ISPO.com is also available in English ×
 Snowboard beschädigt? So reparieren Sie es selbst
Wintersport | 26.11.2016

Snowboard Service: Reparatur in Eigenregie

So geht’s: Schäden am Snowboard selbst reparieren

Snowboard beschädigt? So reparieren Sie es selbst. Die große Gefahr beim Snowboarden – versteckte Steine im Schnee  (Quelle: Thinkstock)
Die große Gefahr beim Snowboarden – versteckte Steine im Schnee
Bild: Thinkstock
Artikel bewerten:
Jeder Stein im Schnee kann dem Snowboard zum Verhängnis werden. Das Deck bekommt einen Riss, die Seitenwange verzieht sich. Und nun? Als Alternative zum teuren Ski Service lassen sich viele Schäden am Board auch selbst reparieren. So geht's.

Der Kern des Snowboards besteht meist aus Holz. Und genau das ist das Problem bei Beschädigungen. Denn kann Feuchtigkeit ins Innere dringen, quillt das Board auf und trocknet nur noch in Wellen – was so viel wie Entsorgen und Neukaufen bedeutet.

Damit es soweit nicht kommt, muss schnell gehandelt werden. Klafft ein Riss, sollte das Board also zunächst vollständig getrocknet und dann repariert werden.


Zutaten aus dem Baumarkt

Der Aufbau des Snowboards gibt den Weg für die Reparatur vor. Der Holzkern ist an beiden Seiten von Fiberglas-Gewebe umgeben, das für mehr Steifigkeit und Spannkraft sorgt. Verklebt sind die Gewebeschichten und der Kern üblicherweise mit Epoxidharz, einem 2-Komponenten-Kleber. Und genau dieses Epoxidharz, das es in jedem Baumarkt zu kaufen gibt, ist auch die ideale Lösung für die Reparatur von Rissen im Deck.

Schäden an der Unterseite des Snowboards, also am Belag, der aus Kunststoff besteht, werden hingegen mit der Repair Candle ausgetropft und nach Trocknen abgeschliffen. Anschließend muss neu gewachst werden. Alle Details dazu gibt es hier. 

Verbogene Kanten – verzogenes Deck 

Die einzelnen Schichten des Snowboards sind an den Seiten mit Kunststoff versiegelt, die Kanten bestehen aus Stahl. Falls es zu Schäden kommt, bei denen sich eine Kante verbiegt, verzieht oder staucht sich meist auch die Seitenwange. Im schlechtesten Fall reißt ein Stück vom Holz mit aus. Dann heißt auch an den Seitenwangen die Lösung: Epoxidharz.

Ist der Kern nicht betroffen, genügt seitlich am Snowboard auch Kunststoffkleber zur Reparatur. Vorher muss die verbogene Stahlkante allerdings erst durch vorsichtiges Klopfen mit Hammer und Flacheisen gerichtet werden. Scharfe Metallränder anschließend glattfeilen. Ist das geschafft, wird die beschädigte Stelle der Seitenwange mit einem dünnen Stecheisen, Teppichmesser o.ä. eben ausgestochen.


Aufrauen vor dem Kleben

Risse an Nase oder Deck werden keilförmig von der Topsheet aus Richtung Holzkern breiter gefeilt (oder gefräst), bis man überall auf intaktes Material stößt. Durch dieses Aufrauen hält der Kleber später besser, da die Verbindung zu den unversehrten Gewebefasern gestärkt wird. Eventuell überstehende Gewebereste werden mit einer scharfen Schere entfernt.

Was tun bei großflächigen Rissen?

Ist der Riss sehr groß, sollt das Epoxidharz in mehreren Schichten aufgetragen werden und dazwischen zur größeren Stabilität Glasgewebe verklebt werden, wie es auch im Modellbau verwendet wird. Als oberste Schicht benötigt man eine feine Struktur, damit die Topsheet wieder schön glatt wird (z.B. 80g/m2), für darunter liegende Schichten eignet sich auch gröberes Gewebe (z.B. 163g/m2).

Das Epoxidharz wird in zwei Bestandteilen verkauft und muss vor Benutzung erst mit dem Härter angerührt werden, damit es Klebeeigenschaften erhält. Für das richtige Mischungsverhältnis unbedingt die Gebrauchsanweisung des Herstellers beachten. Nur die nötige Menge zubereiten. Die Klebemasse mit einem Spachtel aufgetragen oder mit der (oft mitgelieferten) Spritze in den Riss drücken.


Gut aushärten lassen

Jede Schicht sollte mindestens 24 Stunden trocknen. Am stabilsten wird es, wenn das Harz dabei gepresst wird. Falls es die Krümmung des Boards an der Reparaturstelle erlaubt, ein Stück Frischhaltefolie auf das Harz legen, Holzleisten oben und unten ans Board und mit Schraubzwingen festziehen. Damit die Holzleisten keine Spuren an Belag oder Topsheet hinterlassen, hilft es, sie einzufetten.

Nach dem Trocknen der letzten Schicht überschüssiges Harz abfeilen. Danach neue Farbe und wasserfesten Lack aufbringen.

Wichtig: Epoxidharz und Härter enthalten giftige Chemikalien. Insbesondere beim Anrühren bilden sich gefährliche Dämpfe. Deshalb auf gute Belüftung achten sowie Schutzbrille und Handschuhe tragen. Das gilt auch für das Abschleifen. Flecken von flüssigem Epoxidharz mit Wasser und Spülmittel beseitigen, auch benutzte Gerätschaften lassen sich damit reinigen.

Das braucht man zum Reparieren von Snowboards:

  • stabile Unterlage
  • gute Belüftung
  • Feile
  • Teppichmesser
  • Schere
  • Epoxidharz
  • Schutzbrille
  • Schutzhandschuhe
  • Spachtel zum Auftragen
  • für größere Risse zusätzlich etwas Glasgewebe (0,5m2)
  • Paketklebeband zum Abkleben der unbeschädigten Ränder des Boards
  • Frischhaltefolie zum Bedecken der Harzschicht beim Pressen
  • Schraubzwingen und Holzleisten

 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
Kommentare
Top Themen
ISPO Newsletter
ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media