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 Wearables für Wander-Profis
Outdoor | 16.12.2016

Wandern: Wann Wearables wirklich nützen

Mit diesen Wearables sind Outdoor-Profis gerüstet

Wearables für Wander-Profis. Wearables: tragbare Elektronik für unterwegs (Quelle: Thinkstock)
Wearables: tragbare Elektronik für unterwegs
Bild: Thinkstock
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GPS-Gerät, Smartphone und Fitness-Tracker statt Kompass und Landkarte: Wearables sind beim Wandern inzwischen selbstverständliche Begleiter. Diese tragbaren Helferlein sind für Wander-Profis besonders nützlich.

Das wasser- und stoßfeste Smartphone hat zwar GPS und lauter nützliche Outdoor-Apps, in den Bergen aber leider keinen Empfang. Das Display ist im Sonnenlicht nicht zu erkennen und viel zu früh ist der Akku leer – spätestens dann wünscht sich der Wanderer Karte und Kompass zurück.

Der goldene Mittelweg in digitalen Zeiten ist ein mobiles GPS mit Navigation und den Zusatzfunktionen, die man unterwegs wirklich benötigt.

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Je nachdem, ob das GPS-Gerät am Armband oder als GPS-Uhr getragen wird, unterscheiden sich Größe, Bedienerfreundlichkeit und Preis. GPS-Uhren sind deutlich kleiner und leichter, aber auch deutlich mühseliger zu bedienen und teurer als klassische GPS-Navigationsgeräte.

Wichtige Kriterien für Wearables zum Wandern:

  • handlich
  • praktisch
  • verlässlich
  • leicht

Ein (Outdoor-)Smartphone allein scheidet für den Wander-Profi meist wegen seiner mangelnden Verlässlichkeit in punkto Akku-Leistung und GPS-Ortung in abgelegenen Gebieten aus. Der große Pluspunkt des Handys ist allerdings der Kostenfaktor.

Es ist keine neue Anschaffung nötig, mit geeigneten Apps lässt sich das Smartphone kostengünstig zum GPS-Navigationsgerät umfunktionieren. Wenn die Funkstärke genügt, kann es so ziemlich alles: die eigene Position anzeigen, die Himmelsrichtung, den Weg zu jedem beliebigen Punkt auf Erden, dazu Temperatur, Höhe und benötigte Dauer, die gelaufenen Schritte, die Herzfrequenz, den Kalorienverbrauch und und und.

Eine passable Kamera und die Lieblingsmusik hat man mit dem Smartphone auch gleich dabei. All diese Funktionen verkürzen jedoch gefährlich die Akku-Laufzeit. Nach spätestens drei Stunden GPS-Funktion machen die meisten Smartphones schlapp.

GPS: Bei langen Bergwanderungen ein Teil der Grundausstattung (Quelle: Thinkstock)
GPS: Bei langen Bergwanderungen ein Teil der Grundausstattung
Bild: Thinkstock

Mobile GPS Navigation beim Wandern

Die Navigation über ein GPS-Outdoor-Gerät hat diese Nachteile alle nicht. Die Ortung funktioniert meist noch in der einsamsten Schlucht, weil die Wander-Navis erstens über bessere Antennen als Handys verfügen und zweitens oft auch auf Daten des russischen Satelliten-Netzwerks Glonass zur Positionsbestimmung zurückgreifen können.

Wirklich outdoor-geeignet? 

Damit man die Anzeige auch im Sonnenlicht gut erkennen kann, nutzen die Hersteller von mobilen GPS-Geräten transflektive und entspiegelte Displays.

Meist können sie ohne zusätzliche Beleuchtung verwendet werden, was die Betriebszeit verlängert. Eine Tageswanderung ist normalerweise kein Problem für ein GPS-Gerät.

GPS-unabhängiger Kompass und Höhenmeter

Hochwertige Navigationsgeräte verfügen üblicherweise über einen zusätzlichen (dreiachsengelagerten) Magnet-Kompass und einen barometrischen Höhenmesser, der die Höhe aus dem Luftdruck ermittelt.

Diese doppelte Absicherung macht das GPS-Gerät auch bei schlechterem Empfang zu einem deutlich verlässlicheren und exakteren Begleiter als ein Smartphone.

Zusatzfunktionen wie Herzfrequenzmesser, Schrittzähler, Karten, Tourenplanung, Speicher- und Auswertungsmöglichkeiten und diverse Tracking-Systeme sind optional je nach Hersteller und Modell erhältlich. Die Übergänge sind hier fließend: Auch GPS-Empfänger sind zum Teil mit Foto- und Video-Kamera oder mit einem MP3-Player ausgestattet.

Nützliche Ausstattung für GPS-Geräte zum Wandern

  • barometrischer Höhenmesser
  • Temperatursensor
  • Barometer (für Wetterveränderungen)
  • AA-/AAA-Batterien oder NiMH-Akkus zum Austauschen
  • dreiachsengelagerter Magnet-Kompass
  • Basiskarte plus digitale Karten zum Nachladen
  • PC-Schnittstelle (USB)
  • Knöpfe statt Touchscreen zum Bedienen (funktioniert auch mit Handschuhen, bei Nässe und Kälte)

Wearables jenseits von Ortung und Pulsmesser

Wearables messen nicht nur permanent den Puls und jeden Schritt. Die tragbaren Mini-Computer können beim Wandern inzwischen zugleich die Hände und Füße warmhalten oder für gute Stimmung sorgen.

Sogenannte Hearables werten Biodaten über Sensoren an den Ohren aus und bringen auf diesem Weg nun auch kabellos Musik unter die atmungsaktive und dennoch wind- und wasserdichte Mütze.

Mit einem ISPO AWARD in der Kategorie Outdoor wurde 2016/17 etwa der norwegische Hersteller BE Headwear für sein „BE-LINK“ Bluetooth Soundsystem prämiert. Es hat neun Stunden Batterielaufzeit und 30mm Lautsprechertreiber für satten Sound unter der Mütze. Und dazu eine große Auswahl an Beanies, Bandanas und Sturmhauben zum Kombinieren.


Um Wearables beim Wandern sinnvoll zu nutzen, muss man nicht gleich der Quantified-Self-Bewegung angehören oder Agentur-Vorträge von Palmer Hargreaves besuchen.

Schließlich soll das Naturerlebnis Wandern trotz technischer Errungenschaften von Microsoft, Garmin oder anderen High-Tech-Firmen ein Gegenpol zu unserem technisierten Alltag bleiben. Videos werden den Ausblick vom Gipfel eben so wenig ersetzen können wie das GPS der Smartwatch eine gute Orientierung.

Dennoch sind die tragbaren Computer im Outdoor-Sport inzwischen unersetzbar und – richtig eingesetzt – eine enorme Hilfe. Das gilt nicht nur fürs Wandern, sondern beispielsweise auch für Wearables im Klettersport.

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ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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