- Industrie zeigt sich kreativ
- Gefragt: moderne Interpretation der All-Mountain-Carver
- Segmente Touren, BackCountry und Douple Tip wachsen weiter
- Rocker-Shapes rocken jetzt in fast allen Skisegmenten Â
Das Geschäft mit den
Ski wird nicht leichter. Da Witterungsbedingungen als wirtschaftliche
Gegebenheiten für den Skimarkt eine größere Bedeutung haben, Schnee und Kälte
als die abverkaufsrelevanten Merkmale gelten. Zu den Folgen zählt, dass wohl in
Zukunft noch weniger, wenn auch hochwertigere und damit teurere Ski verkauft
werden.
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Mittelbreiten
machen Masse
Ambitionierte Schnee-Fans lassen sich davon allerdings nicht
abhalten: So leistet sich etwa die jüngere Zielgruppe zwischen 14 und 25 die
trendigen und im nächsten Winter wieder heiß begehrten Freestyle und
Freeridemodelle – notfalls mit Finanzspritze der Eltern, um die durchwegs
höherpreisigen Modelle für Park&Pipe und Off-Piste bezahlen zu können.
Die Masse der
Schneefans setzt in Zukunft noch mehr als bisher auf einen Ski-Typ: Eine bequem
zu fahrende und moderne Interpretationen eines All-Mountainski – quasi das
Universaltalent – mit Mittelbreiten ab
72 bis 80 mm aufwärts; für Herren wieder etwas länger als bislang, Frauen
bleiben Körpergröße und darunter. Bei einer solchen Konstruktion funktioniert
die breite Taillierung auch auf einer harten Piste hervorragend. Sie bietet
zugleich sehr viel Fahrkomfort und Stabilität, wenn die Unterlage weich
ist. Daher haben dabei auch noch größere Breiten wie etwa bis 90 mm
durchaus Potential. Übrigens: Je breiter und tiefschneetauglicher die Ski
werden, umso länger werden sie gefahren.
Alles
in allem sieht die Branche den Markt für hochwertige All-Mountainski noch
stärker zulegen als bisher. Im Fahrverhalten angenehm, einfach und sicher: vom
Driften bis ruhigem Speed, von harter Piste bis verspurtem Tiefschnee. Und auch
ausgelegt für das, was eben nun mal die meisten Skifahrer vorgesetzt bekommen:
90 Prozent hart gewalzte Kunstschneepiste statt Tiefschnee. Gebaut zudem für
solche Skifahrer, die auf langfristige Qualität setzen und den Ski am liebsten
über mehrere Saisons fahren. Optisch herrschen daher  meist ruhigere, gemäßigte Designs vor. Zudem
kommen viele uni- und dezente Farben zum Einsatz, um zeitlos und dank jeder
Menge Schwarz- und Weiß-Optiken auch recht wertig zu wirken.
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Nachfrage
verschiebt sich – Neuheiten kommen
Rennski werden im
nächsten Winter noch einmal weniger nachgefragt und gebaut – bleiben aber dann
auf einem stabilen Niveau. In den USA lassen sich Racing-Modelle sogar so gut
wie kaum mehr verkaufen. Nach dem Motto „statt Kurven und Beschleunigung jetzt
bitteschön mehr Freiheit und Bewegung“, profitieren nun auch alle anderen
Ski-Kategorien von der Hightech-Entwichlung im Racing-Bereich: So machen allen
voran teure Materialien wie Carbon die neue starke All-Mountainklasse noch
laufruhiger, belastbarer und leichter. Ab der Saison 2010/11 kann dann der
Fachhandel, dank einer federnd-gelagerten Carbon-Spindel im Skikörper des neuen
Völkl Racetiger RC und SC, den Flex
des Ski ganz individuell wie bei einer Maßanfertigung an den Fahrer anpassen:
Per Schlüssel wird gespannt oder entlastet – je nach Gewicht, Alter und Können.
