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 Puma und Bolt: Eine Partnerschaft, die nicht gut funktioniert
Sportbusiness | 27.07.2016

Puma wächst, verliert aber den Anschluss an die Konkurrenz

Warum Puma die Partnerschaft mit Usain Bolt besser nutzen muss

Puma und Bolt: Eine Partnerschaft, die nicht gut funktioniert. Brav die Puma-Schuhe in die Kamera halten: Usain Bolt ist das Aushängeschild des Sportartikelherstellers. (Quelle: Imago/Sven Simon)
Brav die Puma-Schuhe in die Kamera halten: Usain Bolt ist das Aushängeschild des Sportartikelherstellers.
Bild: Imago/Sven Simon
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Der Umsatz von Sportartikelhersteller Puma wächst im zweiten Quartal 2016 immerhin um sieben Prozent, kann aber nicht mit Nike, Adidas und Under Armour mithalten. Da die Konkurrenz dynamischer wächst, muss sich der Konzern aus Herzogenaurach Kritik an seinen Marketing-Maßnahmen mit Usain Bolt gefallen lassen. 

Der Umsatz beträgt laut den neuen Quartalszahlen 827 Millionen Euro, währungsbereinigt sind das sogar ein Anstieg von rund 13 Prozent. Vor allem der neue Fokus auf Frauen-Mode sei ein Wachstumsmotor, zudem seien alle Segmente bis auf Motorsport gewachsen, sagte Puma-Boss Björn Gulden.

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Trotz des Wachstums zieht die Konkurrenz immer weiter davon: Under Armour hat Puma bereits 2015 den dritten Platz im Ranking der größten Sportartikelhersteller der Welt abgenommen. Die Amerikaner schafften im ersten Quartal 2016 ein Wachstum von mehr als 30 Prozent (lesen Sie hier die ausführliche Nachricht).

Marketingmaßnahmen funktionieren bei Puma allerdings längst nicht so gut wie bei der Konkurrenz: Aushängeschild Usain Bolt steht bei Puma unter Vertrag, seit er 15 ist, brach seitdem Weltrekorde und zählt zu den größten Leichtathleten aller Zeiten – doch wirklich profitieren konnten die Herzogenauracher noch nicht von diesem Deal.

Kritik an Pumas Marketing mit Usain Bolt

Deshalb sieht sich Puma massiver Kritik ausgesetzt: Dem Wall Street Journal sagte Matt Powell, Analyst beim amerikanischen Marktforschungsinstitut NPD Group: „Bolt ist ein unglaublicher Athlet“, der Puma viel Glaubwürdigkeit gegeben habe. Allerdings habe Puma „zu wenig“ dafür getan, um mit dieser Partnerschaft Erfolg zu haben. So wurde Bolt für interne Zwecke gebucht, die keinerlei Außenwirkung hatten.

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Puma-CEO Björn Gulden sagte dem WJS, Bolt habe seine Werbe-Aktivität in letzter Zeit stark zurückgefahren. Außerdem seien Sprinter-Laufschuhe für den Massenmarkt nicht gemacht: „Wer kauft schon Schuhe mit Spikes? Niemand."

Lesen Sie hier: Digital-Experte Thomas Knüwer kritisiert Pumas Social-Media-Strategie: „Besser abschalten“

Bolt: „Ich bin wie Michael Jordan“

Immerhin: Nach seinem Karriereende, das Bolt sich bereits nach Olympia 2016 in Rio vorstellen kann, sei fest eingeplant, dass er eine eigene Schuh-Kollektion für Puma entwerfe. Dann habe Bolt auch mehr Zeit für Marketing, sagt Gulden. 

Hier finden Sie alle News und Geschichten rund um Sportartikelhersteller Puma.

„Ohne Zweifel“ werde er Puma weiter promoten, denn er sei „eine der wenigen Personen neben Michael Jordan, die für etwas stehen, das die Leute kennen. Einen Schuh zu kreieren wäre toll.“

Wenigstens damit könnte Puma der Konkurrenz nacheifern: Nike stellt längst die „Air Jordan“-Kollektion, benannt nach Basketball Superstar Michael Jordan, her und Adidas ist erfolgreich mit seinen Stan-Smith- oder Franz-Beckenbauer-Schuhen. 

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ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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