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 ISPO MUNICH 2017: Neues Konzept für Action-Sports-Hallen
Action-Sports | 28.06.2016

„Wettrüsten muss ein Ende haben“

Neues Hallenkonzept für Action-Sports auf der ISPO MUNICH 2017

New Action-Sports area: the products and innovations are put back into the focus. (Quelle: Mark Gallup/Red Bull Content Pool)
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„Back to the roots“ – unter diesem Motto steht das neue Polygon-Konzept, mit dem ISPO wichtige Aussteller im Action-Sports-Bereich über die die geplanten Neuerungen auf der ISPO MUNICH 2017 informiert. Die Halle B6 soll dabei die zentrale Anlaufstelle für die Action-Community sein und Signalwirkung für die ganze Branche haben: die Produkte und Innovationen stehen wieder stärker im Vordergrund. ISPO.com hat sich bei den Brand-Vertretern umgehört und Feedback gesammelt.

Bei einer Auftaktveranstaltung mit renommierten Brand-Vertretern im Münchner Seehaus präsentierten Markus Hefter, ISPO Exhibition Group Director, und Community Manager Jose Moreno das neue Konzept. „Actionsport war immer und ist nach wie vor essenzieller Bestandteil der ISPO MUNICH. Unser All-Inclusive-Angebot Polygon bietet allen Marktteilnehmern die Möglichkeit an der ISPO MUNICH teilzunehmen und gemeinsam als Branche ein Statement zu setzen – es gibt keine Ausreden mehr, nicht teilzunehmen“, sagte Markus Hefter.

Lesen Sie hier: Markus Hefter: „Action-Sports braucht gemeinsame Visionen“

Galerie: Das ist die neue Action-Halle


Starke Leistungen zu fairem Preis 

Polygon biete eine perfekte Arbeits- und Netzwerkplattform mit klarem Fokus auf dem Produkt zu einem klar kalkulierbaren Investment, sagte Hefter: Das All-Inclusive-Paket ist ab 5000 Euro erhältlich, Customer-Service-Hotline und Website sind inklusive, es gibt Muster-Angebote für vier Standtypen.

Der Business-Aspekt rückt wieder in den Mittelpunkt. Durch niedrige Standhöhen und zentralem Mittelgang mit täglichem After-Work-Bereich wird die Halle B6 zur offenen Networking-Business-Plattform.

Wichtig ist auch der Nachhaltigkeitsaspekt: Die langfristige Planung (das Konzept ist auf mindestens drei Jahre angelegt) steht klar für Wiederverwendbarkeit – unter anderem, da es keine unnötigen Werbemittel produziert, Teppichflächen sind nicht vorgesehen. 

Lesen Sie hier: Action-Sports auf dem Weg aus der Krise


Und das sagen die Brands aus dem Actionsports-Bereich zum neuen Hallenkonzept:

Peter Bauer, Geschäftsführer und Gründer AMPLID und PALLY’HI

„Ich bin äußerst angetan von diesem neuen Konzept der ISPO für die Action-Halle B6. Ich wurde von den Verantwortlichen ja schon im Vorfeld zurate gezogen und durfte meinen Input einbringen – das halte ich schon einmal für eine gute Idee: auf die Brands zuzugehen und ihre Wünsche abzufragen.

In der Branche ist man längst zur Erkenntnis gekommen, dass die Zeit der Muskelspiele vorbei sein sollte. Wer hat den größten Stand, wer macht die lauteste Musik, wer ist der größte Kraftprotz? Das sind Themen von gestern, die heute – auch angesichts der überall geführten Etat-Diskussion – keine Rolle mehr spielen sollten. Mit diesem neuen Hallenkonzept wird es gelingen, dass die Unternehmen einerseits Kosten sparen, andererseits der Hauptfokus aber wieder beim Business liegt. 

Auch die Idee des Care-Free-Pakets und der modulierten Zusammensetzung ist klasse, Natürlich sind die opulenten Darstellungsmöglichkeiten jetzt etwas limitiert worden, aber das ist ja genau die Idee: Der Schwerpunkt liegt wieder auf dem Produkt, nicht auf seiner Inszenierung. Und vor allem ist nun die Kreativität der Brands gefragt, nicht das Protzen. Das bietet doch auch den großen Brands neue Chancen.

Insgesamt erwarte ich mir auch durch den Business-Charakter deutlich bessere Möglichkeiten zum Austausch und eine offenere Community. Davon profitieren alle.

Sehr gut finde ich auch, dass der ökologische Aspekt eine wichtige Rolle spielt. Wenn man sieht, wie groß die PVC-Belastung bei anderen Messen, die noch auf Teppiche setzen, immer noch ist und wie schlimm der Produktverschleiß ist: Da hat dieses Konzept tatsächlich Vorbild-Charakter. Das ist ein idealer Prototyp, der gerade auch für die Outdoor-Branche, in der ja verstärkt auf Nachhaltigkeit geachtet wird, sehr wichtig sein könnte. Ich fühle mich jedenfalls sehr gut mitgenommen bei diesem neuen Hallenkonzept.“ 

Will wieder etwas mehr Bodenhaftung haben: Die Action-Sports-Branche. (Quelle: Imago/Xinhua)
Will wieder etwas mehr Bodenhaftung haben: Die Action-Sports-Branche.
Bild: Imago/Xinhua

