hersteller einig. Doch wie lässt sich dieses Potential ausschöpfen? Was ist die beste Strategie, um an potentielle Käuferinnen besser ranzukommen? Die Wege der Marken sind verschieden, das hat die erste ISPO Experts4Women Tour auf der ISPO MUNICH 2017 gezeigt.

Interessiert an der Experts4WomenTour? Diese Messerundgänge gibt’s auf der ISPO MUNICH 2017 zweimal täglich >>>>

Über 20 Frauen haben sich schon am ersten Messetag angemeldet zur ersten ISPO Experts4Women Tour. Darunter Grafikerinnen, Reporterinnen, Bloggerinnen aber auch Produktentwicklerinnen und Marketing-Expertinnen. Das Thema findet Beachtung. Auch bei den Firmen – über 20 Brands präsentieren im Laufe der ISPO MUNICH ihre Produkte und Strategien für die weibliche Kundschaft. Auf dem ersten Rundgang sind die Brands K2, Lowa, Deuter, Anita und Kari Traa mit dabei.

Die Bilder der ISPO Experts4Women Tour

Initiative beim Thema Frauen ergreifen

„Natürlich habe wir jeden Schuh als Herren- und als Damen-Modell“, sagt Dennis Loskot aus dem Handelsmarketing von Lowa. Nur die Schuhe für den hochalpinen Bereich seien unisex. Schließlich seien Frauenfüße anders als Männerfüße und dann erklärt er genau, warum ein Frauenschuh in der Regel nicht nur leichter, sondern teilweise mit einer anderen Sohle, anderem Material oder einem extra Fersenpolster ausgestattet ist. Die Entwickler bei Lowa hätten natürlich auch andere Leisten für Damenschuhe.

 (Quelle: ISPO.com)
Bild: ISPO.com

„Ja klar, bei den Farben seid ihr Frauen natürlich experimentierfreudiger“, sagt Loskot, „hier bieten wir der weiblichen Kundschaft auch viel mehr an.“ Für Lowa ist diese Unterscheidung zwischen Frauen- und Herrenprodukten seit ein paar Jahren „eine Selbstverständlichkeit. Doch Loskot gibt auch zu: „bei der Kommunikation ist noch Luft nach oben.“ Konkret heißt das, dass Lowa das Thema aus Marketing-Sicht erkannt hat, Initiative ergreifen und die Kommunikation, die sich spezifisch an Frauen richtet, ausbauen will.

Wiedererkennungswert für Frauenprodukte ist wertvoll

Auch bei Deuter, dem Spezialisten für Rucksäcke, gibt es jedes Modell als Herren- und SL-Variante für Damen. „Bis es aber soweit war“, sagt Angela Vögele, Pressesprecherin bei Deuter, „haben wir einige Kämpfe ausgetragen.“ Inzwischen sind die Damenrucksäcke mit der charakteristischen gelben Blume, welche auch als Haargummi fungiert, etabliert.

Die Kunden würden dieses Wiedererkennungszeichen schätzen und sogar nachbestellen, erzählt Vögele. Deuter hat mit diesem Symbol einen hohen Wiedererkennungswert geschaffen, der auf die Marke einzahlt.

Auch die Frauenprodukte von Ski- und Snowboardhersteller K2 sind mit einem besonderen Symbol – einer rosa Schleife – gekennzeichnet. Hier steckt noch mehr dahinter: K2 will damit auf das Thema Brustkrebs aufmerksam machen und sammelt Spenden für die Forschung in diesem Bereich.

Kommunikation an Produktneuheiten geknüpft

Als erster Ski-Hersteller der spezifische Frauenski entwickelte, ist die Zielgruppe sowohl in der Entwicklung als auch in der Kommunikation schon länger ein eigenständiger Bereich. K2-Marketing-Expertin Simone Adelwart sagt: „Wir machen unsere Kommunikation immer von unseren Produktneuheiten abhängig. In diesem Jahr ist das beispielsweise eine neue Ski-Linie für Männer.“ Im nächsten Jahr, so viel könne sie schon verraten, sei der kommunikative Schwerpunkt wieder auf Frauen ausgerichtet.

 (Quelle: ISPO.com)
Bild: ISPO.com

Bei Anita, Hersteller für Damen-Unterwäsche, ist das natürlich eine Selbstverständlichkeit. Anita Active, der Bereich der Sportunterwäsche anbietet, wurde in den 1990ern eingeführt, sei stetig gewachsen. Heute ist er einer der erfolgreichsten Bereiche. Anita-Produktdesignerinnen arbeiten stetig daran, beispielsweise Sport-BH’s weiter zu verbessern. Detailarbeit ist gefragt, das bestätigen auch die Vertreter der anderen Marken.

Lesen Sie hier: Unternehmen machen Teilnehmerinnen zu Marken-Botschafterinnen.

Kari Traa: Mit Mitarbeiterinnen zum Erfolg

Auf Details, die sportiven Frauen gefallen, kommt es auch bei Kari Traa an. Gegründet wurde die Marke vor rund 15 Jahren von – Kari Traa. Das ist eine norwegische Olympiasiegerin im Buckelpisten fahren. Zunächst gab es selbstgenähte Mützen, dann Base-Layer und inzwischen deckt die Marke fast die ganze Bandbreite an Outdoor-/Fitness-Sportklamotten für Frauen ab. „Die Klamotten sollen farbenfroh, mit zeitgemäßem Design und dennoch funktionell sein“, sagt Laura Heisig, Sprecherin für Kari Traa.

Dass dies funktioniert, zeigt sich an den Wachstumszahlen, insbesondere auf dem norwegischen Heimmarkt. Hier ist Kari Traa bei Base-Layern für Frauen Marktführer und hat im Bereich Womens Fitness Nike vom Thron gestoßen. Das Erfolgsgeheimnis? „Vielleicht liegt es ja daran, dass die große Mehrheit der Mitarbeiterinnen bei Kari Traa Frauen sind!“, sagt Heisig und lacht. 

 (Quelle: CK)
Ein Beitrag von Claudia Klingelhöfer, Autorin
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