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 Singles Day von Alibaba: Neuer Rekord mit 17,8 Milliarden
China | 09.11.2016

Chinas Online-Handel übertrifft Rekord-Umsätze

Singles Day von Alibaba: Rekord beim größten Online-Shopping-Tag

Singles Day von Alibaba: Neuer Rekord mit 17,8 Milliarden. Jack Ma, Executive Chairman von Alibaba, präsentiert beim Festival 2015 die Bilanzen. (Quelle: Alibaba)
Jack Ma, Executive Chairman von Alibaba, präsentiert beim Festival 2015 die Bilanzen.
Bild: Alibaba
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Der Singles Day gilt als erfolgreichster Tag im Online-Shopping: Millionen Chinesen surfen jedes Jahr am 11.11. auf den Websites von Alibaba und schlägt bei den Schnäppchen des Online-Händlers aus China zu. Die US-amerikanischen Pendants, der Cyber Monday und der Black Friday, können da nicht mehr mithalten.

Im November 2016 zeigten sich die Chinesen mit einer Rekordsumme spendabel wie noch nie: 17,8 Milliarden Dollar gaben sie aus – das ist noch einmal ein Drittel mehr als im Jahr zuvor.

„Wer nichts kauft, kann auch nichts sparen!“ – diese Schnäppchenjäger-Weisheit wird in vielen Teilen der Welt mit speziellen Shopping-Tagen auf die Spitze getrieben. In den USA erfunden kommen vor allem der Black Friday und der Cyber Monday bei den Konsumenten extrem gut an.

Der Montag und Freitag nach Thanksgiving Day (24. November) lockt mit vielen Rabatten – und sorgen für Umsatz von der West- bis zur Ostküste. 2015 wurde an beiden Tagen im E-Commerce-Bereich 5,8 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Eine stolze Summe, aber im Vergleich zu China doch recht wenig.

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Tmall und Taobao setzen Rekordsummen um

Millionen Chinesen verfallen jedes Jahr am 11. November in einen Kaufrausch. Der Singles Day wurde 1993 von Studenten in Nanjing erfunden. Die wollten ihr Single-Dasein feiern und erkoren den 11.11. als ihren Tag – die Eins soll dabei für den einzelnen Single stehen. Später wurde der Tag von chinesischen Unternehmen zum größten Online-Shopping-Tag der Welt umfunktioniert. 

In China eine große Nummer: Der Singles Day von Alibaba. (Quelle: Alibaba)
In China eine große Nummer: Der Singles Day von Alibaba.
Bild: Alibaba

Von 2013 bis 2015 verdreifachte sich der Singles-Day-Umsatz nahezu. Auf den Shoppingseiten Tmall und Taobao des chinesischen Megaunternehmens Alibaba wurden im vergangenen Jahr 14,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt, am Ende blieben ca. 357 Millionen als Gewinn übrig. Zwei Jahre zuvor waren es noch rund 5,8 Milliarden Umsatz.

Möglich machen diese unglaublichen Summen die rund 440 Millionen Online-Shopper bei Alibaba – und das Unternehmen arbeitet hart daran, dass es zügig noch mehr werden. Firmen-Gründer Jack Ma rührt die ganz große Werbetrommel und macht den Singles Day zum Megaevent. Bereits am 10. November wird es wieder eine im nationalen Fernsehen übertragene viertsündige Gala-Show geben, die vor dem Start zum Singles Day am 11. November um 00:01 Uhr mit unzähligen Stars gespickt sein wird.

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Alibaba lädt Weltstars ein: Kobe Bryant als Gast

Eigentlich sollte Popstar Katy Perry als globale Botschafterin des Unternehmens einen Auftritt bei der von Hollywood-Producer David Hill geplanten Show haben – doch sie sagte wegen eines „Notfalls in der Familie“ kurzfristig ab. Dafür begeisterten Ex-NBA-Superstar Kobe Bryant (Los Angeles Lakers) und Fußball-Legende David Beckham die chinesischen Sportfans.

