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 Snowboard selbst wachsen? Das müssen Sie wissen!
Wintersport | 16.11.2016

Snowboard-Service: So klappt das Wachsen in Eigenregie

Snowboard wachsen – die Anleitung und die besten Tipps

Snowboard selbst wachsen? Das müssen Sie wissen!. Snowboard-Service in Eigenregie – das Geld für den Fachmann lässt sich sparen  (Quelle: Thinkstock)
Snowoard-Service in Eigenregie – das Geld für den Fachmann lässt sich sparen
Bild: Thinkstock
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Nach der Lagerung oder schwungvollen Pisten-Tagen sollte man dem Snowboard frisches Wachs gönnen. Wer den Service selbst übernimmt, kann ordentlich Kosten sparen. Wie es geht? Hier die Anleitung mit hilfreichen Tipps.

Vorweg: Das Wachsen ist für Profis zwar eine Wissenschaft, aber auch als Laie darf man mutig ans Werk gehen. Anfangsfehler, zum Beispiel das Auftragen von zu viel Wachs, lassen sich leicht wieder korrigieren. Im Hobbybereich wird meist ein Universalwachs verwendet, das die Gleitfähigkeit des Boards bei fast allen Schnee- und Wetterverhältnissen verbessert. Heiß aufgetragen hält es am längsten.


Snowboard zum Wachsen vorbereiten

Die Basis für den Skiurlaub wird daheim im Trockenen gelegt. Das Snowboard darf zum Heißwachsen nicht zu kalt sein, es sollte Zimmertemperatur haben. Das kalte Flüssigwachs zur Auffrischung kann dagegen auch unterwegs verwendet werden.

Zum Wachsen zunächst eine stabile und ebene Unterlage wählen, auf der das Snowboard an Nose und Tail aufliegt, ohne zu verrutschen. Wer will, kann die Bindung abschrauben. Im ersten Arbeitsschritt gilt es nun, den Belag von Schmutz und Wachsresten zu befreien.

Das geht am einfachsten mit einer harten Bürste oder Schleifpapier, wobei immer in Laufrichtung gearbeitet wird. Zeigen sich dabei Schäden am Belag, müssen diese vor dem Wachsen ausgebessert werden: Repair Candle anzünden und verflüssigen, Kunststoff großzügig auftropfen und aushärten lassen, überstehende Ränder glätten.

Weist das Snowboard Schäden auf, müssen diese vor dem Wachsen ausgebessert werden.  (Quelle: Thinkstock)
Weist das Snowboard Schäden auf, müssen diese vor dem Wachsen ausgebessert werden.
Bild: Thinkstock


Auch das Schleifen der Kanten muss noch vor dem Wachsen erfolgen. Mit einer Feile werden Scharten und Dellen geglättet, ein spezieller Kantenschleifer sorgt anschließend für den Schliff im richtigen Winkel. Nochmal säubern und los geht's mit dem Wachsen.

Tipp: Der Belag des Snowboards kann auch mit speziellem Wachsentferner gereinigt werden. Eine andere Möglichkeit ist, eine erste Wachsschicht nur zum Zweck des Säuberns aufzutragen und das noch weiche Wachs sofort wieder mit der Abziehklinge abzustreifen. Danach ist das Board ebenfalls tiefengereinigt.

Das brauchen Sie zum Wachsen des Snowboards

• harte Bürste zum Reinigen
• Repair Candle (Kunststoff zum Erhitzen)
• Wachsbügeleisen oder Bügeleisen mit verlässlicher Temperaturregelung
• Universal-Heißwachs (z.B. von Toko oder Holmenkol)
• Abziehklinge (aus Plexiglas)
• Metallbürste (z.B. aus Kupfer) zum Freilegen des Belags nach dem Wachsen
• weiches Tuch oder Nylonbürste zum Polieren des Belags

Tipp: Das Zubehör zum Snowboard wachsen ist das gleiche wie für Alpin Ski und bei vielen Herstellern als Set erhältlich. Alle wichtigen Punkte zum Wachsen der Ski lesen Sie hier.

Das Wachs hat die Aufgabe, den Belag des Snowboards zu versiegeln, damit er geschützt ist und besser auf dem Schnee gleitet. Die meisten Ski- und Snowboard-Wachse werden bei Temperaturen zwischen 110 bis 130 Grad flüssig gemacht. Die Angaben der Hersteller sollten hierbei genau beachtet werden, da Skiwachs schnell verbrennt. Zu heißes Wachs schädigt den Belag und damit das Snowboard.

Tipp: Das Wachs darf nicht qualmen, sondern muss sich als flüssige Spur über das Board ziehen lassen.


Anleitung: Wachsen Schritt für Schritt

• Snowboard mit der Base nach oben waagerecht auf zwei Böcke oder Tische legen
• sicher arretieren
• Bügeleisen auf die vom Hersteller des Wachses angegebene Temperatur vorheizen (Haushaltsbügeleisen Einstellung Wolle, 120 Grad)
• den Wachsblock ca. 20 cm über das Board halten
• das vorgeheizte Bügeleisen an die äußerste Schicht des Wachsblockes halten und das Wachs dadurch zum Schmelzen bringen
• das flüssig gewordene Wachs auf den Ski tropfen

Tipp: Damit das Wachs nicht zu schnell erkaltet, abschnittsweise vorgehen. Sieht das Wachs fleckig aus, muss es mit dem Bügeleisen länger in die Poren des Belags eingearbeitet werden.

• mit dem eingeschalteten Bügeleisen die Wachsschicht lückenlos auf dem gesamten Board verteilen und in Laufrichtung glatt streichen. Nicht drücken.
• Trocknen lassen – mindestens 30 bis 60 Minuten. Herstellerhinweise beachten.
• Nach dem Trocknen die Oberflächen-Wachsschicht mit der Abziehklinge restlos vom Belag abstreifen. Wird das Snowboard nicht eingelagert, auch die Kanten von Wachs befreien. Teurere Klingen besitzen dafür extra eine Kerbe.


Tipp: Für ein Snowboard braucht man keine größere Abziehklinge als für die Ski. Da das Board in der Mitte leicht nach innen gebogen ist, erlaubt ein kleiner Schaber leichter den richtigen Winkel und den nötigen Druck, um die Wachsschicht von der Oberfläche des Belages flächendeckend zu entfernen.

Bei einem Snowboard dauert dieser Hobel-Vorgang circa 10 bis 15 Minuten.

• Nach dem Abziehen die Struktur des Belages mit einer Metallbürste (aus Kupfer oder Bronze) in Laufrichtung wieder herausarbeiten
• auf das Ausbürsten folgt noch das Polieren mit einem weichen Tuch (z.B. Mikrofaser) oder einer Nylonbürste

Tipp: Wird das Snowboard nach dem Wachsen länger nicht benutzt, wachsen viele Wintersportler als Rostschutz auch die Kanten und schleifen sie vor der nächsten Saison nur kurz nach.

Auch im Skiurlaub verhindert das Auftragen einer Schicht Kaltwachs auf den gesäuberten und getrockneten Kanten am Ende eines Skitages die Bildung von Flugrost über Nacht.
 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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