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 Dassler: Rote Karte für Korruption und Doping
Sportbusiness | 20.01.2016

„World Sports Forum“

Weltverbandschef Dassler: Rote Karte für Korruption und Doping

Frank A. Dassler (Quelle: Jan Frommel)
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Frank Dassler blickt als Präsident des Weltverbands der Sportartikelindustrie (WFSGI) optimistisch ins Jahr 2016. Neben einer stabilen Konjunktur machen Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich und die Olympischen Spiele in Rio Hoffnung. Korruption und Doping wird der Kampf angesagt.

Die Sportartikelindustrie soll Korruption und Doping in internationalen Sportverbänden die rote Karte zeigen. Das forderte Frank Dassler als Präsident des Weltverbandes der Sportartikelindustrie auf der Hauptpressekonferenz vor der ISPO MUNICH (24. bis 27. Januar): „Wir dulden Gesetzesübertretungen, wie beispielsweise Korruption, bei Verbänden, bei Funktionären, bei Athleten oder Vereinen genauso wenig, wie bei uns in den Unternehmen. Bei Korruption geht es in der Regel um Vorteilsnahme – schlimm genug. Aber bei Dopingverfehlungen wird auch mit der Gesundheit der Athleten – von Menschen – gespielt. Es muss uns gemeinsam gelingen, Doping, Spielbetrug oder Korruption die rote Karte zu zeigen.“


Gerade weil die Integrität des Sports für die Branche elementar sei, habe der Weltverband dieses Thema für die ISPO MUNICH aufgegriffen und stellt das „World Sports Forum“ des Weltverbands am kommenden Samstag, den 23. Januar, unter das Motto „Nachhaltigkeit, Ethik und Menschenrechte im Sport“.

Große Sportevents machen Hoffnung

Dassler erwartet ansonsten trotz der auf 3,4 Prozent gesenkten Wachstumsprognose ein gutes Jahr 2016 für die Sportartikelindustrie. „Was uns immer hilft, ist die hohe Popularität des Sports und seine gesellschaftliche Relevanz. Große Sportevents haben üblicherweise einen positiven Einfluss auf unser Geschäft. Daher blicken wir hoffnungsvoll auf die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich und auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Die beiden Sommerevents werden vermutlich wieder Rekord-Zuschauerzahlen vermelden – in den Stadien, beim Public Viewing, am Fernseher oder auf dem Smartphone“, sagte Dassler.

Wichtig für die Industrie sei, einen Handel 4.0 zu entwickeln, bei dem der Konsument im Mittelpunkt stehe. „Wenn wir nicht Angebote schaffen, die seiner Lebenssituation und seinem Kaufverhalten entsprechen, dann werden Händler, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen, ihren Laden über kurz oder lang schließen müssen“, warnte Dassler, der auch General Counsel der adidas AG ist. Ein Drittel der Händler in Deutschland hätten bislang keine eigene Internetpräsenz. „Der Handel nutzt die Zubringerfunktion des Internets also nicht oder nur unzureichend. Die Fachhändler müssen ihr Geschäft nicht komplett in einen Online-Shop umwandeln, aber sie sollten digitale Spuren hinterlassen. Denn es reicht heute nicht mehr, von morgens bis abends das Geschäft aufzusperren und auf Kunden zu warten“, so Dassler.


Für viele sei die Digitalisierung heute noch schwer greifbar, aber in Zukunft würden damit greifbare Produkte produziert. Dassler: „3D-Druck wird schon heute für Komponenten für Tennisschläger, Zwischensohlen für Laufschuhe oder Brillen eingesetzt. Viele reden vom „Internet der Dinge“, wir bringen die Dinge mittels Internet in naher Zukunft in die Läden.“ 

Lars Becker (Quelle: Lars Becker)
Ein Beitrag von Lars Becker, Autor
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