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 Outdoor: Traditionsfirmen aus China investieren wieder
China | 07.11.2016

Entwicklung des Outdoor-Markts in China

Outdoor: Traditionsunternehmen aus China investieren wieder

Outdoor: Traditionsfirmen aus China investieren wieder. Neue Shops in China: Drei Outdoor-Händler expandieren.
Neue Shops in China: Drei Outdoor-Händler expandieren.
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Die Outdoor-Branche in China gibt sich nach langer Flaute wieder zuversichtlich und drei Traditionsunternehmen machen den ersten Schritt Richtung Expansion. FX Outdoor, Fire-Fox Outdoor und Sunshine Outdoor eröffnen neue Shops – trotzdem bricht noch keine Euphorie aus. 

Chinas Outdoor-Branche wurde in den vergangenen Jahren stets mit Superlativen belegt. Doch was auf dem Papier einem simplen Geschäftsspaziergang im Park glich, entpuppte sich zuletzt als zähe Bergtour – gerade für chinesische Outdoor-Unternehmen.

In den letzten drei Jahren stagnierte die Branche, kein Unternehmen wagte es, einen neuen Shop zu eröffnen. Und auch wenn es mit der chinesischen Wirtschaft nach wie vor nicht in dem rasanten Tempo der letzten Jahre nach oben geht, haben es drei chinesische Outdoor-Traditionsunternehmen wieder gewagt, zu investieren.

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Noch 2016 zwei weitere Shops

FX Outdoor, Fire-Fox Outdoor und Sunshine Outdoor eröffneten in 2016 jeweils einen neuen Shop – und das soll erst der Anfang gewesen sein.


„Zum Ende des Jahres planen wir mit zwei weiteren Läden“, erklärt Zhenqi Yu, General Manager der Fire-Fox-Shops in Shenzhen, auf Anfrage von ISPO.com. Fire-Fox ist dabei das einzige Unternehmen, das in einer Tier 1 Stadt wie Shenzhen expandiert. Die restlichen beiden Händler beschränken sich auf ihre Kernmärkte in Tier 2 und 3 Städten und sehen keine Veranlassung, dies in Zukunft zu ändern.

„Wir machen einen sehr guten Job auf lokaler Ebene, daher hegen wir keine Investitionsgedanken im Hinblick auf Tier 1 Städte wie zum Beispiel Beijing oder Shanghai“, so Yiling He, Repräsentantin für Sunshine Outdoor in Guiyang.

Stylische Designs prägen die neuen Shops: Die Standorte sind ländlich geprägt.
Stylische Designs prägen die neuen Shops: Die Standorte sind ländlich geprägt.

Neue Shops auch ohne Regierungs-Investment

Während sich Sunshine auf das Geschäft in Tier 3 Städten beschränkt, fokussiert sich FX-Outdoor, seit 1999 am Markt und seit kurzem auch an der Börse gehandelt, zunächst weiter auf den Handel in der Tier 2 Stadt Hangzhou. Beide Unternehmen folgen dabei dem Trend des deutlich gesteigerten Konsumverhaltens in Tier 2 und 3 Städten in China.

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Auch wenn die Orte der Investition sehr unterschiedlich sind, haben alle drei Unternehmen eines gemein: Die Shop-Projekte waren eigenfinanziert. „Die Eröffnung des Ladens in Hangzhou erfolgte ohne Unterstützung der Regierung oder anderer Investoren“, erklärt Ping Wang, Chairman der FX-Outdoor Shops in Hangzhou.

Konzeptionell orientieren sich alle drei Unternehmen an den Vorbildern des Westens. Die Shops sollen deutlich besser strukturiert werden, das Branding der einzelnen Marken soll besser zur Geltung kommen und beim reinen Verkauf von Produkten soll der Service der Händler noch nicht beendet sein.

Nur in Tier 1 Städten sind die Händler noch verhalten: Bislang ist nur ein Shop geplant.
Nur in Tier 1 Städten sind die Händler noch verhalten: Bislang ist nur ein Shop geplant.

Outdoor-Community im Blickpunkt

Ping Wang ist davon überzeugt, dass „der Fokus ebenfalls verstärkt auf der Betreuung der Outdoor-Community liegen muss“.

Um dies zu erreichen, setzt FX-Outdoor auch auf Mitglieder-Events, Lehrgänge und exklusive Reiseangebote für Kunden. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Sunshine, die mit ihrem neuen Laden auf über 400 Quadratmetern deutlich über dem Flächendurchschnitt liegen.

„Der Kunde soll ein ganz neues Kauferlebnis spüren, wir wollen in allen Lebenslagen für ihn da sein. Damit wollen wir die alten Kunden behalten und hoffen, neue Menschen für den Outddor-Sport begeistern zu können“, so Yiling He.

Decathlon als Vorreiter in China

Mit diesem Ansatz steht das Trio im Vergleich zu internationalen Unternehmen natürlich nicht alleine da – und doch sehen alle Drei den Konkurrenzkampf mit westlichen Firmen entspannt. „Decathlon hat Outdoor-Sport in China bekannt gemacht“, so Ping Wang: „Unser Land befindet sich in dieser Branche immer noch in der Startphase, daher sind wir trotz der internationalen Unternehmen sehr optimistisch für die Zukunft.“

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Ob in Zukunft weitere lokale Unternehmen dem Beispiel des Trios folgen werden, ist aus Sicht der drei Befragten Branchen-Kenner aber noch völlig unklar. Ping Wang und Yilin He gehen kurzfristig nicht davon aus, lediglich Zhenqi Yu ist vorsichtig optimistisch.


„Es gibt viele lokale Händler, die ihr Geschäft auf ihre ganz eigene Art und Weise ebenfalls gut meistern. Mit vielen haben wir ein freundschaftliches Verhältnis, und am Ende kann jeder vom anderen etwas lernen.“

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Florian Pertsch (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Florian Pertsch, Autor
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