The countdown to the annual 11/11 Singles' Day has begun!

Posted by Alibaba.com on Donnerstag, 27. Oktober 2016

2015 verfolgten 100 Millionen Chinesen die TV-Übertragung, die Prognosen des Forbes Magazins gingen für 2016 von 200 Millionen Zuschauern aus. „Wenn das Event kein großes soziales Erlebnis ist, dann haben wir unser Ziel nicht erreicht“, erklärte John Evans, President und Director der Alibaba Group, bei Bloomberg. 


Singles Day: Dr. Dre stellt Kopfhörer vor

Der Singles Day ist aber nicht nur Verkaufswahnsinn im Internet, sondern viel mehr auch eine Möglichkeit für westliche Unternehmen, sich dem chinesischen Markt und seinen Konsumenten zu nähern. Mehr als 5000 Brands aus über zwei Dutzend Ländern bieten ihre Produkte am Singles Day an. Viele nutzen das Mega-Event dazu, sich dem chinesischen Markt grundsätzlich vorzustellen oder neue Produkte exklusiv einzuführen.

Neben B2B- und B2C-Kontakten wird auch auf Innovation großen Wert gelegt. Alibaba nutzt die komplette Bandbreite der digitalen Werbemöglichkeiten und versucht, die Konsumenten bereits mit einem Vorlauf von 30 Tagen auf den Singles Day einzustimmen. Am 23. Oktober fand in Shanghai eine achtstündige Modeshow mit 50 internationalen Brands statt, auf der die Gäste die gezeigten Produkte von zum Beispiel Adidas, Nike oder auch Fitbit im Voraus für den Singles Day bestellen konnten.

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Shopping in der Virtual Reality

Zusätzlich entwickelte das Unternehmen nach dem Vorbild von Pokémon Go ein Augmented Reality Spiel für das Smartphone. Konsumenten können dabei der Tmall-Katze, dem Maskottchen der Online-Plattform Tmall, folgen und so virtuell Rabatte und Preise für den Singles Day gewinnen. 

Der Mobile-Trend setzt sich auch beim Kauf der Produkte am Singles Day weiter fort. 60 bis 70 Prozent der Transaktionen erfolgen demnach über mobile Endgeräte, wobei Alibaba auch hier neue Maßstäbe setzt. Mit einem Virtual-Reality-Headset können Konsumenten sich die Produkte sogar in einer virtuellen Shop-Umgebung ansehen, bevor sie sich für den Kauf entscheiden.

Steil steigt der Umsatz: Beim Singles Day 2015 wurde ein Rekord aufgestellt, der 2016 übertroffen werden soll. (Quelle: Alibaba)
Steil steigt der Umsatz: Beim Singles Day 2015 wurde ein Rekord aufgestellt, der 2016 übertroffen werden soll.
Bild: Alibaba

Konkurrenzkampf mit US-Shopping-Angeboten 

So eine Erfolgsgeschichte macht natürlich an den Grenzen Chinas nicht halt, schon jetzt kommen zehn Prozent der Umsätze aus Übersee, und Alibaba selbst wirbt mit englischsprachigem Werbematerial für das „11.11. Global Shopping Festival“.

In den USA gaben die Konsumenten 2015 am Singles Day 1,35 Milliarden US-Dollar aus, womit der 11. November laut einer Adobe-Studie auf Platz 24 der umsatzstärksten Tage in den USA rangiert.


Ganz so einfach wie in China wird es der Singles Day in den USA aber nicht haben, da er nicht nur mit dem Black Friday und dem Cyber Monday wenige Wochen später konkurriert, sondern auch mit dem milliardenschweren US-Online-Händler Amazon, der seinerseits den „Prime Day“ ins Rennen um die E-Commerce-Kunden schickt. 

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Florian Pertsch (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Florian Pertsch, Autor
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