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 Endlich! So sind Schmerzen im Skischuh Vergangenheit
Wintersport | 25.11.2016

Was hilft, wenn der Ski-Schuh drückt?

Schmerzen im Skischuh: So bereiten Sie Druckstellen und Blasen ein Ende

Endlich! So sind Schmerzen im Skischuh Vergangenheit. Gutes Zeichen, wenn die Schnallen der Skistiefel auch in der Mittagspause geschlossen bleiben (Quelle: Thinkstock)
Gutes Zeichen, wenn die Schnallen der Skistiefel auch in der Mittagspause geschlossen bleiben
Bild: Thinkstock
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Jeder zweite Skifahrer und Snowboarder trägt zu große Schuhe. Fast 90 Prozent klagen über Druckstellen und Schmerzen im Skischuh. Ein Risiko, vor allem aber eine unnötige Qual. Was man beachten sollte, damit die Skischuhe beim Wintersport nicht drückt – unser Ratgeber.

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Ski ab, Stiefelschnallen auf – das ist für viele Skifahrer ein Automatismus. Und ein sicheres Zeichen dafür, dass sie der Skischuh drückt. Dabei sind Schmerzen im Skischuh ganz und gar unnötig. Längst kann man „von der Stange“ und damit für überschaubares Geld individuell anpassbare Skistiefel erwerben.


Der Innenschuh kann im Fachgeschäft serienmäßig durch Wärmeumformung an den Fuß des Käufers angepasst werden. Ansonsten helfen spezielle Einlegesohlen, die allein durch die Körperwärme die Form des Fußbettes, teilweise auch der Fersen, annehmen und für druckfreien Halt sorgen.

Wie eng muss ein Skischuh sitzen?

Die Größe des Skischuhs wird ohne Innenschuh ermittelt. Man schlüpft in dünnen Strümpfen die harte Schale des Skistiefels und rutscht mit dem Fuß ganz nach vorn in die Spitze. Stoßen die Zehnen bei aufrechter Körperhaltung an, müssen zwischen Ferse und Schuhschale 1,5 cm Platz sein – denn genau so dick ist der übliche Innenschuh.

Platz zum Abrollen braucht man beim Skifahren nicht, der Fuß soll eng im Stiefel sitzen. In der typischen Skifahrerhaltung mit gebeugten Knien ist zur Spitze hin dann automatisch wieder genügend Platz und Bewegungsspielraum.

Die Schnallen sollten nicht nur auf der allerletzten Position passen, damit sie auch mit anderen Socken, mit zusätzlichen Polstern und Sohlen noch einstellbar sind. Wichtig ist, den Skischuh erst auf der Piste fest zu schließen, da in der Kälte die Außenschale noch fester wird und sonst das Blut im Bein schmerzhaft abgeschnürt werden könnte.


Warnung vor sogenannten Komfort-Modellen

Günstige Einsteiger-Modelle locken häufig mit dem „Komfort“-Argument, besonders weich zu sein und nicht zu drücken. Tatsächlich sind die Innenschuhe bei solcher Art Angeboten oft besonders dick. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass sie durch das Körpergewicht stärker zusammengedrückt werden als dünnere Innenschuhe.

Die Folge: Die Skischuhe fühlen sich mit der Zeit immer größer und irgendwann spürbar zu groß an. Dadurch frieren die Zehen schneller, krallen sich schmerzhaft in die Sohle, die Kraftübertragung und die Steuerung werden schlechter.

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Was, wenn der Schuh drückt?

Damit der Skischuh dauerhaft angenehm passt, müssen außer der Länge und der anatomischen Anpassung der Schuhsohlen an die eigenen Füße noch weitere individuelle Merkmale berücksichtigt werden. Dazu gehören die Fußbreite, die Höhe des Fußrückens und die Dicke der Waden.

Drückt der Skischuh am Knöchel oder am Beinabschluss nur ein wenig, kann die etwa 1 cm dicke Kunststoffschale an den betreffenden Stellen meist unproblematisch direkt im Geschäft ausgefräst werden. Solche Art Korrekturen sind im Fachhandel normalerweise im Kaufpreis inbegriffen.

Experten empfehlen, nach Möglichkeit erst vor Ort im Skiurlaub neue Skischuhe zu kaufen, damit man notfalls Tag für Tag zum Nachbessern gehen kann.

Sind die Probleme größer, muss ein „Bootfitter“ her. Die Spezialisten für Skischuhe stellen nicht nur die Schale, sondern auch den inneren Schuh komplett als Maßanfertigung her, in dem sie z.B. zwischen Fuß und Schale Schaumstoff spritzen und aushärten lassen.


Schalen-Anpassung im Geschäft

Hoffnung besteht auch für jene, die bisher nur kostspielige Maßanfertigung nutzen konnten. Renommierte Hersteller wie Fischer, Atomic und Nordica werben mit bis „zu 100 Prozent anpassbaren“ Skischuhen, die mit thermischen Verfahren innerhalb von zehn Minuten im Ladengeschäft umgeformt werden können:

  • In einer Art Ofen wird das Material dafür auf circa 80 Grad erwärmt.
  • Dann steigt der Kunde mit dünnen Socken in den Schuh und muss einige Minuten ruhig verharren.
  • Wenn der Schuh dann immer noch drückt, kann er bis zu fünf mal erwärmt und angepasst werden, ohne dass die Eigenschaften des Kunststoffes leiden.

Eine punktgenaue Umformung der Schale mit Infrarot-Wärme an den Problemzonen durch einen Negativdruck-Saugnapf hat Nordica erfunden. Der Ski-Hersteller gewann mit seinem Modell „Speedmachine 130“ dafür den ISPO Award 2016 in der Kategorie Alpine Boots.

Die Jury urteilte: „An diesem Produkt gefiel uns, dass man den sportlichen Boot schnell und effizient mit einem Gerät anpassen kann, das nicht den ganzen Boot beeinflusst, sondern nur den jeweils betroffenen Bereich. Ein großartiger Vorteil für Endverbraucher und Händler.“

Perfekt passende Schuhe sind letztlich nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Sicherheit. Was noch dazu gehört, lesen Sie hier. >>> 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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