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 Klettersteige: Das sind die besten Frühlings-Touren für Profis in Südtirol
Outdoor | 22.12.2016

Klettersteige in Südtirol: Top-Frühlingstouren

Südtirol: Klettersteige im Frühling für Profis

Klettersteige: Das sind die besten Frühlings-Touren für Profis in Südtirol. Traumblick auf die Drei Zinnen vom anspruchsvollen Klettersteig Toblinger Knoten in den Dolomiten (Quelle: Thinkstock)
Traumblick auf die Drei Zinnen vom anspruchsvollen Klettersteig Toblinger Knoten in den Dolomiten
Bild: Thinkstock
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Was für eine Kombination: Alpengipfel plus Wärme. Die Klettersteige in Südtirol verbinden sportliche Herausforderungen und angenehme Temperaturen auf ideale Weise. Anspruchsvolle Frühlingsziele für Profis zwischen Brenner und Gardasee.

Die Klettersteige in den Gardaseebergen, wie die Alpen im Norden des Gardasees genannt werden, sind im Sommer oft viel zu heiß, zumal viele ihrem Namen „Via Ferrata“ Ehre machen und nicht mit Eisen geizen. 130 Sprossen zählt allein eine der beiden endlos wirkendenden Metallleitern, die zum bekannten Klettersteig Via dell‘Almicizia gehören. Er ist an sich nicht schwierig, aber er überwindet steil bergan mehr als 1.000 Höhenmeter. Der herrliche Draufblick auf den Gardasee vom Gipfel des Cima Sat aus ist der Lohn für das schweißtreibende Abenteuer. Schwindelfreiheit, Kondition und Trittsicherheit sind für die Tour zwingend nötig.

Klettersteig-Empfehlung: Via Ferrata dell‘Amicizia

  • Lage: Riva del Garda, Gardasee
  • Höhendifferenz: 1.200 Hm
  • Schwierigkeit: C
  • Dauer: 5 Stunden inklusive Zu- und Abstieg
  • Zustieg: Wanderweg in Riva del Garda zur Bastione, dann in Serpentinen hinauf, Weg 404 über Rifugio zum Einstieg.
  • Abstieg: Über Wanderweg 418 steil abwärts zurück nach Riva del Garda.

Verlauf: Nach dem Einstieg gelangt man an Drahtseilen entlang zu steilen Stufen, die rasch in die Höhe führen. Eine etwas überhängende Leiter markiert den Beginn der Leiter-Serie. Als nächstes steht bereits der Aufstieg auf die extrem lange Steige mit mehr als 130 Sprossen an. Es folgen einige kürzere Leitern und dann der eigentlich Gipfelanstieg auf den Cima Sat (1.246 m). Eine Reihe von Klammern und Drahtseilen ist nun zu bewältigen. Dazwischen heißt es immer wieder, einen Blick nach unten zu riskieren: Mehr als 1.200 Meter unterhalb des Klettersteigs liegt so malerisch wie nur irgend möglich der Gardasee und auf 65 Metern der Ausgangspunkt Riva del Garda.


Kletterempfehlung: Via Ferrata Rino Pisetta

März bis Juni und dann erst wieder September bis November sind die optimalen Monate, um Klettersteige in der sonnenverwöhnten Gegend des Sarcatals aufzusuchen. Das Gebiet um Arco ist wegen seines milden Klimas für viele Outdoor-Aktivitäten wie Klettern und Biken beliebt. Einer der schwersten Klettersteige der Region ist die Via Ferrata „Rino Pisetta“. Sie führt an der Südseite des Picol Dain (Monte Garzole) eine extrem glatte Wand hinauf und ist fast nur mit einem Drahtseil gesichert. Die wenigen Trittstifte sind kaum der Erwähnung wert. Fazit: ein stark ausgesetzter Klettersteig für sehr erfahrene Klettersteigler. Bei Nässe sollte der Steig gemieden werden.

  • Lage: Sarche, Sarcatal
  • Schwierigkeit: E
  • Höhendifferenz: 712 m
  • Dauer: 2,5 h plus Zu- und Abstieg (45 min + 1,5 h)
  • Zustieg: Im Ortszentrum von Sarche parken, Hinweisschildern zum Picol Dain folgen. Auf dem Weg zum Berg ist Einstieg zur Wand markiert.

