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Nr. 28 30.01.2009 Download:  File-Download
Ski-Alpin - Innovationen für die nächste Saison
  • Ökologie und nachwachsende Rohstoffe für die neue Hartware
  • Vielseitigkeit, Allmountain, Twin-Tip und Touren weiter gefragt
  • Sicherheitsfrage bei allen Alpinprodukten immer wichtiger
  • Fast alle Hersteller präsentieren Premium-Linien
 
Die Umwelt ist das große Thema auch in der Hartware: Schon jetzt greifen immer mehr Hersteller auf solche Materialien und Produktionswege zurück, die die Umwelt nicht mehr allzu sehr belasten. So kommen in einigen neuen Ski neben Naturmaterialien wie Bambus, Basalt, Hölzer aus kontrollierter Waldwirtschaft bis hin zu Baumwolle, Leinen und Kork auch vermehrt recycelte Materialien, etwa für Beläge zum Einsatz. Gespart wird zudem an aggressiven Farben. So präsentiert Rossignol etwa den Attraxion Echo Lady-Ski mit natürlichen Materialien, 50 Prozent weniger Farbe als traditionelle Ski, Verwendung von Recyclingmaterialien im Belag bis hin zu kontrollierten Produktionsanlagen in einem ISO9001-zertifizierten Werk. Atomic zeigt auf der ispo winter 09 einen Skischuh, der aus Biokunststoff, Baumwolle und Bambusfaser hergestellt ist. Und vor allem kleine Skischmieden achten nicht nur auf wasserlösliche Farben sondern auf weit mehr umweltfreundliche Rohstoffe und Produktionen, auf kurze Lieferwegs und Materialien aus ihrer Gegend. Zu ihnen gehört etwa das hierzulande neue Label Nocopy aus Schweden. Und auch der Kunststoffhersteller für hochwertige Rennbeläge und Oberflächenfolien CPS forscht im Rahmen des „Green-Line-Projekts“ nach nachwachsenden Rohstoffen. Sie sollen das immer teurere Erdöl für die Produktion ersetzen und nicht die Nahrungsmittel-Kette tangieren. Erstmals zeigt jetzt das Unternehmen eine Oberfläche aus Rizinusöl, ein neuer Belag ist aus Bio-Gas. Auf umweltverträgliche Wachse aus nicht-toxischen Inhaltsstoffen hat sich zudem das NST Eco Performance-Unternehmen spezialisiert. 
 
Haltbar, zeitlos und langfristig
Der Handel und letztendlich auch die Endverbraucher erleben zudem eine weitere Tendenz: Immer mehr Hersteller besinnen sich auf zeitlose Modelle, die auch zwei bis drei Saisonen ihre Gültigkeit haben, nicht gleich wieder innovativ überarbeitet, optisch aufpoliert oder gar ersetzt werden. Damit sollen allzu schnelllebige Modeprodukte, zu denen die Masse der Ski in den letzten Jahren geworden ist, wieder wertvolles Equipment werden, das bei aufmerksamer Pflege über mehrere Winter seine gute Leistung ausspielen darf. Über den Trend‚ Qualität statt Quantität mit bewährte Technologien kann sich freilich auch der Handel freuen, der für die extrem breite Marken- und Modellauswahl kaum Spielräume hat.
 
