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 Klettern in den deutschen Mittelgebirgen
Outdoor | 12.12.2016

Klettern: Top-Routen in den deutschen Mittelgebirgen

Die besten Profi-Kletterrouten in den deutschen Mittelgebirgen

Klettern in den deutschen Mittelgebirgen. Kletterparadies Elbsandsteingebirge in Sachsen (Quelle: Thinkstock)
Kletterparadies Elbsandsteingebirge in Sachsen
Bild: Thinkstock
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Bayern und Sachsen mit Frankenjura und Elbsandsteingebirge sind DIE Top-Destinationen zum Klettern in den deutschen Mittelgebirgen. Tipps für besonders lohnende Routen in oberen Schwierigkeitsgraden. 

Jura

Das Frankenjura in Bayern wirbt für sich als das beste Sportklettergebiet Deutschlands. Allein im nördlichen Klettergebiet zwischen Nürnberg, Bamberg, Amberg und Bayreuth warten über 1.000 Felsen mit mehr als 10.000 erschlossenen Routen. Darunter sind etliche in höchsten Schwierigkeitsgraden, wie die legendäre Action Directe (11) am Waldkopf und die neue Supernova (11+) am Planetarium.


An dem sehr festen und griffigen Kalkstein im Frankenjura lässt sich schon in der dritten Schwierigkeitsstufe senkrecht klettern. Die Action Directe am extrem überhängenden Waldkopf mit Kletterei an Fingerlöchern und Leisten im 45 Grad-Winkel galt lange Zeit als schwierigste Kletterroute der Welt.

Kletterempfehlung: Rabenstein – Grandmaster Flash

Charakteristik: Der imposante Rabenstein im Ailsbachtal (nicht zu verwechseln mit dem einfacheren Kletterfelsen Rabenstein im Sittenbachtal) bietet 42 Kletterrouten, darunter etliche im Schwierigkeitsgrad VIII und aufwärts. Vor allem die überhängende und dadurch regensichere Ostseite lohnt für Profis. Hier sind zwei Klettergebiete mit jeweils acht Routen im Neuner-Bereich und einer X ausgewiesen.

Der Grandmaster Flash mit Löchern, Leisten und Slopern gilt als besonders fingerlastig und technisch anspruchsvoll.

  • Länge: 12m
  • Höhe: 20 m
  • Schwierigkeit: 10-/10

Zustieg: Aus Kirchahorn kommend Richtung Oberailsfeld fahren. 2,5 Kilometer nach der Ortschaft direkt unterhalb der Burg Rabenstein den Parkplatz auf der linken Straßenseite nutzen. Dort zunächst dem Wanderweg zur Burg Rabenstein folgen. Bereits nach wenigen Metern rechts auf den Pfad einbiegen, der nach 50 Metern sehr steil nach oben zum Einstieg führt.


Elbsandsteingebirge

Das Elbsandsteingebirge in Sachsen gilt als Wiege des Freikletterns, das hier 1864 erfunden wurde und bis heute nach den sogenannten Sächsischen Kletterregeln erfolgt. Die Sicherung erfolgt dabei ausschließlich an Ringen mit Hilfe von Schlingen und Knoten der Seile (und Bänder).

Es gibt mehr als 1.000 freistehende Sandsteinfelsen mit fast 20000 Kletterrouten in allen Schwierigkeitsgraden.

Kletterempfehlung: Falkenstein – Vakuum

Für Profis besonders lohnend ist der 381 Meter hohe Falkenstein. Der imposante Fels gehört zum Klettergebiet der Schrammsteine bei Bad Schandau. Hier wurde sächsische Klettergeschichte geschrieben. Doch während in den 70er Jahren der Schwierigkeitsgrad 7 noch als das Nonplusultra. galt, werden heute fast 150 Aufstiegsvarianten bis XII b bezwungen. Vor allem in der Falkenschlucht, einem sehr breiten Kamin, warten viele ältere und neue Herausforderungen.

Ein Klassiker und nach Ansicht von Profis eine der anspruchsvollsten Routen ist das „Vakuum (Xb)“. Das „Vakuum“, also im wörtlichen Sinne die Abwesenheit von Materie, erlebt der Kletterer hier überhängend und durch wenige Griffe entsprechend schwer abzusichern. Nach der Wandkletterei erfolgt der Ausstieg an der Westseite über einen Riss. Eine ebenfalls sehr lohnende Alternative ist der etwas einfachere Drackenrücken (VIIIc), nach Einschätzung vieler Kletterer die Traumroute auf dem Falkenstein schlechthin.

  • Länge: 75 Meter
  • Höhe: 381 Meter (Gipfel)
  • Schwierigkeit: Xb

Zustieg: Von Ostrau kommend parkt man oberhalb von Postelwitz am Parkplatz der Schrammsteinbaude. Nach 15 Minuten Fußmarsch zur Baude beginnt dort der grün markierte Wanderweg, der durch den Schießgrund direkt zum Falkenstein führt. Wegzeit insgesamt: 40 Minuten.


Erzgebirge

Das Erzgebirge in Sachsen hat eher vereinzelte Kletterziele in mittlerer Schwierigkeit wie im Auersberg-Gebiet bei Eibenstock und im Steinbachtal zu bieten. Die größte Ansammlung und sportliche Herausforderung sind die märchenhaft anmutenden Greifensteine bei Ehrenfriedersdorf. Sieben Granitfelsen stehen dort unmittelbar nebeneinander und können in einer Höhe von 15 bis 30 Meter beklettert werden. 130 Routen bis zur Schwierigkeit Xc der sächsischen Skala stehen zur Wahl, davon 34 mit Schwierigkeit IX und aufwärts.

Kletterempfehlung: Gamsfelsen – Klein Yosemite

Der größte Felsen der Greifensteine ist der Gamsfelsen, mit 36 Routen, davon die Hälfte in Grad VIII und schwerer. Die „Klein Yosemite“ oder „Wie im Yosemite“ genannte Route beginnt an der linken Nordwand. Bester Fels mit Riss, Massivwand, Überhang, Dach – hier ist alles zu haben.

Wie überall im Erzgebirge gelten die Sächsischen Kletterregeln. Geklettert wird also ohne Magnesia, nur mit Schlingen und Knoten. Aufgrund des festeren Gesteins dürfen jedoch auch Klemmkeilschlingen zur Sicherung genutzt werden.

  • Schwierigkeit: IXa
  • Länge: 25 Meter
  • Höhe: 25 Meter

Zustieg: Anfahrt ab Chemnitz mit dem Bus nach Ehrenfriedersdorf, von dort 20-minütiger Fußweg stetig bergan zu den Greifensteinen, mit dem PKW direkt zum Parkplatz der Naturbühne Greifensteine.


Für alle, die das Sportklettern auch jenseits der Mittelgebirge versuchen wollen, haben wir hier noch kurze Kletterführer zu anderen Regionen der Welt zusammengestellt: für das Klettern im Allgäu, in den österreichischen Alpen und in den Rocky Mountains.

Lohnende Hinweise zum Klettersport finden Sie auch beim Deutschen Alpenverein DAV.


 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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