Zudem sorgen integrierte Stahleinlagen für mehr Agilität. Neu ist auch eine
Seitenwange für die neuen Racetiger Modelle. Sie besteht aus demselben Material
wie der Belag. Das Ergebnis: weniger Reibung und mehr Geschwindigkeit. Ein
Tribut an Nachhaltigkeit und Umwelt ist zudem ein Tourenski, der fast nur aus
Holz besteht! Der neue Konzept-Ski gilt als Quantensprung in Sachen
umweltgerechter und nachhaltiger Skifertigung. Blizzard arbeitet mit seiner neuen ‚IQ Power Full
Suspension’-Technologie ebenso mit einer langen, schmalen
Carbon-Kunstfaserplatte, die von Skischaufel bis zum Skiende zusätzlich
flexibel gelagert ist und unter der Bindung mittels eines sichtbaren
Öldruckstoßdämpfers wie ein Suspension-System beim Motorrad, bzw. Mountainbike,
unerwünschte Schwingungen reduziert und dämpft. Damit bleibt der Ski durch die
hohen Rückstellwerte sehr beweglich und ist auch bei hohen Geschwindigkeiten
ohne Vibrationen kontrollierbar.
In dieselbe Richtung geht Elans neue Wave-Technology: Die Wellen führen jetzt über die
gesamte Skilänge - auch unter der Bindung – was Flex und torsionale Stabilität
noch weiter verbessert. Dazu erlauben Vollholzkern mit Titanium- bzw.
Lithium-Verstärkung kontrolliertes, sportliches Skifahren mit Komfort und
leichterer Schwungeinleitung.
Um genau diese Eigenschaften geht es auch bei den Neuheiten
von Salomon und K2. Zu ihren Innovationen gehört u.a. die Übertragungen der
Rockertechnologie aus dem Freeridebereich in das All-Mountain- und Einsteiger-,
bei K2 sogar ins gesamte Segment. Bis vor fünf Jahren gehörten Rocker-Shapes
ausschließlich zu Powder-Ski. Doch jetzt verleihen die 'On Pist Rocker-Shapes',
das heißt aufgebogen an Skischaufel und Ende, auch All-Mountain- bis
BackCountry-Ski eine sehr leichte Schwungeinleitung, damit ein müheloses
Einfahren in die Kurve ohne zu verkanten - wie eine echte Servolenkung. Und das
bei wechselnden Schneebedingungen. K2’s neue 6-teilige BaselineTM Technologie
steckt in unterschiedlich stark ausgeprägten Rocker Designs und deckt damit Ski
für jede Könnensstufe ab.
Rossignol startet mit einem
neuen All-Mountain-Segment in diese wichigste Skikategorie: Ein Hybrid-Ski soll
sowohl Balance und Stabilität bei allen Schneebedingungen vermitteln, ohne
dabei die Essenz – nämlich Grip und Turn – zu vernachlässigen. Geschafft wird
der Spagat indem die Oversize-Technologie des Carving-Ski und die Rocker
Technologie der Freeride-Modelle gekreuzt werden. Nordica stattet Skilehrer und sportliche Fahrer mit dem neuen
All-Mountainski ‚Aggressive Frontside’ aus: Dank Twin-Tip und Rocker Shape mit
hohem Auftrieb werden Handling und Bandbreite an Fahreigenschaften fürs
Gelände, Kicker, Park, Powder stark erhöht. Außerdem sorgen im neuen Dobermann
Spitfire an vier Punkten befestigte Carbon-Einlagen für noch mehr Flexibilität
bei gleichzeitig weniger Torsion. Das Ergebnis: exakteres Kurvenverhalten, hohe
Rückstellwerte und damit mehr Stabilität in jeder Situation. Damit sparen
Skifahrer enorm viel Energie, die dann für mehr Kraftübertragung auf den Ski
genutzt werden kann.
Atomic hat nicht nur sein Doubledeck D2
Vario Cut – der Kombination aus variablem Sidecut und automatischer
Flexadaption – mittels zwei neuen Elastomer-gelagerten Gleitverbindungen
verbessert und verspricht so mehr zusätzliche Dämpfung und Drehfreudigkeit. Die
Österreicher starten zudem gerade in der All-Mountain Linie ebenfalls mit
Rocker-Konstruktionen. Und sorgen dank neuer Vorspannung und verlagerter
Kontaktpunkte des Ski mit dem Schnee über bessere Fahreigenschaften und größere
Einsatzgebiete. Die reichen je nach Profil der Modelle für Piste bis Powder.
