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Nr. 10 20.01.2010 Download:  File-Download
Ski Alpin - Innovationen für die nächste Saison
  • Industrie zeigt sich kreativ
  • Gefragt: moderne Interpretation der All-Mountain-Carver
  • Segmente Touren, BackCountry und Douple Tip wachsen weiter
  • Rocker-Shapes rocken jetzt in fast allen Skisegmenten  

Das Geschäft mit den Ski wird nicht leichter. Da Witterungsbedingungen als wirtschaftliche Gegebenheiten für den Skimarkt eine größere Bedeutung haben, Schnee und Kälte als die abverkaufsrelevanten Merkmale gelten. Zu den Folgen zählt, dass wohl in Zukunft noch weniger, wenn auch hochwertigere und damit teurere Ski verkauft werden.
 
Mittelbreiten machen Masse
Ambitionierte Schnee-Fans lassen sich davon allerdings nicht abhalten: So leistet sich etwa die jüngere Zielgruppe zwischen 14 und 25 die trendigen und im nächsten Winter wieder heiß begehrten Freestyle und Freeridemodelle – notfalls mit Finanzspritze der Eltern, um die durchwegs höherpreisigen Modelle für Park&Pipe und Off-Piste bezahlen zu können.
Die Masse der Schneefans setzt in Zukunft noch mehr als bisher auf einen Ski-Typ: Eine bequem zu fahrende und moderne Interpretationen eines All-Mountainski – quasi das Universaltalent –  mit Mittelbreiten ab 72 bis 80 mm aufwärts; für Herren wieder etwas länger als bislang, Frauen bleiben Körpergröße und darunter. Bei einer solchen Konstruktion funktioniert die breite Taillierung auch auf einer harten Piste hervorragend. Sie bietet zugleich sehr viel Fahrkomfort und Stabilität, wenn die Unterlage weich ist. Daher haben dabei auch noch größere Breiten wie etwa bis 90 mm durchaus Potential. Übrigens: Je breiter und tiefschneetauglicher die Ski werden, umso länger werden sie gefahren.
Alles in allem sieht die Branche den Markt für hochwertige All-Mountainski noch stärker zulegen als bisher. Im Fahrverhalten angenehm, einfach und sicher: vom Driften bis ruhigem Speed, von harter Piste bis verspurtem Tiefschnee. Und auch ausgelegt für das, was eben nun mal die meisten Skifahrer vorgesetzt bekommen: 90 Prozent hart gewalzte Kunstschneepiste statt Tiefschnee. Gebaut zudem für solche Skifahrer, die auf langfristige Qualität setzen und den Ski am liebsten über mehrere Saisons fahren. Optisch herrschen daher  meist ruhigere, gemäßigte Designs vor. Zudem kommen viele uni- und dezente Farben zum Einsatz, um zeitlos und dank jeder Menge Schwarz- und Weiß-Optiken auch recht wertig zu wirken.
 
