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 Steigeisen auswählen und anlegen – so geht's
Wintersport | 11.11.2016

Steigeisen: Trittsicher bei Eis und Schnee

Steigeisen auswählen und anlegen – die besten Tipps

Steigeisen auswählen und anlegen – so geht's. Lebenswichtig wie der Eispickel  – Steigeisen zum Klettern auf Eis und Schnee (Quelle: Thinkstock)
Lebenswichtig wie der Eispickel – Steigeisen zum Klettern auf Eis und Schnee
Bild: Thinkstock
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Wer im Winter zum Wandern oder Klettern in die Berge geht, braucht dringend Steigeisen. Sie ermöglichen an steilen Hängen das sichere Vorankommen auf Eis und Firn. Alles Wichtige über die Auswahl der geeigneten Steigeisen und Tipps zum Anlegen.

500 Gramm wiegen die leichtesten Modelle an Steigeisen, die in jeden Rucksack passen. Und wer sie für alle Fälle dabei hat, muss seine Wandertour nicht vorzeitig beenden und umkehren, nur weil eine spiegelglatte Eisfläche den Weg versperrt.

Steigeisen gehören zur Ausstattung im alpinen Bergsport einfach dazu. Sie sind mit wenigen Handgriffen angelegt und sorgen für Trittsicherheit auch unter extremen Bedingungen.


Einsatzgebiete für Steigeisen

• Bergwandern im Winter
• alpines Bergsteigen
• Gletscherwanderungen
• Hochtouren
• Schneeschuhwandern
• Skitourengehen (Skibergsteigen)
• Eisklettern auf gefrorenen Wasserfällen
• „Mixed Klettern“ auf Fels- und Eiswänden

Für jeden Anwendungsbereich gibt es optimierte Modelle. Dabei gilt: Je stärker und dauerhafter der Kontakt mit Eis, desto wichtiger wird die Spezialisierung. Wer die Steigeisen nur für den Fall der Fälle dabei hat, ist mit Allroundern gut bedient.


Allrounder: das Steigeisen für alle Fälle

Die Allrounder-Modelle unter den Steigeisen passen durch ihre Riemenbindung an alle herkömmlichen Bergschuhe. Das trifft auch für die „leichten Modelle“ aus Aluminium zu. Für „bedingt steigeisengeeignete“ Schuhe kann bereits die Kipphebel-Bindung benutzt werden, allerdings an der Schuhspitze mit einem Körbchen und Befestigungsriemen.

Die stabilsten und sichersten Steigeisen zum alpinen Bergsteigen, Eisklettern und Mixed Klettern passen nur an Bergschuhe, die als „steigeisengeeignet“ ausgewiesen sind. Diese verfügen vorn und hinten in der Schuhsohle über Aussparungen, die beide Metallbügel des Steigeisens aufnehmen und bei richtiger Einstellung den Kipphebel einrasten lassen.

Steigeisen: 8 bis 12 Zacken, die Bergsportler-Leben retten  (Quelle: Thinkstock)
Steigeisen: 8 bis 12 Zacken, die Bergsportler-Leben retten
Bild: Thinkstock


Das Zacken-Einmaleins

Steigeisen verfügen je nach Modell über eine bestimmte Anzahl an Zacken. Bei leichten und Allround-Steigeisen sind es acht, bei Modellen aus Stahl oder Titan dagegen 12 bis 14. Das Gewicht erreicht dann schnell 1.000 g für ein Paar Steigeisen.

Die Vertikalzacken sind bei guten Steigeisen immer sowohl in Laufrichtung als auch quer dazu befestigt. Die Frontalzacken ragen teilweise horizontal nach vorne, damit der Sportler sicher Richtung Hang klettern kann.

Bei leichten Modellen und für die Verwendung zum einfachen Wandern auf Eis und Schnee sind die Frontalzacken der Steigeisen eher nach unten, also Richtung Boden gerichtet.

Anpassen an die Schuhgröße

Während alte Steigeisen Einzelanfertigungen waren und mitsamt ihren Zacken aus einem Stück geschmiedet wurden, bestehen Steigeisen heutzutage aus zwei Metallplatten (Stahl oder Alu), die über einen mehr oder weniger steifen Mittelsteg – je nach Einsatzzweck – miteinander verbunden sind. Der Abstand lässt sich bei vielen Modellen ohne Werkzeug an die Schuhlänge anpassen.