Neu ist zudem eine Bindung für Hobby-Rennfahrer. Bei ihr kann mit einer
Schraubendrehung die Aggressivität des Kantengriffs verändert und die Position
des Sohlenhalters auf die natürliche Fußstellung abgestimmt werden. Fischer widmet sich mit einem neuen
Premium Label – einer Zweijahres-Kollektion – um Wertigkeit und Langlebigkeit.
So wird der Holzkern mit Carbon ummantelt. Dazu lässt ein individuell einstellbares
Bindungssystem mit flexibel gelagerten Gelenken den Ski durchgehend flexen. Mit
diesem Label möchte Fischer dem Druck des Preiskampfes trotzen und auch den
Fachhandel stärken. Mit einem neuen Universaltalent mit 80mm Taille und einer
besonders elastischen Einlage im Ski wird für eine flexiblere
Torsionssteifigkeit gesorgt. Mit ihr kann sich der Ski perfekt an Piste und
Schneebedingungen anpassen, erlaubt hohes Tempo bis gemütliches Cruisen.
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Back
Country und Tour
In den USA ist diese
Skikategorie im Schnitt deutlich breiter und beeinflusst nun auch Europa. Die
neuen Tourenski lassen sich dabei in verschiedene Segmente unterteilen: In
aufstiegsorientierte Leichtgewichte und traditionelle Tourenski mit Breiten
zwischen 75 und 80mm. Und im Trend, die noch breiteren, abfahrtsorientierten
Tourenski mit bis zu 100mm Breite. Dank Einsatz neuer Konstruktionen und
Materialien kann hier das Gewicht noch mehr als bisher gesenkt und die Ski
stabiler gebaut werden. Zudem werden sie nun noch stärker tailliert, was sie
drehfreudiger und alltagstauglicher macht, für mehr Auftrieb und insgesamt mehr
Spass bei der Abfahrt sorgt. Noch breitere Ski erschweren dann allerdings das
Laufen in den Spuren oder das Traversieren von harten Hängen.Â
Der
Leihmarkt diversifiziert sich
Weniger Wochen Skiurlaub, dafür öfter mal eine Tagesfahrt,
die gestiegenen Set-Preise, selbst bei Ermäßigungen – all das stärkt den
Leihmarkt enorm. Trends hier: Neben Einsteiger- und Mittelklasse-Modellen
versorgen nun immer mehr VIP-Konzepte mit Performance-Ski auch anspuchsvollere
Kunden. Über spezielle Demo-Konzepte können interessante Ski erst einmal
getestet, um dann zu einem interssanten Preis gekauft zu werden. Was Sinn
macht, denn wer weiß schon, ob sein neuer Ski all das kann was er verspricht,
wenn er nicht vorher einmal selbst „erfahren“ wird.
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Skischuhe:
Zum ersten Mal
zeichnet sich ab, dass der Skischuhmarkt größer ist als der Skimarkt.
Schließlich gilt: Ski-Rental ja, aber bloß, wenn die eigenen Schuhe dabei sind.
Ob es ein Wachstum auch hier geben wird, ist zu bezweifeln, allerdings bleibt
der Bootsmarkt stabiler und verringert sich nicht so stark wie der Ski-Markt.
Zu den Neuheiten
zählen etwa Luft-Isolationssysteme, die per manuellem Pump-System zwischen
Innen- und Außenschuh für Wärme und individuelle Passform sorgen. Dazu neue und
ultraleichte Aluschnallen, voll anpassbare Innenschuhe, vermehrt Geländetauglichkeit
dank Mittelsohlen aus weichem Gummi, neuartige Hebel-Einstellungsmöglichkeiten
für mehr Bewegungsfreiheit zum Aufstieg oder einfacherer Vorlagsposition des
Fußes. Zudem haben viele Hersteller den Einstieg in den Schuh enorm
vereinfacht.
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Zur ispo
10, 7. bis 10. Februar 2010, belegt die ski_ispo mit den neuen Trends die
Hallen A4 und A5 des Münchner Messegeländes.