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 Das ist neu auf der ISPO MUNICH 2017
ISPO MUNICH | 31.10.2016

ISPO Exhibition Group Director Markus Hefter über kommende ISPO MUNICH

Das sind die Pläne für ISPO MUNICH 2017: „Frauen in den Mittelpunkt rücken“

Das ist neu auf der ISPO MUNICH 2017. Sportliche Frauen werden auf der ISPO MUNICH 2017 eine noch größere Rolle spielen. (Quelle: Messe München GmbH)
Sportliche Frauen werden auf der ISPO MUNICH 2017 eine noch größere Rolle spielen.
Bild: Messe München GmbH
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Die nächste ISPO MUNICH wartet vom 5. bis 8. Februar 2017 mit spannenden Neuerungen auf. ISPO Exhibition Group Director Markus Hefter erläutert die Pläne für die weltgrößte Multigsegmentmesse

Neben einem neuen Ausstellungskonzept für den Bereich Snowboard und Skateboard stellt die ISPO MUNICH 2017 in mehreren Panels die Frauen im Sport-Business in den Mittelpunkt.

Diese und weitere Neuheiten erörtert Markus Hefter im Interview mit ISPO.com.

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Neue Impulse für Snowboard- und Skateszene

ISPO.com: Markus Hefter, was wird es für besondere Neuerungen auf der ISPO 2017 geben?
Markus Hefter: Da ist zunächst einmal das neue POLYGON-Hallenkonzept für die Snowboard- und Skateszene, mit dem wir neue Impulse für die Branche setzen werden.

Wir bieten den Ausstellern Pakete an, bestehend aus Standfläche und Standbau, dazu Kommunikation sowie Einladungen für die Top Händler der Aussteller. Somit ermöglichen wir, für ein klar kalkulierbares Budget an der Leitmesse des Sports, der ISPO MUNICH, teilzunehmen.

Ein weiteres sehr wichtiges Thema werden wir kommunikativ bereits im Vorfeld und dann auch auf der Messe in den Blickpunkt rücken: Frauen als Kundinnen des Sportfachhandels, als Influencerinnen im Sport-Business und vor allem auch als Führungskräfte in den Unternehmen.

Frauen in Führungspositionen von Sport-Unternehmen – da gibt es ja bislang nicht allzu viele Beispiele.
Richtig. Aus unserer Sicht sogar viel zu wenige. Die Sportbranche ist auf Führungsebene immer noch männerdominiert, und die Vertreter in den Gremien und Verbänden sind häufig ebenfalls Männer. Frauen in Entscheidungspositionen sind in der Unterzahl. Und das ist nicht gut für die Branche.

Im Handel gibt es eine ähnliche Situation: Oftmals kaufen männliche Einkäufer die Damenkollektionen oder es wird die Shop-Gestaltung von Männern geplant, die glauben, die Einkaufsbedürfnisse von Frauen zu verstehen. Dem ist aber nicht so.

Retail: Wer Frauen vernachlässigt, lässt Umsätze liegen

Haben Sie ein konkretes Beispiel?
Das führt dann beispielsweise dazu, dass sich eine Kundin, die etwas aus dem Bereich Wellness und Yoga kaufen möchte, in fünf verschiedenen Abteilungen alles zusammensuchen muss – anstatt alles nach ihren Interessen gebündelt vorzufinden. Und dazu kommt, dass die Verkaufsberatung für Frauen im stationären Handel ebenfalls nicht überall zufriedenstellend verläuft – weil sie eben überwiegend von Männern geleistet wird, die für die Bedürfnisse von Frauen zu wenig geschult sind.

Dass dies nicht optimal ist, hat die Branche jetzt selbst registriert?
Das Feedback aus der Industrie ist klar: Hier werden Umsätze liegengelassen, und das Potenzial, sich in diesen Ansatzmärkten zu verbessern, ist groß.

Sie gehen also davon aus, dass man mit einer besseren Ansprache von Frauen die Umsätze in der Sportindustrie steigern kann?
Ja, davon sind wir fest überzeugt. Frauen haben sehr hohe Ansprüche an die Qualität der Produkte, ein ausgeprägtes Markenbewusstsein und sind sehr kritisch, wo und wofür sie ihr Geld ausgeben. Spezielle Wünsche von Frauen werden bisher allerdings nicht genügend berücksichtigt, zusätzlich beraten Verkäufer oftmals an den Bedürfnissen vorbei.

