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 Sport Business in Japan: Hier müssen Verbesserungen her
ACADEMY | 29.08.2016

Der Sportmarkt in Japan wächst nur langsam

ISPO ACADEMY: „Die japanischen Händler arbeiten auf hohem Niveau“

Sport Business in Japan: Hier müssen Verbesserungen her. Markus Hefter, Exhibition Group Director ISPO, bei einer ISPO ACADEMY Session. (Quelle: MH)
Markus Hefter, Exhibition Group Director ISPO, bei einer ISPO ACADEMY Session.
Bild: MH
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Die ISPO ACADEMY kommt nach Japan und trifft dort auf einen Sportmarkt, der sich deutlich von Europa unterscheidet. Takaya Miyoshi, Senior Associate von ISPO in Japan, erklärt, warum der Fokus in Tokio auf Großhändlern, Herstellern, Marken sowie Importeuren liegt. 

Die zweite Auflage der ISPO ACADEMY am 2. September in Japan setzt sich mit dem Sport-Business in einem ganz speziellen Marktumfeld auseinander: Die Wirtschaft in Japan wächst nur langsam, gerade kleinere und mittlere Betriebe tun sich schwer. Noch sieht sich der Handel gut aufgestellt. Auch die Chancen für Investoren stehen gut. 

ISPO.com: Herr Miyoshi, wie beurteilen Sie derzeit die allgemeine Entwicklung am japanischen Sportartikel-Markt, auch im Zusammenhang mit der generellen wirtschaftlichen Lage in Ihrem Land?
Takaya Miyoshi: Grundsätzlich geht es mit der japanischen Wirtschaft allmählich wieder aufwärts. Es ist aber auch so, dass sich die größeren Konzerne schneller erholen als die kleinen und mittleren Unternehmen. Das hat mit den Steuerungsmaßnahmen der Regierung zu tun und mit dem Umstand, dass die Wirtschaft ein bisschen Zeit braucht nach einigen Jahren des Stillstands. 

Hier finden Sie alle Details zur ISPO ACADEMY in Tokio am 2. September 2016.


Die Bevölkerung spürt den Aufschwung noch nicht
Die Menschen hier sagen, dass sie das wirtschaftliche Wachstum noch nicht spüren können. Aufgrund des Eindrucks, dass sich die großen Unternehmen recht schnell erholen, während sich die Mehrheit der kleineren Firmen noch Zeit nehmen muss, gibt es eine Kluft zwischen den kleinen und den großen Unternehmen. Und die, so sieht es aus, wird eher noch größer.

Lesen Sie hier: Ein Outdoor-Experte erklärt: Warum die Outdoor-Branche umdenken muss.

„Japanischer Einzelhandel auf hohem Niveau“

Wo sehen Sie den Nutzen der ISPO ACADEMY in einem Markt, der sehr vertikal ausgerichtet ist, also der Einzelhandel in einem hohen Maß unter der Kontrolle der Lieferanten steht?
Der größte Wert der ISPO ACADEMY in Japan ist ihr Name. Der Nutzwert liegt darin, dass ISPO ihr eigenes Wissen mit unserer Sportbranche teilt. Tatsächlich sind es weniger – wie zum Beispiel in Europa – die Einzelhändler, die unser Angebot schätzen, sondern mehr die Großhändler, Hersteller, Marken und Importeure. 

Die japanischen Händler arbeiten auf hohem Niveau, was das Know-How und die Qualität der Verkäufer betrifft. Die meisten Einkäufer kennen auch die Endkonsumenten sehr genau. Sie kaufen nur Ware, von der sie selbst überzeugt sind, und schauen sehr genau in die Produkte.

Hier erfahren Sie alles über ISPO ACADEMY

Schon längst in Asien etabliert: Die ISPO ACADEMY um Takaya Miyoshi, Senior Associate von ISPO in Japan (3. v.l.), und Markus Hefter, Exhibition Group Director ISPO (3.v.l.). (Quelle: MH)
Schon längst in Asien etabliert: Die ISPO ACADEMY um Takaya Miyoshi, Senior Associate von ISPO in Japan (3. v.l.), und Markus Hefter, Exhibition Group Director ISPO (3.v.l.).
Bild: MH

Richtet sich die ISPO ACADEMY in Japan mehr an den Groß- als den Einzelhandel?
Der Reinverkauf in den Handel ist in Japan ein hartes Geschäft. Die japanischen Händler kaufen nur das, von dem sie sicher sind, dass sie es auch abverkaufen können. In diesem Sinn sind die Händler hier sehr professionell. Es gibt deswegen auch weniger Warenüberhänge, die in die nächste Saison mitgenommen werden als zum Beispiel in Europa, was die Bestellungen für die nächste Saison negativ beeinflusst. Aus diesem Grund ist unsere Zielgruppe für die ISPO ACADEMY nicht primär der Einzelhandel. Wir konzentrieren uns auf andere Schwerpunkte:

  • Hersteller, die den europäischen Markt erobern wollen,
  • Marken, die andere asiatische Länder penetrieren möchten,
  • Importeure und Großhändler, die neue ausländische Marken und Produkte in Japan verkaufen möchten und
  • die Vermarktung von Tourismusgebieten.

Lesen Sie hier: Ab ins Wasser – China entdeckt Stand-up-Paddling

Wie beurteilen Sie das Sportbusiness innerhalb Asiens, zum Beispiel zwischen China und Japan?
Das ist eine wirklich schwierige Frage. Soweit ich das beurteilen kann, gibt es in China gute Informations-Plattformen, auf denen man sich über mögliche Investitionen in Japan informieren kann. Wenn zum Beispiel eine Immobilie verkauft wird, bekommen wir das hier in Japan gar nicht mit bis der Deal steht.

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Der Bedarf an Information ist enorm hoch.
Im Hakuba Skigebiet, wo ich selbst ein Wintersport-Geschäft betreibe, schafft es das Tourismusbüro der Gemeinde nicht mal wirklich, einen Überblick über die Unterbringungs-Möglichkeiten zu liefern. Hinzu kommt, dass ausländische Investoren, wenn sie mal gekauft haben, gar nicht viel Werbung in Japan selbst machen. Die Bürger von Hakuba merken vielfach erst, dass ein örtliches Hotel ins Ausland (zum Beispiel nach China oder Australien) verkauft worden ist, wenn sich plötzlich viele Ausländer dort einmieten.

Hier fehlt es ein wenig an Information für die örtlichen und auch die internationalen Marktteilnehmer. Aus diesem Grund möchte ich dieser wunderbaren Wintersport-Region auf der ISPO ACADEMY einen gewissen Stellenwert einräumen.

Weiterbildung im Sport Business – das ist die ISPO ACADEMY

Markus Huber (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von Markus Huber, Autor
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