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 Multichannel Retail: China zeigt die Zukunft des Handels
China | 30.01.2017

Online- und Offline-Handel bündeln Kräfte

Multichannel Retail: China zeigt die Zukunft des Handels

Multichannel Retail: China zeigt die Zukunft des Handels. In China wachsen Online- und Offline-Handel zunehmend zusammen. (Quelle: Imago)
In China wachsen Online- und Offline-Handel zunehmend zusammen.
Bild: Imago
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Miteinander statt gegeneinander, Online- und Offline-Handel dürfen sich nicht mehr skeptisch beäugen. Multichannel ist im digitalen Zeitalter die Lösung, Stringenz ist für Unternehmen dabei unverzichtbar. China macht vor, wie es geht.

Online gegen Offline, neue gegen alte Welt. Die digitale Transformation hat nahezu alle Bereiche der Gesellschaft längst erreicht, nur mit der Akzeptanz hapert es gelegentlich ein wenig.

Gerade im Retail-Business wird noch zu häufig von Online-Handel oder Offline-Handel gesprochen – dabei ist das „Und“ die einzig sinnvolle Lösung. Kurz gesagt: Multichannel Retail.

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Denn selbst wenn die Händler häufig noch auf dem „Oder-Status-quo“ verharren, hat sich der Konsument längst weiterentwickelt. Die grundsätzlichen Informationen über potenzielle Artikel werden im Internet gesammelt, eine genauere Betrachtung mit Beratung erfolgt vor Ort im Laden. Der Kaufprozess erfolgt mittlerweile nicht selten dann Online.

E-Commerce ist in China Alltag

China ist hier ein Vorreiter, Shopping über das Smartphone ist das Normalste auf der Welt. Einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey zu Folge nutzen 72 Prozent der chinesischen Konsumenten mehrmals im Monat Social-Media-Plattformen, um sich über Produkte und Dienstleistungen zu informieren.

Knapp zwei Drittel nutzen diese Kanäle sogar, um direkt mit Unternehmen in Kontakt zu treten. Kombiniert mit der anschließenden Beratung im stationären Handel und der Kauftransaktion via E-Commerce sind alle Vertriebswege ineinander verzahnt.

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„Multi Channel Retailing ist nicht einfach nur stationärer Handel plus E-Commerce und mobile Endgeräte. E-Commerce stellt lediglich einen neuen Kanal des traditionellen Einzelhandels dar“, erklärt Li Di im Gespräch mit ISPO.com.

Der Geschäftsführer von Lehuohuwai plädiert für zukunftsorientiertes Handeln: „Wenn der Konflikt zwischen Online-Handel und traditionellen Vertriebsmethoden gelöst werden soll, muss sich der traditionelle Einzelhandel nicht nur mit dem Wandel abfinden, sondern beim Erstellen des jährlichen Marketingplans auch versuchen, Online-Vertrieb und traditionellen Vertrieb zusammenzuführen – statt sie getrennt einzusetzen.“


Online und Offline Hand in Hand

Eine Erkenntnis daraus muss zum Beispiel sein, dass das Unternehmen Online und Offline einen einheitlichen Auftritt präsentiert. Branding, Preissystem, Vertrieb und Marketingplanung müssen synchron sein, lediglich in der Umsetzung muss flexibel agiert werden. 

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Ein gutes Beispiel für ein erfolgreiche Multichannel-Strategie ist Sportartikel-Retailer Decathlon. Bereits im Jahr 2003 wagte das in Frankreich gegründete Unternehmen den Schritt nach China und setzte sich mit 100 Handelsniederlassungen im Reich der Mitte ein hohes Ziel.

Als diese Marke 2010 noch nicht erreicht war, änderten die Franzosen ihr Strategie und stellten die Weichen für Multichannel-Retail. Eine Kooperation mit der Online-Plattform Tmall.com brachte Decathlon in nur fünf Jahren einen Zuwachs von 300 Prozent im E-Commerce, gleichzeitig verbesserte sich der stationäre Handel um 50 Prozent.

Singles-Day als Antreiber

Wie beliebt der E-Commerce in China ist, zeigen unter anderem die letzten Zahlen des Singles-Day. Waren im Wert von etwa 12 Milliarden US-Dollar wurden allein am 11. November 2016 bei Online-Händler Tmall.com, welcher zum Mega-Unternehmen Alibaba-Group gehört, gekauft. Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen von Gründer Jack Ma 17,8 Milliarden Dollar in 24 Stunden.

Lesen Sie hier mehr zum Singles Day in China.


Trotz des immensen Online-Erfolgs ist sich Alibaba aber bewusst, dass es ohne den stationären Handel nicht geht. „Auf Online-Handel fokussierte Marken halten Offline für altbacken, die Realität ist aber, dass der Konsument keinen Unterscheidet zwischen Online und Offline macht“, erklärt Terry von Bibra, General Manager der Alibaba Group Europe, bei „Marketing Week“.

Seiner Meinung nach liegen die Händler „komplett falsch, wenn sie zwischen Online und Offline eine künstliche Grenze ziehen. Gleichzeitig müssen die Brands aufhören, das alles als geheime Wissenschaft zu beäugen. Omnichannel ist definitiv der Schlüssel zum Erfolg in Europa – in China noch viel mehr.“

Florian Pertsch (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Florian Pertsch, Autor
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