Da ist die Sportartikelbranche gefordert, und das beginnt damit, dass man die von Männern geprägte Kommunikation über die Marke oder das Produkt hin zur Kundin ändern muss – es muss auch aus Frauensicht auf Kundinnen einzahlen. 

Eindrücke von der ISPO MUNICH 2016 (Quelle: Messe München GmbH)
Markus Hefter (v. l.) mit Ex-Freerider Tarek Rasouli und Bike-Trial-Star Danny MacAskill.
Bild: Messe München GmbH

Wie wollen Sie das auf der ISPO 2017 umsetzen?
Wir werden das Thema Frauen in Führungspositionen in den Mittelpunkt rücken, weil Frauen an wichtiger Stelle auch für die nötigen Veränderungen sorgen können.

Dazu wird es themenspezifische Vorträge im Rahmen der ISPO ACADEMY geben, einen geführten Messe-Rundgang für Frauen und vielfältige Möglichkeiten, sich auszutauschen und zum Netzwerken. Die Frauen werden registrieren: Die Branche hat erkannt, dass sich etwas tut – und arbeitet daran. Und dafür schaffen wir als ISPO MUNICH die Voraussetzungen und den Rahmen.   

Initiative „Frauen verbindet“ bleibt zentrales Thema

Wird das Thema Frauen bei der ISPO MUNICH denn einmalig in den Mittelpunkt gerückt?
Nein, dieses zentrale Thema wird uns weiter begleiten. Die Messe München hat mit der Initiative „Frauen verbinden“  bereits im vergangenen Jahr eine branchenübergreifende Initiative gestartet – mit dem Ziel, Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft zu verbinden. Neben der Onlinepräsenz gibt es auch persönlichen Austausch, so werden sich auf der kommenden ISPO MUNICH weibliche Führungskräfte aus unterschiedlichen Branchen treffen und austauschen.

Zudem werden wir dieses Thema inhaltlich und kommunikativ auf ISPO.com das gesamte nächste Jahr über in den Mittelpunkt rücken, zum Beispiel mit Interviews mit weiblichen Führungskräften. Und auf dem ISPO JOB MARKET werden sich auch Unternehmen präsentieren, die sich der Thematik Frauen in Führungspositionen verstärkt annehmen.

Zu Ihren weiteren Schwerpunkten. Was sind die Neuigkeiten der einzelnen Ausstellungsbereiche der ISPO MUNICH 2016?
Nun, wir setzen auch 2017 in allen Segmenten der ISPO unterschiedliche Schwerpunkte, die Trends und den Markt abbilden.

Dann gehen wir dies einzeln durch. Angefangen mit Health & Fitness.
Da haben wir einen neuen Schwerpunkt: In den Hallen B4 und C4 werden neben den Wearables viele neue Produkt-Highlights zu sehen sein, die sich mit den Themen „body and mind“ verbinden.


Nachhaltigkeit und CSR in den Outdoor-Hallen

Ein großer Schwerpunkt: Outdoor.
In den Outdoor Hallen (A1 bis A3) wird es in diesem Jahr zum ersten Mal einen Stand für „Nachhaltigkeit“ bzw. CSR (Corporate Social Responsiblitly) geben, auf dem die ISPO MUNICH für Experten einen Platz zum Netzwerken mit verschiedenen Themenschwerpunkten anbietet, also zum Beispiel Kommunikation, Lieferkette, Jobs etc.. Außerdem gibt es, den Marktsegmenten entsprechend, die Plattformen Outdoor Travel und Vertical Fitness. In der Halle A3 entsteht zum ersten Mal der Bereich „Snow & Safety“, der das Skitourengehen und die damit verbunden Sicherheitsaspekte und Performance Ausrüstung stärker in den Fokus rückt.

Da sind wir beim Thema Ski.
In der Halle A5 wird es einen eigenen Cross Country Bereich geben, in dem wieder alle wichtigen Trends und Potentiale zum Langlaufsport abgebildet werden.

Fokus auf dem Produkt in der Action-Sports-Branche 

Apropos Potenzial: Der Action-Sports-Bereich hat zuletzt unter spät einsetzenden Wintern gelitten. Die ISPO MUNICH reagiert mit einem neuen Hallenkonzept…
Die Action-Sports-Branche ist unter Druck, Marketing-Budgets werden überdacht, der Return on Investment ist maßgeblich für jede Entscheidung relevant. Und dieser Entwicklung haben wir Rechnung getragen.

