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 Der S-Faktor: Stoffe für Sportswear werden stylischer
Textilien | 09.12.2016

ISPO TEXTRENDS Jurysitzung Herbst/Winter 18/19

Der S-Faktor: Stoffe für Sportswear sind gerade um einiges stylischer geworden

Der S-Faktor: Stoffe für Sportswear werden stylischer. Die ISPO-TEXTRENDS-Jury muss eine große Anzahl von Bewerbungen und Einreichungen sichten.
Die ISPO-TEXTRENDS-Jury muss eine große Anzahl von Bewerbungen und Einreichungen sichten.
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„S“ steht nicht nur für Sportswear, sondern auch für „stylish“, was die Bewerbungen für ISPO TEXTRENDS auf jeden Fall widerspiegeln. Die internationale Jury stellte eine merkliche Zunahme interessanter Oberflächen und ein viel ausgeprägteres Style-Bewusstsein mit Blick auf Farben und Strukturen fest.

Die Sitzung – die fünfte Jurysitzung für das Herbst-/Winterangebot – fand in der Messe München statt. Zu den Jurymitgliedern gehörten Textilspezialisten aller Sektoren der Branche, deren Aufgabe darin bestand, Analysen durchzuführen und die besten Produkte hinsichtlich Innovation, Kreativität und Nachhaltigkeit auszuwählen. Die Rückmeldungen der Jury waren unglaublich positiv, mit erheblichen Verbesserungen in den zwei Bereichen Membrane/Beschichtungen und weiche Ausrüstung.

Bewertet wurden zehn Kategorien, darunter die erste Schicht, die zweite Schicht und die Isolierung. Sofort war klar, dass die Textilanbieter mit ihrem Angebot leichter Funktionsprodukte noch einmal nachgelegt hatten.

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Bessere Sichtbarkeit und Design

Jeremy White, Global Director of Innovation and Permanent Branding bei Avery Dennison, war zum ersten Mal als Mitglied der Jury dabei. Ihm war vor allem daran gelegen, herauszufinden, was gerade im Trend liegt sowie woran mit Blick auf die Zukunft gearbeitet wird, und zwar vor allem im Bereich Obermaterialien.

„Ich habe jede Menge Kreativität gesehen, was die Farben einiger Textilien angeht. Denn in gewisser Hinsicht ist es schwer, etwas Kreatives mit etwas so Einfachem wie einem Gewebe zu tun. Hier gab es heute einige wirklich spannende Sachen. Reflektivität, die auf eine Weise eingesetzt wird, wie wir sie noch nicht gesehen haben, anhand der Nutzung von Textur, was neu und sehr interessant ist“, führte er aus.

Die Jurysitzung von ISPO TEXTRENDS 2017 mit Louisa Smith (Mitte, vorn) und David Shah (Zweiter von links, vorn) und alle anderen Mitglieder der Jury.
Die Jurysitzung von ISPO TEXTRENDS 2017 mit Louisa Smith (Mitte, vorn) und David Shah (Zweiter von links, vorn) und alle anderen Mitglieder der Jury.

Reflektivität war in vielen Sektoren ein Thema, mit reflektierenden Aufdrucken auf Basisschichten bis hin zu Oberstoffen. Weiche Ausrüstung war mit reflektierenden Regenbogendrucken versehen, die gut sichtbar sind, wenn Licht darauf fällt. Es folgten Besätze: Reflektierende Bänder auf Reißverschlüssen waren ein weiteres Detail, mit dem Produkte versehen wurden. Ein neues reflektierendes Garn war auch dabei. Was dieses von herkömmlichem reflektierenden Garn unterscheidet, sind die Mikroglasperlen, mit denen es besetzt ist. Dies bietet Markenentwicklern und Designern mehr Möglichkeiten bei der endgültigen Produktgestaltung.

Weicher und stylisher

„Der Griff wurde erheblich verbessert, und meiner Ansicht nach liegt das an der zunehmenden Verwendung von Naturfasern – etwas Baumwolle, etwas Seide, viel Wolle, was enorm viel hilft. Das schließt die Lücke zwischen reiner Funktion und den eher urban orientierten Styles. Es gibt also viel Neues, was wir zum ersten Mal sehen, vor allem bei den Basisschichten. Es ist sehr interessant, eine echte Weiterentwicklung, was den Komfort und die Attraktivität des Materials anbelangt. D. h., wir sprechen nicht nur von Funktion, sondern darüber, wie es sich anfühlt. Das ist äußerst positiv“, erklärte Sophie Bramel, Technical Editor beim Magazin WSA.

