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 2 Milliarden! Das zahlen die Sponsoren bei Olympia 2016
Olympia | 28.07.2016

Olympische Spiele in Brasilien

Sponsoren bei Olympia 2016 in Rio: Das Milliardengeschäft mit den Ringen

2 Milliarden! Das zahlen die Sponsoren bei Olympia 2016. Schon bei der Qualifikation im Synchronschwimmen vor Olympia immer groß vertreten: Visa ist „Worldwide Olympic Partner“. (Quelle: Imago/Insidefoto)
Schon bei der Qualifikation im Synchronschwimmen vor Olympia immer groß vertreten: Visa ist „Worldwide Olympic Partner“.
Bild: Imago/Insidefoto
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Die Olympia-Sponsoren bringen bei den Sommerspielen 2016 von Rio geschätzte zwei Milliarden Euro in die Kassen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Damit sind die Sponsoren neben den TV-Rechte-Inhabern die wichtigste Geldquelle. Doch neben dem IOC profitieren auch die Unternehmen.

Die Firmen buhlen nicht nur um Sponsorenverträge mit dem IOC, sondern auch um die  Athleten. Eine Olympia-Teilnahme, erst recht eine Medaille, erhöht den Marktwert der Sportler immens.

ISPO.com verrät, wer die Geldgeber bei Olympia 2016 in Brasilien (5. bis 21. August) sind, was sie bezahlen und wie die Werbekampagnen ankommen. 

Wer ist überhaupt Olympia-Sponsor?

Es gibt verschiedene Gruppen von Sponsoren bei Olympischen Spielen. Elf Giganten dürfen sich „Worldwide Olympic Partners“ nennen, die mit dem IOC längerfristige Verträge zumindest über einen Olympiazyklus von vier Jahren abschließen:

Coca-Cola, McDonalds, Visa, Bridgestone, Samsung, Panasonic, Omega, Procter & Gamble (P&G), General Electric (GE), Dow und Atos.

Jedes dieser Unternehmen zahlt für den Vierjahreszeitraum von 2013 bis 2016 geschätzte 100 Millionen Euro an das IOC und kann dafür direkt mit dem Megaevent werben. Ab 2017 ist Toyota neu mit im Boot. 


Die zweite Gruppe sind die „Official Sponsors of 2016 Rio Olympic Games“, die ihr Geld direkt an das Olympia-Organisationskomitee von Rio zahlen. Das sind neben dem Automobilpartner Nissan meist brasilianische Unternehmen wie Embratel, Bradesco, Claro, Net, Correios.

In der dritten Sponsoren-Kategorie („Official Supporters of Rio 2016 Olympic Games“) stehen zehn Unternehmen, zu denen Cisco, Globo oder Latam Airlines gehören.

Weitere 30 Unternehmen sind „Official Supplier of Rio 2016 Olympic Games“. Darunter sind bekannte Firmen wie Nike, Microsoft, AirBNB, Eventim oder C&A. 

Das Organisationskomitee der OIympischen Spiele in Rio hofft insgesamt auf Sponsoring-Einnahmen von etwa einer Milliarde Euro.

Lesen Sie hier: So profitieren die Sponsoren von der Euro 2016

Wer sind die bekanntesten Olympia-Sponsoren?

  • 1. Coca-Cola: Der Beginn der Unterstützung bei den Olympischen Spielen datiert auf die Sommerspiele 1928 zurück, als das Getränk erstmals Athleten und Zuschauern angeboten wurde. Damit ist der Getränke-Gigant am längsten mit Olympia verbunden. Coca-Cola verwendet in den sozialen Medien den Hashtag #THATSGOLD. Die Stars bei Olympia 2016: u. a. Zehnkampf-Star Ashton Eaton und Fußballerin Alex Morgan.

  • 2. McDonald's: Das Unternehmen tauchte erstmals 1968 bei den Olympischen Winterspielen auf. Damals beklagten sich die US-Athleten, dass ihnen im französischen Grenoble die gewohnten Hamburger des Unternehmens fehlen würden. McDonald's ließ daraufhin einfach Burger in die „Grande Nation“ einfliegen. Seit 1976 ist das Unternehmen offizieller Sponsor. McDonald's' Hashtag: #FriendsWin. Die Stars bei Olympia 2016: u. a. Die McDonald's-Kids bei der olympischen Eröffnungsfeier.