John Jansen (rechts) mit Markus Hefter (Mitte) und Tobias Gröber (links) (Quelle: Jan Frommel)
Markus Hefter (Mitte) im Gespräch mit Tobias Gröber, Director ISPO Group (links) und John Jansen, Präsident der European Outdoor Group (rechts).
Bild: Jan Frommel

Seit wann gibt es diese Entwicklung?
Seit den 90er Jahren sind die Stände auf der Messe mit der Branche gewachsen, die Identität einer Marke wurde häufig über die Standgröße und dem Auftritt auf der Messe definiert. In den vergangenen Jahren sind die Stände wieder kleiner geworden, einige Key Player stellen die Beteiligung aufgrund hoher Kosten infrage. 

Wie handelt man da als Messe?
Unser Ziel war es also, gemeinsam mit den wichtigen Playern der Branche ein neues Konzept zu entwickeln, das für ein klar kalkulierbares Budget größtmögliche Transparenz und eine erfolgreiche Messebeteiligung verspricht. Wir sprechen alle Marken an, die Shred & Ride verstehen sowie die Notwendigkeit einer internationalen Branchenplattform sehen.

Der Fokus der Präsentation sollte wieder auf den Highlights der Kollektion liegen, dem Produkt an sich und den Innovationen und nicht in erster Linie auf dem Marketingauftritt des Unternehmens.

Wir wollen also den Blick schärfen auf das, was die Branche groß gemacht hat: Innovative, spannende Produkte, die Leidenschaft aller Beteiligten und als Community gemeinsam auch zu feiern.

Das neue POLYGON-Konzept auf der ISPO MUNICH

Wie wird das neue Konzept von den Ausstellern angenommen?
Bisher sind über 2.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche gebucht. Das ist ein guter Anfang, speziell für ein neues, erklärungsbedingtes Konzept. Wir haben einige Marken als Aussteller begeistern können, die in den letzten Jahren nicht mehr an der ISPO MUNICH teilgenommen haben. Zahlreiche andere Marken geben ihren bisherigen Stand auf und haben in POLYGON gebucht. Wir sind aktuell noch in der Akquisition und finalisieren gerade das Rahmenprogramm.


Wie schauen die Extras aus?
Die Funktion der Halle als der Branchentreff ist ein wichtiges Kriterium für die Gestaltung. Neben einer zentralen Bar- und Loungefläche wird insbesondere die Abendgestaltung mit einem täglichen After Work und einem musikalischen Top Act an einem der Abende ein Highlight.

Zusätzlich haben wir für alle Aussteller, die POLYGON buchen ein Kontingent an Einladungen für Top Händler im Gesamtpreis inkludiert. Im Top Buyer's Programm organisieren wir die Anreise, das ISPO MUNICH Ticket sowie die Unterkunft ohne Extrakosten für die teilnehmenden Händler.

Was ist noch neu?
In der B6 werden zusätzliche Plattformen ihr zu Hause finden, unter anderem die neue Base für Blogger – unsere ISPO Bloggers Lounge, Tailgate, Longboard Embassy und Sneakology.

Besonders wichtig ist uns auch das Watersports Village in der Halle A6 – das Thema wird durch das „Cold Water Surfing“ Areal ergänzt und wird damit einmal mehr zum Ganzjahresschwerpunkt.

Retail Lab verbindet Kunden

Welche Highlights wollen Sie außer den genannten Themen setzen?
In unserem Retail Lab im Eingang Ost zeigen wir zukunftsweisende Technologien, die unsere Kunden bei der Ausübung Ihrer Geschäftsbeziehung unterstützen und zeitgemäße Lösungen für die Kommunikation zwischen Händlern, Marken und Kunden erlauben.

Zudem wird es einen ISPO Showroom im Eingang Ost geben, in dem wir gezielt alle unsere eigenen Services und Dienstleistungen gebündelt erklären werden. Wir zeigen die gesamte ISPO-Welt an einem Stand. Ein wichtiges Thema wird dabei auch die Jobbörse sein. Seit zwei Jahren gib es sie deutschlandweit, jetzt bieten wir Stellen in der Branche europaweit an. Es wird in jedem Fall spannend auf der ISPO MUNICH 2017! Nicht nur für die Frauen (lacht).

Der nächste Schritt in der Action-Sports-Welt: ISPO POLYGON bringt die Szene mit einem völlig neuen Hallenkonzept zusammen – da darf Ihr Unternehmen nicht fehlen! >>>

Lars Becker (Quelle: Lars Becker)
Ein Beitrag von Lars Becker, Autor
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