Bramel merkte an, dass die Stoffe bei dieser Jurysitzung viel kreativer waren, was ihnen ein Differenzierungsmerkmal verleiht. Eine weitere Botschaft war zudem, dass Funktionstextilien nicht ausschließlich aus Synthetik bestehen, sondern ein wenig von beidem möglich ist – die Beständigkeit und leichte Pflege einerseits sowie das Gefühl von Baumwolle oder Wolle auf der Haut andererseits. „Ich denke, das ist viel stylisher. Es ist beruhigend, zu sehen, dass immer häufiger Naturfasern eingesetzt werden“, fügte sie hinzu.

Hybridisierung – Kombination von Natur- und Kunstfasern

Angesichts der zunehmenden Symbiose von Natur- und Kunstfasern stellte David Shah, der Herausgeber des Magazins View, mit Freude fest, dass synthetische Stoffe mittlerweile mehr Anklang finden. „In den vergangenen 40 Jahren wurden Kunstfasern verteufelt. Was jetzt geschieht, ist eine große Chance für synthetische Fasern, im Zuge der Technisierung und der Hybridisierung von der Öffentlichkeit mit neuen Augen gesehen zu werden. Ich denke, dies ist ein sehr wichtiger Moment dafür“, erläuterte er.

Das Berühren der Stoffe, um ein Gefühl für sie zu bekommen, ist ein Hauptbestandteil des ISPO-TEXTRENDS-Jurymeetings.
Das Berühren der Stoffe, um ein Gefühl für sie zu bekommen, ist ein Hauptbestandteil des ISPO-TEXTRENDS-Jurymeetings.

Seine Antwort auf die Frage nach seinen Gedanken zu seiner dritten Teilnahme als ISPO-TEXTRENDS -Jurymitglied fiel positiv aus. „Das Allerwichtigste war die enorme Verbesserung des Materialgriffs, ich denke, das war am bemerkenswertesten. Der Griff spielt eine große Rolle. Komfort ist genauso bedeutend wie der Funktionsaspekt. Und Weichheit war für mich einer der Hauptpunkte in Bezug auf die Kategorien, die wir uns angeschaut haben.“

Darüber hinaus fiel ihm die Verbesserung der Membranen und zweiten Schichten auf, insbesondere mit Blick auf modische Aktualität, Oberflächenstrukturierung und Farbgebung. „Es war wirklich, wirklich ausgezeichnet. Insgesamt sind die Verbesserungen jedes Jahr deutlich sichtbar“, fügte er an.

Zurück zu den Basics

Auf dem Höhepunkt von Innovation und Kreativität sind die Basics ein Bereich, der nicht vernachlässigt werden sollte. Wie Vincent Lecrosnier, Design Director bei Adidas, hervorhob: „Wenn wir über Innovation sprechen, besteht das Problem immer in einem langfristigen Ansatz. Gleichzeitig wissen wir, was zu tun ist, um moderne Lösungen für Basics bereitzustellen, und dies ist etwas, worauf wir uns konzentrieren sollten.“


Während alle ihren Blick auf Innovation richten, kann das Erreichen des Mainstream-Marktes ein zweitaufwändiger Prozess sein. „Alle sind immer ganz versessen auf Innovation“, so Lecrosnier über die Branche, „das ist gut, doch das Fundament einer Marke bilden gute Basics.“

Überschreitung von Grenzen

Einhergehend mit der Hybridisierung der Textilkette, angefangen von der Besatz- und Textilentwicklung bis hin zu den Endprodukten, gab es einen dringend benötigten Zufluss von neuem Know-how aus anderen Sektoren sowie einen Austausch von Informationen. „Was wir sehen, ist das Ende von Grenzen und Regeln. In der Vergangenheit haben wir uns darauf konzentriert, was angemessen ist für Konfektionskleidung und was für Couture. Jetzt beobachten wir, wie sämtliche Vorschriften mit Blick auf die Herstellung gebrochen werden, sowohl bei Herren- als auch Damenbekleidung. Angesichts des Verschwindens von Beschränkungen bestehen viel mehr Möglichkeiten. Ich denke, es ist wichtig, dass die Leute das verstehen und offen für Neues sind“, schloss David Shah.

Sie möchten die Ergebnisse der ISPO-TEXTRENDS-Jurysitzung sehen? Dann besuchen Sie uns 2017 auf der ISPO MUNICH, und erfahren Sie mehr. Eintrittskarten erhalten Sie hier.

ISPO TEXTRENDS: Neuer Look

Wenn Sie sich die Auswahl der Jury für Herbst/Winter 18/19 anschauen möchten, sollten Sie das umgestaltete ISPO-TEXTRENDS-Forum in Halle C3 auf der ISPO MUNICH im Februar besuchen.

Stars at the ISPO MUNICH 2016 (Quelle: Messe München GmbH)
Eine Kolumne von Louisa Smith, Trend-Scout
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