Tommy Delago, Eigentümer und Gründer NITRO:

„Grundsätzlich geht dies in eine tolle Richtung. Das Wettrüsten um den größten Stand muss ein Ende haben, sonst kommt irgendwann keiner mehr. Und der Handel muss sich wiederfinden, es muss um die Produkte gehen. Dem wird mit dem neuen Konzept deutlich Rechnung getragen. Die einladende, offene Gestaltung wird das ungezwungene Miteinander der Snowboard-Industrie unterstützen. Und alleine aus wirtschaftlichen Gründen ist es sehr vernünftig, wenn es nicht nur um die Präsentationen geht, sondern um die Produkte.“

David Pitschi, Global Brand Manager SALOMON:

„Ich finde sehr wichtig, dass das Brand Image im Mittelpunkt stehen kann und die Identität der Marke herausgestellt wird. Und das geschieht am besten über die Produkte. Deswegen wäre es auch mein ausdrücklicher Wunsch, dass es wieder On-Snow Snowboard Testing geben wird.

Es wird interessant zu sehen, wie sich die Keyplayer engagieren. Das hat Auswirkungen auf die ganze Branche und den Handel. Das Konzept ist sehr interessant und bietet einen neuen Ansatz. Ich glaube, dass es eine gelungene Sache wird, wenn möglichst jeder mitmacht.“ 

Lesen Sie hier: Alle News zum Thema Sportbusiness und Snowboard

Michael Fiebig, Sales Manager DAKINE:

„Wie viele andere Austeller kommen wir von einem hohen Invest. Das neue Konzept ist deshalb schon aus finanziellen Gründen sehr interessant für uns und wir finden es sehr spannend. Die ISPO ist ja die Veranstaltung, die nach wie vor die beste Plattform für den Sportfachhandel bietet.

Am neuen Konzept gefällt mir, dass wir wieder von einer reinen Marketing-Messe hin zu einer Business- und Order-Messe zurückgehen. Deshalb ist es mir sehr wichtig, dass zum Beispiel laute Musik und Standpartys reglementiert werden und wir so mehr Möglichkeiten haben, Geschäfte zu machen.

Dass die ISPO eine reine B2B-Messe bleibt, finde ich aus den genannten Gründen sehr gut. Gleichzeitig freue ich mich aber auch, dass über ISPO.com ein neuer Kanal zum Kunden aufgemacht wird. Die sich ändernde Marktstruktur zwischen Online und stationärem Handel erfordert das. Der Endkunde muss frühzeitig informiert und geschult werden, um zu wissen, warum er unsere Produkte kaufen soll.“


Marian Kaeding, General Manager Europe MERVIN:

„Das ist ein sehr spannender Ansatz, vor allem auch, weil die Industrie, die Unternehmen, mitgenommen wurden. Nicht an den Brands vorbei zu managen, sondern gemeinsam mit ihnen Innovationen zu wagen, ist genau das richtige Signal an die Branche, gerade in diesen Zeiten.

Ich habe das Gefühl, dass die neuen Ansätze frisch sind, dass sie in der Branche gut angenommen werden. Zum einen, weil es sich durch dieses Konzept wieder mehr Brands leisten können, dabei zu sein. Und zum anderen, weil das Business wieder im Vordergrund steht und damit die Chance, die Community zu stärken.

Wichtig ist für mich, dass sich durch dieses Konzept die einzelnen Unternehmen nicht mehr abschotten werden, sondern sie wieder zusammenrücken als Community. Somit wird die ISPO MUNICH zu einer neutralen Plattform, in die alle gemeinsam ihren Content einbringen mit dem Ziel, sich auszutauschen.“

Philipp Kämmerer, Sales und Marketing Manager ROMESNOWBOARDS:

„Es ist gut, dass etwas verändert wird, und es ist genau die richtige Zeit jetzt, dies zu tun. Das Konzept stößt auf großes Interesse, hoffentlich bei allen: den Keyplayern, der Händlern, den Distributoren.

Ich finde es sehr gut, dass es wieder Aspekt der Trade Show stärker in den Vordergrund stellt. Der Fokus auf dem Business-Aspekt macht es in Zeiten schwieriger Etats deutlich leichter zu argumentieren, warum man dabei sein sollte.“

Joni Mäkinen, European Marketing UNION BINDING COMPANY

„Alles ist einfacher geworden, klar strukturiert, clean und ohne Sperenzchen. Das wurde unter dem Aspekt ,Back to the roots' hervorragend zusammengefasst. Aus meiner Sicht sind das beste Voraussetzungen für einen Re-Start.

Die Szene braucht keine Competition, wer den größten Stand bauen kann, sondern es muss wieder um den Sport an sich gehen und um die Produkte. Nur dann macht es für alle Sinn.

Ich habe die Hoffnung, dass wieder mehr Business betrieben werden kann. Und dass es nicht mehr um die Show geht. Diese Rückbesinnung ist eine Challenge – mit großen Chancen. Es wird vielen Händlern den Zugang erleichtern. Ich hoffe, dass viele kommen.“

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Gunnar Jans ist Chefredakteur von ISPO.COM (Quelle: www.goettlicherfotografieren.de)
Ein Beitrag von Gunnar Jans, Chefredakteur
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