Nachfrage verschiebt sich – Neuheiten kommen
Rennski werden im nächsten Winter noch einmal weniger nachgefragt und gebaut – bleiben aber dann auf einem stabilen Niveau. In den USA lassen sich Racing-Modelle sogar so gut wie kaum mehr verkaufen. Nach dem Motto „statt Kurven und Beschleunigung jetzt bitteschön mehr Freiheit und Bewegung“, profitieren nun auch alle anderen Ski-Kategorien von der Hightech-Entwichlung im Racing-Bereich: So machen allen voran teure Materialien wie Carbon die neue starke All-Mountainklasse noch laufruhiger, belastbarer und leichter. Ab der Saison 2010/11 kann dann der Fachhandel, dank einer federnd-gelagerten Carbon-Spindel im Skikörper des neuen Völkl Racetiger RC und SC, den Flex des Ski ganz individuell wie bei einer Maßanfertigung an den Fahrer anpassen: Per Schlüssel wird gespannt oder entlastet – je nach Gewicht, Alter und Können. Zudem sorgen integrierte Stahleinlagen für mehr Agilität. Neu ist auch eine Seitenwange für die neuen Racetiger Modelle. Sie besteht aus demselben Material wie der Belag. Das Ergebnis: weniger Reibung und mehr Geschwindigkeit. Ein Tribut an Nachhaltigkeit und Umwelt ist zudem ein Tourenski, der fast nur aus Holz besteht! Der neue Konzept-Ski gilt als Quantensprung in Sachen umweltgerechter und nachhaltiger Skifertigung. Blizzard arbeitet mit seiner neuen ‚IQ Power Full Suspension’-Technologie ebenso mit einer langen, schmalen Carbon-Kunstfaserplatte, die von Skischaufel bis zum Skiende zusätzlich flexibel gelagert ist und unter der Bindung mittels eines sichtbaren Öldruckstoßdämpfers wie ein Suspension-System beim Motorrad, bzw. Mountainbike, unerwünschte Schwingungen reduziert und dämpft. Damit bleibt der Ski durch die hohen Rückstellwerte sehr beweglich und ist auch bei hohen Geschwindigkeiten ohne Vibrationen kontrollierbar.
In dieselbe Richtung geht Elans neue Wave-Technology: Die Wellen führen jetzt über die gesamte Skilänge - auch unter der Bindung – was Flex und torsionale Stabilität noch weiter verbessert. Dazu erlauben Vollholzkern mit Titanium- bzw. Lithium-Verstärkung kontrolliertes, sportliches Skifahren mit Komfort und leichterer Schwungeinleitung.
Um genau diese Eigenschaften geht es auch bei den Neuheiten von Salomon und K2. Zu ihren Innovationen gehört u.a. die Übertragungen der Rockertechnologie aus dem Freeridebereich in das All-Mountain- und Einsteiger-, bei K2 sogar ins gesamte Segment. Bis vor fünf Jahren gehörten Rocker-Shapes ausschließlich zu Powder-Ski. Doch jetzt verleihen die 'On Pist Rocker-Shapes', das heißt aufgebogen an Skischaufel und Ende, auch All-Mountain- bis BackCountry-Ski eine sehr leichte Schwungeinleitung, damit ein müheloses Einfahren in die Kurve ohne zu verkanten - wie eine echte Servolenkung. Und das bei wechselnden Schneebedingungen. K2’s neue 6-teilige BaselineTM Technologie steckt in unterschiedlich stark ausgeprägten Rocker Designs und deckt damit Ski für jede Könnensstufe ab.
Rossignol startet mit einem neuen All-Mountain-Segment in diese wichigste Skikategorie: Ein Hybrid-Ski soll sowohl Balance und Stabilität bei allen Schneebedingungen vermitteln, ohne dabei die Essenz – nämlich Grip und Turn – zu vernachlässigen. Geschafft wird der Spagat indem die Oversize-Technologie des Carving-Ski und die Rocker Technologie der Freeride-Modelle gekreuzt werden. Nordica stattet Skilehrer und sportliche Fahrer mit dem neuen All-Mountainski ‚Aggressive Frontside’ aus: Dank Twin-Tip und Rocker Shape mit hohem Auftrieb werden Handling und Bandbreite an Fahreigenschaften fürs Gelände, Kicker, Park, Powder stark erhöht. Außerdem sorgen im neuen Dobermann Spitfire an vier Punkten befestigte Carbon-Einlagen für noch mehr Flexibilität bei gleichzeitig weniger Torsion. Das Ergebnis: exakteres Kurvenverhalten, hohe Rückstellwerte und damit mehr Stabilität in jeder Situation. Damit sparen Skifahrer enorm viel Energie, die dann für mehr Kraftübertragung auf den Ski genutzt werden kann.
Atomic hat nicht nur sein Doubledeck D2 Vario Cut – der Kombination aus variablem Sidecut und automatischer Flexadaption – mittels zwei neuen Elastomer-gelagerten Gleitverbindungen verbessert und verspricht so mehr zusätzliche Dämpfung und Drehfreudigkeit. Die Österreicher starten zudem gerade in der All-Mountain Linie ebenfalls mit Rocker-Konstruktionen. Und sorgen dank neuer Vorspannung und verlagerter Kontaktpunkte des Ski mit dem Schnee über bessere Fahreigenschaften und größere Einsatzgebiete. Die reichen je nach Profil der Modelle für Piste bis Powder. Neu ist zudem eine Bindung für Hobby-Rennfahrer. Bei ihr kann mit einer Schraubendrehung die Aggressivität des Kantengriffs verändert und die Position des Sohlenhalters auf die natürliche Fußstellung abgestimmt werden. Fischer widmet sich mit einem neuen Premium Label – einer Zweijahres-Kollektion – um Wertigkeit und Langlebigkeit. So wird der Holzkern mit Carbon ummantelt. Dazu lässt ein individuell einstellbares Bindungssystem mit flexibel gelagerten Gelenken den Ski durchgehend flexen. Mit diesem Label möchte Fischer dem Druck des Preiskampfes trotzen und auch den Fachhandel stärken. Mit einem neuen Universaltalent mit 80mm Taille und einer besonders elastischen Einlage im Ski wird für eine flexiblere Torsionssteifigkeit gesorgt. Mit ihr kann sich der Ski perfekt an Piste und Schneebedingungen anpassen, erlaubt hohes Tempo bis gemütliches Cruisen.
 