Verlauf: Gleich der Einstieg zeigt das anspruchsvolle Niveau des Klettersteigs. Eine senkrechte, glatte Wand mit Überhang (E) markiert den Anfang. Danach folgen viele weitere glatte Passagen und eine luftige Querung über einen Riss. Zwischendurch muss man immer wieder ein Stück gehen, etwa nach der Rinne mit Block-Kletterei. Danach geht es steil aufwärts und nach der nächsten Kante steht das schwerste Stück der Route bevor: mehr als 100 Meter an einer steilen, trittarmen Wand hinauf mit stark ausgesetzten Platten und Überhängen (D/E). Ist die Schlucht bewältigt, wird es leichter. Hinter einem engen Spalt und dem Klettersteigbuch warten nur noch einfache Blöcke und anschließend ein Spaziergang (A) auf dem Grat zum Gipfel des Picol Dain (Monte Garzole) auf 971 Metern Höhe mit Aussichtsbank.

Abstieg: Vom Gipfel die Wegmarkierung Richtung Ranzo einschlagen. Vor dem Ortseingang links halten, ab der Kapelle San Vigilio ist dann wieder Sarche ausgeschildert. Ein einfacher, teilweise gesicherter Steig führt durch eine Schlucht ins „Val Busa“ und am Toblinosee zum Zentrum von Sarche zurück.


Klettersteig-Empfehlung: Via Ferrata Hoachwool

Es handelt sich beim „Hoachwool“-Klettersteig um eine sehr junge Via Ferrata, die erst 2015 angelegt wurde. Das Infoportal der Alpenvereine alpenvereinaktiv.com vergleicht seinen technischen Anspruch trotz dem Startpunkt in Tallage mit dem legendär schweren Tabaretta Klettersteig am Ortler. Es gilt äußerst exponierte Querungen und Überhänge zu bewältigen sowie anhaltend schwere Passagen mit nur wenigen Tritthilfen.

Großer Vorteil des Hoachwool-Kletterstegs im Vergleich auch zu berühmten Dolomiten-Schwergewichten wie dem Tomaselli-Klettersteig oder dem Toblinger Knoten mit Blick auf die Drei Zinnen ist seine Ganzjahrestauglichkeit. Nur die heißen Sommermonate sind nicht so gut geeignet. Ab Juni sollte sehr früh in die Wand eingestiegen werden und gegen 11 Uhr der Ausstieg geschafft sein.

  • Lage: Naturns, bei Meran, Vinschgau, Provinz Bozen
  • Schwierigkeit: D
  • Höhendifferenz:: 755 Hm
  • Wandhöhe: 650 m
  • Dauer 3,5 h plus Zu- und Abstieg (je 30 min)
  • Länge: 1.400 m
  • Zustieg: Am Ortsausgang von Naturns zum Parkplatz der Talstation der Seilbahn Unterstell. Dort ist der Zustieg zum Klettersteig ausgeschildert. Nach 750 Metern (und 75 Höhenmetern) ist der Einstieg erreicht.

Verlauf: Der Auftakt ist bezeichnet. Der Klettersteig startet fast sofort nach dem Einstieg hoch über dem Schnalser Bach mit einer wackligen Stahlseilbrücke, um sich dann dem ersten Kraftakt an der Wand zu widmen. Nach der Querung geht es schneller höher. Ein Schild weist auf die letzte Ausstiegsmöglichkeit hin. Nun wird es ordentlich steil. Mit einer Leiter geht es auf den Überhang. Jetzt muss links an Eisenstiften entlang die historische Bewässerungsanlage gequert werden, anschließend eine Rinne. Wieder geht es steil voran. Vor dem Rastplatz in der Wandmitte wartet das kraftraubende schwerste Teilstück. Nach der verdienten Pause geht es links weiter an Seilen und danach auf steilen Stufen nach oben. Etliche überhängende Passagen zehren nun an der Power. Nach der Grotte mit dem Klettersteigbuch wartet die nächste Anstrengung in Form einer ausgedehnten Steilwand. Eine kurze leichtere Passage und dann geht es mit kleinem Überhang in die letzte Wand, die nochmal ordentlich Kraft abverlangt.

Abstieg: Der Steig endet an einem Holzzaun und führt dort auf den Fußweg zur Seilbahn. Wer den Aufstieg von 100 Höhenmetern in 20 Minuten zur Bergstation (Einkehr) vermeiden will, muss anderthalb Stunden ins Tal zurückwandern.


 

Weitere Klettersteige: Sie planen zum Saisonbeginn eine Via Ferrata-Tour? Hier finden Sie einige der schönsten Klettersteig-Touren für den Frühling, nach Regionen zusammengestellt. 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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