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 Bindung, Helm und Protektoren – die beste Ausrüstung
Wintersport | 05.10.2016

Sicher beim Wintersport

Sicherheit beim Wintersport - darauf kommt es an

Bindung, Helm und Protektoren – die beste Ausrüstung. Niemals ohne Helm auf die Piste – und zwar mit einem besonders stabilen  (Quelle: Thinkstock )
Niemals ohne Helm auf die Piste – und zwar mit einem besonders stabilen
Bild: Thinkstock
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Fast 40.000 Deutsche verletzten sich jedes Jahr beim Wintersport. Zwar haben sich die Zahlen damit seit den 1970ern halbiert – im Falle eines Unfalls bleiben die Folgen jedoch gravierend. Viele Verletzungen würden sich mit der richtigen Sicherheitsausrüstung beim Skifahren und Snowboarden vermeiden lassen.

Skifahren und Snowboarden gelten noch immer als riskant, nicht nur wenn man sich auf tiefschwarze Adrenalin-Pisten wagt. Während sich Snowboarder hauptsächlich an Händen, Armen und Schultern verletzen, trifft es bei Skifahrer meist die Beine. Bänderrisse am Knie gehören inzwischen zu den häufigsten Ski-Verletzungen. 

Fünf Sicherheitskriterien sind maßgeblich, um das Verletzungsrisiko zu minimieren:
⦁ die Einhaltung der Pistenregeln des DSV
⦁ das Tragen eines passgenauen Helms
⦁ das exakte Anpassen der Bindung
⦁ das Nutzung passgenauer Protektoren
⦁ das Mitführen und der geschulte Umgang mit einer Lawinenausrüstung (Tourengeher, Freerider)


Verantwortungsbewusst mit der Gesundheit umgehen

Dass sich die Unfallzahlen seit den 1970er Jahren halbiert haben, ist vor allem auf die bessere Sicherheitsausrüstung und ein gestiegenes Sicherheitsbewusstsein zurückzuführen. Nach Schätzungen des Deutschen Skiverbandes (DSV) tragen inzwischen 70 bis 80 Prozent aller Skifahrer auf der Piste einen Helm. Das ist ein enormer Erfolg, heißt jedoch zuggleich: Mindestens jeder Fünfte ist noch immer fahrlässig ungeschützt unterwegs.

Fast 40.000 Bundesbürger kehren mit Verletzungen aus dem Winterurlaub zurück. Die Unfälle bei den Snowboardern sind dabei fast immer selbstverschuldet, durch gewagte Sprünge, rasantes Tempo und eine Selbstüberschätzung der überwiegend jugendlichen Fahrer. Snowboarder sind im Schnitt 20 Jahre alt, Skifahren 38 Jahre.

Pistenregeln befolgen

Im Alpin Ski besteht die größte Gefahr im Zusammenprall mit anderen Wintersportlern, was mit überfüllten Pisten und den höheren Geschwindigkeiten seit Einführung der Carving-Ski begründet wird. Gerade Kinder sind gefährdet. Das Einhalten der Pistenregeln ist beim Skifahren daher oberstes Gebot.

Auch Skifahrer neigen häufig zur Selbstüberschätzung, gerade am Nachmittag, wenn der Körper ermüdet ist und die Aufmerksamkeit gefährlich sinkt. Bei unzureichender Fitness und schlechter Vorbereitung gilt insbesondere der dritte Skitag als verletzungsreich auf der Piste.

Die Investition in moderne Skiausrüstung für Mensch und Material, für Ski und Snowboard, kann lebensrettend sein. Es beginnt bei der Skibrille, die tränende Augen verhindert und vor Schnee schützt, was bei der Fahrt für eine bessere Sicht sorgt.

