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 ISPO BEIJING 2017: Das ist neu auf der Messe
China | 28.11.2016

China: Standflächen werden kleiner, das Beratungsangebot wächst

ISPO BEIJING 2017: „China muss Wintersport erst lernen“

ISPO BEIJING 2017: Das ist neu auf der Messe. Der Wintersport in China wächst – im Vergleich zum Westen steckt er aber noch in den Kinderschuhen. (Quelle: Thinkstock)
Der Wintersport in China wächst – im Vergleich zum Westen steckt er aber noch in den Kinderschuhen.
Bild: Thinkstock
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Seit mehr als zehn Jahren ist die Multisegment-Sportmesse ISPO BEIJING das Tor für europäische Unternehmen zum asiatisch-pazifischen Sportmarkt. Die Nachfrage auf dem chinesischen Sportmarkt wird stetig größer – auch die Messe ist längst ausgebucht. Das erwartet die Besucher der ISPO BEIJING 2017.

Die ISPO BEIJING wird immer größer: Nach dem Rekordjahr 2016 (lesen Sie hier den Abschlussbericht mit allen Zahlen) ist die Multisegmentmesse für 2017 bereits ausgebucht – für die kommenden Jahre soll mehr Fläche gebucht werden. ISPO.com sprach mit Messe-Direktorin Elena Jasper über die Planungen für die 13. ISPO BEIJING (15. bis 18. Februar 2017), welche Schlüsse aus dem vergangenen Jahr gezogen wurden und wie sich der Wintersport allgemein in China entwickelt.

Lernen auch Sie den chinesischen Sportmarkt vor Ort kennen: Hier können Sie sich für die ISPO BEIJING 2017 registrieren>>>>

ISPO.com: Frau Jasper, die Statistiken zur ISPO BEIJING 2016 waren äußerst positiv. Wie laufen die Planungen für 2017, setzt sich der Trend fort?
Elena Jasper: Wir sind absolut zufrieden, denn die Messeflächen sind bereits jetzt schon ausgebucht. Zusätzlich befinden sich bereits 300 Quadratmeter auf der Warteliste, sowohl von chinesischen als auch internationalen Ausstellern. Aus diesem Grund haben wir auch für 2018 und 2019 bereits einen Plan aufgesetzt, um den Ausstellern im China National Convention Center (CNCC) noch mehr Fläche bereitzustellen.

Sollte die ISPO BEIJING nach diesem Zeitraum weiter wachsen, gibt es dann Bestrebungen die Messe an einen anderen Ort in Peking zu verlegen?
Langfristig gesehen, wird uns gar nichts anderes übrig bleiben, da das CNCC das Media and Broadcasting Center für die Olympischen Winterspiele 2022 in Beijing wird. Bis 2019 sind wir mit dem CNCC aber auf jeden Fall gut aufgestellt.

Elena Jasper ist als Messe-Direktorin verantwortlich für die ISPO BEIJING. (Quelle: Messe München GmbH)
Elena Jasper ist als Messe-Direktorin verantwortlich für die ISPO BEIJING.
Bild: Messe München GmbH

„Viele Chinesen kamen nicht glücklich vom ersten Skiausflug zurück“

Auf der ISPO BEIJING 2016 war Olympia 2022 eines der bestimmenden Themen. Wie hat sich der Olympia-Hype in den letzten Monaten entwickelt?
Olympia ist nach wie vor ein großes Thema, aber den Leuten wird langsam klar, dass es noch sehr lange dauert, bis die Spiele tatsächlich stattfinden. Dem großen Aktionismus nach der Vergabe der Spiele an Peking folgt nun die Einordnung und Planung, was alles passieren muss, um Olympia zu realisieren. Die Regierung hat bereits einige Programme aufgesetzt, doch der Markt und die tatsächliche Umsetzung Wintersport zu betreiben, braucht noch etwas Zeit.

Woran liegt diese nur zögerliche Annäherung an den Wintersport?
Wir haben einige Gespräche geführt und herausgefunden, dass viele Chinesen nicht sehr glücklich von ihrem ersten Skiausflug zurückkommen. Viele fahren ohne Ski-Kleidung in die Wintersportgebiete, werden dann vor Ort schlecht beraten und stehen am Ende mit Jeans und Zwei-Meter-Ski das erste Mal im Leben auf der Piste. So ein erstes Ski-Erlebnis kann eigentlich keine guten Erinnerungen bringen. Hier müssen wir als ISPO BEIJING ansetzen und Grundlagenarbeit leisten.