Allmountain mit Potential
Geht es um die neuen Ski ist Vielseitigkeit in allen Bereichen angesagt. Schließlich will von allen Skispielarten auf wechselndem Terrain (Piste, Parks, Gelände, Ziehwege) und bei oft gezwungenermaßen wechselhaften Schnee- und Wettersituationen alles (sicher) mitgemacht werden. Zum einen wird es immer mehr Customizing-Produkte geben, als Aufhänger für neue Technologien: Dazu gehören Anpassungsmöglichkeiten für variable Sidecuts, Flexeinstellungen und Torsionsanpassungen (u.a. mit two-in-one-Ski, variable Radien pro Ski). Zudem setzt die Industrie weiter auf Allmountain, etwa mit wachsenden Mittelbreiten um die 80 mm. Damit wird diese Gruppe für satte 80 Prozent der Skifahrer optimal. Gesetzt wird dabei verstärkt auf High-Performance Medium Turn Ski, also noch exklusivere Modelle für Premium-Kunden. Wohl wissend, dass diese markenbewusste Zielgruppe immer mehr bereit ist, für Qualität zu bezahlen und dafür in ausgesuchten Läden eine Top-Beratung mit bestem Service in Anspruch zu nehmen. So kommen noch mehr als bisher ambitionierte Ski-Kollektionen mit bewährten Technologien, neuen Hightech-Materialien und Konstruktionen in die Regale: leichter gebaut, mit hochwertigen Legierungen und dem Schwerpunkt auf beste Fahrqualität und langlebige Produkte.
Für ältere Skifahrer liegt dabei der Fokus auf „sicher“, etwa mit wieder längeren Skimodellen mit mehr Kante, mehr Grip und dank Sandwichbauweise und Holzkern auch besserer Auflagefläche und tollen Fahreigenschaften. Zudem werden Bindungen gefragt sein, die auch bei langsamen Stürzen rechtzeitig auslösen. Ohnehin: Noch mehr Beachtung bekommt die gesamte Einheit ‚Ski – Bindung’, schließlich sind noch bessere Flexverhalten gefragt.
Geht es um das Thema Ladyski, so „etabliert sich dieses auf solidem Niveau und wird in den Kollektion sogar noch ausgeweitet“, sagt etwa Matthias Klopfenstein, BU Manager Ski Intersport Schweiz. „Dabei sind Design und Gewichtseinsparungen die absoluten Key Elemente“.
 
Noch mehr Angebote für Free-Fans
Wachsen werden ebenfalls die Segmente Freeride und Freestyle, Touren und Backcountry. Der Fokus in diesen Randgruppen-Bereichen mit enormem Wachstums-Potential liegt auf einer gewissen Individualisierung der Segmente, auf maßgeschneiderten Produkten: Schließlich haben Spaß- und Abenteuerfreaks andere Bedürfnisse als naturbegeisterte und umweltbewusste Skifahrer, als technik-interessierte oder lifestyle-orientierte Wintersportler.
So wird sich etwa speziell im Freestyle eine neue, junge Zielgruppe alles andere als mainstream den Berg hinunterbewegen. Sowohl in Parks- und Pipes als auch auf allen natürlichen Hindernissen am Pistenrand. Oder eben gleich abseits; mit echten FatSki auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Playgrounds. Damit heißt die Strategie der Hersteller im Freestyle-Sektor: Weg von reinen Park & Pipe Modellen, hin zu Allmountain-Twins für breitere Einsätze.
Nach dem Motto ‚Freerider ist nicht gleich Freerider’ geschieht auch hier ähnliches: Während es für die einen das Größte ist, chillig und relaxt durch tiefen Powder zu cruisen, schwören Big-Mountain Fans auf die extremeren Herausforderungen: Steile Wände, außerordentliche Lines und das Ganze möglichst schnell und flüssig fahren – egal ob im Powder, im eisigen Frühjahrs-Harsch oder doch mal auf der Piste. So wird es für sie noch mehr Modelle mit neuen Taillierungen, noch breiteren TwinTips und noch ausgeklügelteren und längeren Rockern geben. Features mit denen sich die jeweiligen Zielgruppen noch exakter identifizieren können.
Und auch für die wachsende Zahl der Tourengeher weitet sich das Angebot: Angeboten werden mehr als bisher neue Ski, die noch leichter, dennoch breiter und stabil genug für beste Abfahrten sind. Kompatibel für Touren-, Telemark- bis hin zu Pisteneinsätzen.
 