Helm, Handschuhe, Brille und Protektoren gehören beim Snowboarden zum Standard. (Quelle: Thinkstock)
Helm, Handschuhe, Brille und Protektoren gehören beim Snowboarden zum Standard.
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Zur wichtigsten Ausstattung für die Sicherheit gehören

⦁ Skihelm gegen Kopfverletzungen

⦁ Sicherheitsbindung gegen Knieverletzungen und Unterschenkelbrüche

⦁ Protektoren gegen Rücken- und Handverletzungen (v.a. Snowboard)

Passenden Skihelm tragen

Alle in der EU angebotenen Ski-Helme unterliegen der gesetzlichen Überprüfung als „persönliche Schutzausrüstung“ (EU-Richtlinie 89/686/EWG). Sie entsprechen den geltenden Normen, was am CE-Zeichen und der "DIN EN 1077"-Kennzeichnung zu erkennen ist. Besonders sicher und stabil sind Ski- und Snowboardhelme der Klasse A, die Schläfen und Ohren bedecken und dadurch größere Bereiche des Kopfes als Helme der Klasse B schützen. Aus Sicherheitsgründen werden Signalfarben empfohlen. Der Helm muss unbedingt gut sitzen, der Kinnriemen muss fest verankert sein und sollte mindestens 1,5 cm breit sein.

Da ist der Profi gefragt: Nur eine gut eingestellte Bindung sorgt für Sicherheit.  (Quelle: Thinkstock)
Da ist der Profi gefragt: Nur eine gut eingestellte Bindung sorgt für Sicherheit.
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Sicherheitsbindung richtig einstellen

Moderne Bindungen für Skier funktionieren nach dem Step-In-Prinzip und lösen sich bei Stürzen. Allein mit dieser Erfindung konnte die Zahl der Verletzungen durch Beinbrüche beim Skifahren um die Hälfte gesenkt werden.

Damit sich die Bindung im Fall der Fälle verlässlich löst, muss sie vom Fachmann exakt auf die Ski montiert und anschließend auf den Skifahrer und dessen Skistiefel eingestellt werden. Die in der Bindung integrierten Bremsbügel müssen leichtgängig sein, damit sie beim Unfall auf dem Hang die Skier stoppen und damit Folgeunfälle für andere Skifahrer verhindern.


Perfekt angepasste Protektoren wählen

Zunehmend verbreitet sind Rückenprotektoren. Sie schützen im Falle des Sturzes den Oberkörper, die Wirbelsäule, die Rippen und die inneren Organe.

Für Snowboarder sind Rückenprotektoren besonders wichtig, da sie bei riskanten Sprüngen und Tricks häufiger stürzen. Protektorenjacken helfen, dass Arme und Schultern nicht zu Schaden kommen. Protektorenhosen schützen die ebenfalls stark gefährdeten Hüfte und den Oberschenkel, bewegliche Knieschoner werden auch separat angeboten.

Andreas König, Sicherheits-Experten des DSV, rät im tz-Interview dazu, Protektoren und Helme alle sechs Jahre zu erneuern. So könne dem Problem der Materialermüdung vorgebeugt werden. Da der verwendete Kunststoff bei Kälte schneller an Stabilität verliere, solle man die Ausrüstung zudem nicht zu kalt lagern.

Alle in der EU erhältlichen Protektoren entsprechen preisunabhängig der Norm EN1621-2. Beim Kauf vor allem auf den perfekten Sitz zu achten. Sogenannte Softprotektoren sind dabei eher für Skifahrer geeignet, die sich auf präparierten Pisten bewegen.

Lawinenausrüstung mitführen und Schulungen besuchen

Schaufel, Sonde und LVS-Gerät sind für Tourengeher und Freerider Pflicht, das Mobiltelefon und eine Erste-Hilfe-Set kommen hinzu. Ein Plus an Sicherheit bringt ein Lawinenairbag-Rucksack (ABS-Rucksack), der sich im Notfall in wenigen Sekunden aufbläst. Er hilft dem gefährdeten Sportler bei einer Lawine dabei, an der Oberfläche zu bleiben und kann zugleich die Folgen eines Aufprall abmildern. ABS-Rucksäcke werden auch mit Rückenprotektoren angeboten.

Der Umgang mit der Lawinenausrüstung braucht Erfahrung. Regelmäßige Schulungen sollten daher Teil des persönlichen Sicherheitskonzepts sein. 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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