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 Greenpeace: Lob und Kritik für Outdoor-Branche
Nachhaltigkeit | 25.01.2016

Nachhaltigkeit

Greenpeace: Lob und Kritik für Outdoor-Branche

Greenpeace: Lob und Kritik für Outdoor-Branche. Greenpeace auf der ISPO MUNICH 2016 (Quelle: ISPO)
Der Stand von Greenpeace auf der ISPO MUNICH 2016
Bild: ISPO
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Greenpeace hat erneut die Verwendung von polyflourierte Chemikalien (PFC) durch viele Outdoor-Marken kritisiert, gleichzeitig aber auch die Anstrengungen der Branche zum schrittweisen Verzicht gelobt.

Zugleich stellte die Umweltschutzorganisation in einer Pressekonferenz auf der ISPO MUNICH die Ergebnisse ihres neuesten Produkttest vor. Das Fazit: In vielen Kleidungs- und Ausrüstungsstücken finden sich noch umweltschädliche Chemikalien.


Es ist selten, dass die Umweltschutzorganisation Greenpeace und die Industrie weitgehend einer Meinung sind. Bei der Pressekonferenz auf der Multisegmentmesse ISPO MUNICH zum neuen Produkttest von Greenpeace war das so. „Die gute Nachricht: Die Alternativen zu PFC sind da und sie werden schon genutzt“, sagte Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace. „Es gibt positive Veränderungen. Firmen wie Adidas investieren viel Geld in die Entwicklung PFC-freier Alternativen. Wir sind optimistisch, dass wir bald effiziente Produkte haben werden.“

Bekannte Marken arbeiten an PFC-Ausstieg

Einige gibt es jetzt schon auf dem Markt, im Greenpeace-Test wurden zum Beispiel in zwei Jacken von Vaude und Jack Wolfskin keine PFC festgestellt. Paramo hat sich sogar als erste Outdoor-Marke verpflichtet, künftig gänzlich ohne PFC zu arbeiten. Auf der Pressekonferenz fanden sich viele Vertreter bekannter Marken im Publikum, die ebenfalls ihre Bemühungen in diesem Bereich bekräftigten. Jack Wolfskin beispielsweise will bis 2020 ganz ohne PFC auskommen.


PFC sind nicht in der Natur vorkommende chemische Verbindungen, die Wasser und Schmutz von Outdoor-Kleidung abperlen lassen. Sie werden in der Umwelt kaum abgebaut und stehen im Verdacht, Schäden an Mensch und Natur zu verursachen.

„Die Outdoor-Bekleidung ist allerdings, relativ gesehen, nur für einen geringen Anteil per-fluorierter Chemie in die Umwelt verantwortlich. Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung aus dem Jahr 2013 stammen 0,5% der in deutschen Abwässern gefundenen bedenklichen, per-fluorierten Chemikalien (PFOA) von Outdoor-Jacken“, heißt es es in einer Stellungnahme des Bundesverbandes der deutschen Sportartikel-Industrie (BSI)

Produkte ohne PFC

Greenpeace hatte in seinem dritten Produkttest 40 Artikel (Jacken, Hosen, Schuhe, Zelte, Rucksäcke, Schlafsäcke, Handschuhe und ein Kletterseil) untersucht. In vier Produkten wurden keine PFC festgestellt. In elf Produkten fand sich die gesundheitsschädliche Perflouroktansäure (PFOA) „Wir fordern die Hersteller auf, sich einem ambitionierten Zeitfenster an unserer Detox-Kampagne zu beteiligen“, sagte Santen.

Die Botschaft ist bei den meisten Marken auf jeder Outdoor-Messe allerdings längst angekommen, so wurde ISPO-MUNICH-Aussteller Vaude als nachhaltigste Marke Deutschlands ausgezeichnet.

Lars Becker (Quelle: Lars Becker)
Ein Beitrag von Lars Becker, Autor
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