Rental boomt
Und noch ein Segment wird – ungeachtet oder auch wegen der Finanzkrise – stabil durch den Winter kommen: Das Rental-Geschäft, dazu die diversen Skitauschsysteme inklusive Saisonmieten. Kein Wunder: Denn für die eine Woche Skiurlaub pro Jahr, die durchschnittliche Skifahrer absolvieren, kann das Equipment seltener nagelneu und für die ganze Familie gekauft werden. Damit werden in Zukunft immer weniger Ski gekauft, dafür zunehmend vor Ort gemietet. So spielt etwa in Frankreich der Verleih bereits eine größere Rolle als der Verkauf. Mancher Hersteller reagiert auf diese Situation mit neuen Strategien. „Mit try and buy bieten wir den Konsumenten die Möglichkeit, hochwertige Produkte auf dem aktuellen Stand der Technik auszuprobieren“, sagt etwa Thomas Rakuscha, Direktor Marketing und Produktmanagement Blizzard. „So erreichen wir auch diejenigen, die sich noch keine Neuski gekauft haben, und bringen ihn vielleicht zum Grübeln. Immerhin kostet heute ein hochwertiger Ski 500, 600 Euro. Wer nur eine Woche im Jahr auf Skiurlaub fährt, borgt sich vor Ort die Ausrüstung. Damit meine ich auch jene Konsumenten, die zwar kaufwillig, vom Überangebot aber zunächst überfordert sind. Hier fällt der Verleih auf jeden Fall unter die Kategorie ‚ausprobieren’ – das empfehle ich auch! So heißt es heute ja nicht mehr banal wie früher Leihski, sondern Demo“.
 
Designs werden langlebiger aber auch abgefahrener
Geht es um die neuen Designs ist zweierlei im Trend: Einerseits wird es sehr ruhig, fast zeitlos mit eleganten, teils glänzenden und matten Oberflächen. Weiß und Schwarz herrschen vor, dazu kommen farbige Schriftzüge oder geschwungene Linien, die ein wenig Dynamik und Sportlichkeit vermitteln. Oft aber zeigen sich die Skioberflächen unifarben, manchmal mit dezenten Ton-in-Ton-Mustern oder hochwertigen, holographischen Designs. Alles Hinweise darauf, so wenig wie möglich starken modischen Schwankungen zu unterliegen. Sportliche Racer bekommen wie gewohnt, wenn auch langsam dezenter, weiterhin kontrastierende Streifen und Zahlen in knalligem Rot, Gelb, Grün bis Orange.
Eher ausgefallen geht es dann schon bei der jüngeren Zielgruppe, den Free-Ridern und –Stylern zu: Mit abgefahrenen Designs wie ein asymmetrisch auf beide Ski verteiltes Skelett, asiatisch anmutenden Bildern, Graffiti, Manga-Figuren, Zitaten, U-Bahn-Plänen oder Hip-Hop- und Poker-Emblemen im Casino-Stil. Alles kombiniert mit glänzenden und matten Lackierungen aber auch transparenten Elementen.
 
Integrierte Bindungssysteme für Vielseitigkeit
Mit verbesserten Systemen, mehr Sicherheit und Variabilität präsentieren die Bindungs-Spezialisten ihre Neuheiten, zunehmend auch als integrierte Bindungssysteme für Kinderski. Unter anderem können dank des Schizo-Frantic-Insertsystems (Marker für K2) Rider in der nächsten Saison ihre Bindung mit ein paar Schraubenumdrehungen nach vorne oder hinten verstellen und die Bindungsposition individuell auf das Terrain oder persönliche Vorlieben anpassen. Mit traditioneller Position lässt sich der Ski AllMountain einsetzen, für Fun im Powder wird die Bindung für zusätzlichen Auftrieb nach hinten gesetzt. Zentraler montiert funktioniert der Ski optimal beim Rückwärtsfahren und im Park.
 
Alpinschuhe gehen gut
Noch mehr Beachtung wird beim gut gehenden Alpinschuhmarkt dem Thema Komfort und Perfect fit geschenkt: Dafür bieten die Hersteller neue (thermoverformbare) Shell-Anpassungsmöglichkeiten, unter anderem für die Möglichkeit, beim Orthopädieschuster noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Dazu Einlegesohlen, Heizungssysteme gegen kalte Füße und noch einfachere Einstiegshilfen bei Cuff und Unterschalen. So kommen nun noch komfortablere Schuhe zum Gehen auf den Markt, mit flexbaren Unterschalen bis hin zu weicheren Sohlenpads, oder Schnallen die keine Druckstellen mehr erzeugen können. Zunehmend wird die Funktion der Schuhe mit neuen modernen Designs umgesetzt, neue Abspritzungstechniken erlauben daher oft komplett neue Looks.                      


 28/MK/vH
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