Wie sieht diese Grundlagenarbeit konkret aus?
Infrastruktur und Entwicklung im Wintersport ist ein großer Schwerpunkt. Wie werden Ski-Resorts konzipiert, wie kommen die Menschen in die Wintersport-Orte oder auch die Ausbildung von Ski-Lehrern – das alles ist die Basis für nachhaltigen Wintersport. Aus diesem Grund haben wir auch die Fläche für die ALPITEC China in den letzten Jahren von 1.400 auf 2.700 Quadratmeter nahezu verdoppelt. Erst im nächsten Schritt macht dann die Implementierung der Produkte und Dienstleister richtig Sinn. Man muss sich eines immer wieder verdeutlichen: China muss Wintersport erst lernen.

Lesen Sie hier: So werden Ski-Resorts in China geplant.

Welche Schwerpunkte werden auf der ISPO BEIJING 2017 noch gesetzt?
Wir werden das Thema „Start-Ups“ stark in den Vordergrund stellen, da es die aus Europa bekannten ISPO Services in Asien so noch nicht alle gibt. Ein Ziel ist es im nächsten Jahr einige Services wie zum Beispiel ISPO BRANDNEW in China zu etablieren. Dafür wird es bei der nächsten ISPO BEIJING ein Start-Up-Village für chinesische Unternehmen geben. ISPO ACADEMY wird auch 2017 enorm wichtig sein und nach den übervollen Vortragsreihen der vergangenen ISPO BEIJING deutlich mehr Platz bekommen. Uns ist einmal mehr klargeworden, dass die Nachfrage nach Wissensaustausch und Know-how aus Sicht Asiens riesig ist.

Dieses Interesse besteht aber auch in die andere Richtung. Vor allem das erstmals auf der Asia Pacific Snow Conference präsentierte White Book über die Entwicklung der Wintersportbranche in China war ein echtes Highlight...
Wir wussten, dass das Interesse groß war, aber die Nachfrage hat uns doch überrascht. Dem tragen wir 2017 Rechnung und werden einen deutlichen größeren Raum bereitstellen. Statt 50-60 Personen wird das White Book diesmal in einem Saal für mindestens 200 Personen vorgestellt. Anschließend werden wir es kostenfrei im ISPO SHOP zur Verfügung stellen.

Hier finden Sie das China Ski Industry White Book der ISPO BEIJING 2016 zum kostenlosen Download >>>>

Video: So lief die ISPO BEIJING 2016

Welche weiteren Learnings haben Sie aus der ISPO BEIJING 2016 noch mitgenommen?
Wir haben 2017 deutlich mehr Brands auf der Messe, sowohl national als auch international. Das Interesse steigt also, wobei die gebuchte Fläche tendenziell pro Aussteller etwas kleiner ausfällt. Die Messe wird mehr und mehr als Informationsplattform und nicht als Ordermesse genutzt. Für Networking reicht auch eine kleinere Standfläche. Die Chinesen suchen das Gespräch, Stand-Parties sind nicht Teil ihrer Kultur.

Welche zusätzlichen Veranstaltungen sind noch geplant?
Das Thema Running ist nach wie vor sehr wichtig in China. Wir werden darum erneut ein Running-Forum anbieten, welches wir in Kooperation mit Runners World veranstalten.
Neben ISPO ACADEMY, ISPO TEXTRENDS und ISPO AWARD wird es 2017 erstmals den ISPO BEIJING Students Day geben. Zusammen mit dem Beijing Institute of Fashion Technologies werden 20-30 Studenten einen Tag die Messe besuchen. Zudem werden fünf Pavillons aufgebaut, die als Themenschwerpunkte Südkorea, Schweiz, Österreich, Tschechien und Taiwan präsentieren.

Ski-Resort-Tour nach der ISPO BEIJING 2017

Gore wird nach seiner Auszeit 2016 wieder einen Stand auf der ISPO BEIJING haben. Wie wichtig ist die Rückkehr einer so großen und bekannten amerikanischen Marke?
Für unseren Unique Selling Point als internationale Messe sind Unternehmen wie Gore ein großer Gewinn. Die Überzeugungsarbeit, ein solches Unternehmen als Aussteller für China zu gewinnen, ist natürlich ungleich größer als für die ISPO MUNICH. Zudem kommt ein namhaftes Unternehmen wie Gore bei den Chinesen sehr gut an.

Lesen Sie hier, welche Pläne Gore für den chinesischen Markt hat 


Was wird Ihr persönliches Highlight auf der ISPO BEIJING 2017 sein?
Ich freue mich besonders auf die neu organisierte Ski-Resort-Tour. Bei diesem Event werden die Teilnehmer unter anderem das Resort, welches für die olympischen Winterspiele 2022 vorgesehen ist, besuchen. Die Tour wird direkt im Anschluss an die ISPO BEIJING für eineinhalb Tage stattfinden.

Lesen Sie hier: Der Singles Day macht Millionen-Umsätze in China möglich

Florian Pertsch (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Florian Pertsch, Autor
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