Die Weite wird bei der Riemenbindung mit Hilfe von Kunststoff-Riemen eingestellt, die zugleich der Befestigung dienen. Die Kipphebel-Bindung rastet nur ein, wenn beide Metallbügel in die dafür vorgesehenen Stege an den Sohlen der Bergschuhe eingesetzt sind.


Checkliste Steigeisen-Anpassung

• Schuhe zum Anpassen der Steigbügel ausziehen.
• Steigeisen darf nicht zu kurz eingestellt sein.
• Steigeisen darf hinten nicht überstehen.
• Für besonders kleine und große Schuhgrößen Extra-Verbindungsstege nutzen.
• Schuh darf im Steigeisen kein Spiel nach vorn und hinten haben.
• Kipphebel muss sicher schließen.

Anpassung in Ruhe vornehmen

Steigeisen werden nicht erst am Berg, sondern in Ruhe vorher eingestellt. Dazu haben Sie die Schuhe nicht an. Da sich der Verschluss des Befestigungsgurtes immer auf der Außenseite befinden muss, dürfen links und rechts nicht verwechselt werden.

Bei vielen Herstellern sind die Befestigungsgurte bei der Riemenbindung und für Körbchen in Kombination mit der Kipphebel-Bindung zu lang. Deshalb sollte die Bergschuhe nach der Längen-Justierung des Steigeisens einmal vollständig angezogen werden. Anschließend werden die Nylongurte mit einem Messer so gekürzt, dass sie auch mit Handschuhen jederzeit problemlos wieder zu lösen sind.

Da die Riemenführung durch die Schlaufen bei unterschiedlichen Steigeisen auch unterschiedlich funktioniert, sollte auch sie in Ruhe probiert werden. Auf Eis und Schnee am Hang bedeutet jede Unsicherheit und Nachlässigkeit Lebensgefahr.

Steigeisen vor der Tour einstellen, nicht in Eile mit klammen Fingern im Schnee. (Quelle: Thinkstock)
Steigeisen vor der Tour einstellen, nicht in Eile mit klammen Fingern im Schnee.
Bild: Thinkstock


Unterschied beim Anlegen von Riemen- und Kipphebel-Bindung

Bei Steigeisen mit Riemenbindung wird der Schuh zuerst mit der Ferse flach auf das Steigeisen gestellt. Sitzen Hacken und hinteres Ende des Steigeisens exakt übereinander, wird der vordere Befestigungsriemen über die Schuhkappe durch die Schlaufe geführt und festgezogen. Im Anschluss folgt der hintere Befestigungsgurt, der mit der Schnalle über dem Knöchel geschlossen wird.

Bei der Kipphebel-Bindung geht man genau andersherum vor. Hier wird mit der Schuhspitze begonnen. Der Metallbügel wird in den Steg unter der Vorderkappe des Schuhs geführt. Danach wird der Hacken auf die hintere Platte des Steigeisens gedrückt, bis der Kipphebel spürbar einrastet. Nun wird noch der Fangriemen am Bein befestigt, der das versehentliche Lösen des Kipphebels und das Verlieren des Steigeisens am Hang verhindert. Das Wintersport-Vergnügen auf Eis und Firn kann beginnen.

Riemenbindung anlegen Schritt für Schritt

• Links und rechts beachten, Schnalle des Befestigungsgurtes muss außen am Bein sein.
• Ferse auf Steigeisen stellen. Es darf nicht überstehen, aber auch nicht zu kurz sein.
• Vorderkappe auf Steigeisen stellen.
• Vorderen Befestigungsriemen durch Schlaufe führen und festziehen.
• Hinteren Riemen befestigen und mit Schnalle über dem Knöchel schließen.

Kipphebel-Bindung anlegen Schritt für Schritt

• Steg der Schuhspitze in vorderen Metallbügel des Steigeisens schieben.
• Ferse absenken, bis der Kippbügel des Steigeisens in den hinteren Steg der Schuhsohle einrastet.
• Fangriemen um das Bein schließen.
 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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