Back Country und Tour
In den USA ist diese Skikategorie im Schnitt deutlich breiter und beeinflusst nun auch Europa. Die neuen Tourenski lassen sich dabei in verschiedene Segmente unterteilen: In aufstiegsorientierte Leichtgewichte und traditionelle Tourenski mit Breiten zwischen 75 und 80mm. Und im Trend, die noch breiteren, abfahrtsorientierten Tourenski mit bis zu 100mm Breite. Dank Einsatz neuer Konstruktionen und Materialien kann hier das Gewicht noch mehr als bisher gesenkt und die Ski stabiler gebaut werden. Zudem werden sie nun noch stärker tailliert, was sie drehfreudiger und alltagstauglicher macht, für mehr Auftrieb und insgesamt mehr Spass bei der Abfahrt sorgt. Noch breitere Ski erschweren dann allerdings das Laufen in den Spuren oder das Traversieren von harten Hängen. 
Der Leihmarkt diversifiziert sich
Weniger Wochen Skiurlaub, dafür öfter mal eine Tagesfahrt, die gestiegenen Set-Preise, selbst bei Ermäßigungen – all das stärkt den Leihmarkt enorm. Trends hier: Neben Einsteiger- und Mittelklasse-Modellen versorgen nun immer mehr VIP-Konzepte mit Performance-Ski auch anspuchsvollere Kunden. Über spezielle Demo-Konzepte können interessante Ski erst einmal getestet, um dann zu einem interssanten Preis gekauft zu werden. Was Sinn macht, denn wer weiß schon, ob sein neuer Ski all das kann was er verspricht, wenn er nicht vorher einmal selbst „erfahren“ wird.
 
Skischuhe:
Zum ersten Mal zeichnet sich ab, dass der Skischuhmarkt größer ist als der Skimarkt. Schließlich gilt: Ski-Rental ja, aber bloß, wenn die eigenen Schuhe dabei sind. Ob es ein Wachstum auch hier geben wird, ist zu bezweifeln, allerdings bleibt der Bootsmarkt stabiler und verringert sich nicht so stark wie der Ski-Markt.
Zu den Neuheiten zählen etwa Luft-Isolationssysteme, die per manuellem Pump-System zwischen Innen- und Außenschuh für Wärme und individuelle Passform sorgen. Dazu neue und ultraleichte Aluschnallen, voll anpassbare Innenschuhe, vermehrt Geländetauglichkeit dank Mittelsohlen aus weichem Gummi, neuartige Hebel-Einstellungsmöglichkeiten für mehr Bewegungsfreiheit zum Aufstieg oder einfacherer Vorlagsposition des Fußes. Zudem haben viele Hersteller den Einstieg in den Schuh enorm vereinfacht.
 
Zur ispo 10, 7. bis 10. Februar 2010, belegt die ski_ispo mit den neuen Trends die Hallen A4 und A5 des Münchner Messegeländes.
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