  • 3. Swatch/Omega: Die Swatch Gruppe – derzeit mit einer ihrer Hauptmarken Omega vertreten – war mit wenigen Ausnahmen seit den Olympischen Spielen von 1932 in Los Angeles für die Zeitnahme beim Megaevent zuständig. Jedes Mal, wenn ein Weltrekord oder einfach nur eine Zeit eingeblendet wird, geht das Logo um die Welt. Seit 2004 ist das Unternehmen als Sponsor auch „Worldwide Olympic Partner“ des IOC. Hashtag: #OmegaVivaRio. Stars bei Olympia 2016: u. a. Michael Phelps.

  • 4. Visa: In den olympischen Sportstätten darf nur mit Bargeld oder eben der Visa-Kreditkarte bezahlt werden. Das Unternehmen ist seit 1986 als Top-Sponsor dabei und vor allem für seine Spots mit bedeutsamen Olympia-Momenten berühmt. Hashtag: #TeamVisa. Stars bei Olympia 2016: u. a. das Flüchtlings-Team bei den Olympischen Spielen von Rio, insgesamt über 350 Sportler weltweit.

Was bringt das Sponsoring bei Olympia?

Das ist umstritten. Bei Olympia-Sponsoren wie Coca-Cola, McDonald's oder Visa fließt durch die Verkäufe an den Sportstätten direkt Geld in die Kasse. Sportartikelhersteller partizipieren dagegen höchstens indirekt. „Im Umfeld von Fußball-Großereignissen wie der WM oder EM werden Millionen Trikots verkauft, bei Olympia ist das nicht der Fall. Dafür ist die weltweite Wahrnehmung der Marke wertvoll“, sagt ein Adidas-Sprecher.

Adidas rüstet neben zahlreichen internationalen Stars zum Beispiel in der Leichtathletik auch das deutsche Olympia-Team mit Kleidung aus – diesmal auch für die Eröffnungsfeier.

In einer internationalen Umfrage zum Thema Wahrnehmung von Olympia-Sponsoren belegt Coca-Cola Platz eins. Kurios: Unter den 15 am meisten genannten Unternehmen war aber die Hälfte überhaupt kein Olympia-Sponsor. 

Das sind die Top-Verdiener bei Olympia


Lesen Sie hier: So versuchen Unternehmen von sportlichen Großereignissen zu profitieren, ohne offizieller Sponsor zu sein.

Noch kurioser sind die Anordnungen des IOC, die genau beschreiben, was Nicht-Olympia-Sponsoren während der Spiele in Rio alles untersagt ist. Der Autor und Blogger Malte Spitz machte auf eine Präsentation des Deutschen Olympischen Sportbundes aufmerksam: So seien „Ausdrücke, die in Verbindung mit den Olympischen Spielen gebracht werden (Olympische Spiele, Deutsche Olympiamannschaft, Rio 2016), in Werbematerialien oder in Social-Media-Inhalten“ nicht zur Verwendung freigegeben.

Selbst „Social-Media-Inhalte mit olympischen Bezug von IOC/ OCOG RIO2016/DOSB/Deutsche Olympiamannschaft“ dürfe man nicht „retweeten“ oder „teilen“. Auch alltägliche Begriffe wie „Sommer“ oder „Spiele“ dürften nicht in der Social-Media-Kommunikation verwendet werden.

Lesen Sie auch: Darf ich noch zu #Olympia twittern?


Wie aktivieren die Olympia-Sponsoren das Publikum?

International laufen schon verschiedene Kampagnen für Olympia 2016 in Rio. P&G erzählt die emotionalen Geschichten von olympischen Athleten und ihren Müttern: „Thank you, Mom“Panasonic wirbt mit dem brasilianischen Fußballstar Neymar, Visa unterstützt das Flüchtlings-Team in Rio, das unter der olympischen Flagge starten wird.

Coca-Cola setzt erstmals verstärkt auf den Faktor Social Media. „Es ist jetzt ein komplett anderes Spiel, in London 2012 hat das Phänomen Social Media erst begonnen“, sagt Kate Hartman, Marken-PR-Chefin des Unternehmens zur „PRWeek“. Zu Facebook und Twitter seien viele andere wichtige Tools wie Snapchat oder Instagram gekommen. 

Coca-Cola engagiert Social Media Influencer

Deshalb hat Coca-Cola neben einer Kampagne „Taste the golden feeling“ für traditionelle Medien wie TV oder Zeitungen auch sogenannte „Social Media Influencer“ mit in den Mix aufgenommen. So werben zum Beispiel der britische British YouTuber Jake Boys, die kanadische Mode-Bloggerin Allie Evans oder die australischen Schwestern Cody und Alli Simpson in Sachen Rio 2016. Sie sollen die Botschaft #THATSGOLD unters (junge) Volk bringen.

Lars Becker (Quelle: Lars Becker)
Ein Beitrag von Lars Becker, Autor
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