ISPO.com is also available in English ×
 Ski oder Snowboard? Die richtige Wahl für Einsteiger
Wintersport | 30.09.2016

Womit einsteigen? Diese Kriterien entscheiden

Ski oder Snowboard? Was passt besser zu mir?

Ski oder Snowboard? Die richtige Wahl für Einsteiger. Ski oder Snowboard: die beliebtesten Wintersportarten im direkten Vergleich (Quelle: Thinkstock )
Ski oder Snowboard: die beliebtesten Wintersportarten im direkten Vergleich
Bild: Thinkstock
Artikel bewerten:
Womit einsteigen beim Wintersport? Mit Skiern oder Snowboard? Was erlernt man schneller? Was fällt leichter? Was macht mehr Spaß? ISPO.com beantwortet die wichtigsten Einsteigerfragen.

Vergleich Ski und Snowboard: Fahrweise

Zwei Skier und zwei Stöcke gegen ein breites Board – Ski fahren ist wesentlich komplexer als Snowboarden und verlangt deutlich mehr Koordination.

Während man beim Snowboard Richtung und Geschwindigkeit durch Gewichtsverlagerung beeinflusst, muss der Skifahrer beide Arme und beide Beine aufeinander abstimmen. Das fällt am Anfang schwerer.


Leichter zu erlernen ist also das Snowboarden, vor allem für jene, die schon Erfahrung mit Skateboards oder Surfboards haben.

Wenn die seitliche Blickrichtung und das Balancieren noch ungewohnt sind, dauern Skifahren und Snowboard fahren im Anfängerstatus ähnlich lange. Zum Könner bringt man es dann auf dem Snowboard jedoch deutlich schneller als auf Skiern.

Vergleich Ski und Snowboard: Tempo

Skifahren ist schneller als Snowboardfahren, jedenfalls was die Rekorde betrifft. Durch die größere Breite und Reibung des Boards liegt die Spitzengeschwindigkeit beim Snowboard bei maximal 200 km/h. Die schnellsten Skifahrer (Speedski) bringen es auf mehr als 250 km/h.

Im Anfängerbereich und für Gelegenheitsfahrer macht sich der Tempo-Unterschied zwischen Ski und Snowboard allerdings nicht so gravierend bemerkbar. Beim Skifahren werden meist Geschwindigkeiten zwischen 30 und 60 km/h gemessen.

Mit der Erfahrung eines Skilehrers knackt man dann die 100 km/h-Marke. Beim Snowboard kann man bei Schuss-Fahrten ebenso schnell werden. Der Spaß liegt aber für die meisten Snowboarder aber ohnehin eher beim schnellen Fahren von Kurven, Rampen und Hindernissen sowie beim Springen, wie sich in den Funparks vieler Skigebiete beobachten lässt.

Eines der Top-Argumente fürs Snowboarden: Cooler geht Sport nicht. (Quelle: Thinkstock)
Eines der Top-Argumente fürs Snowboarden: Cooler geht Sport nicht.
Bild: Thinkstock

Vergleich Ski und Snowboard: Vielseitigkeit

Mit dem Lift den Hang rauf, dann die Piste wieder runter, das ist der (Urlaubs-)Alltag von vielen Skifahrern. Es liegt aber an jedem selbst, wieviel Abwechslung er aus dem Skifahren herausholt.

Der Sport selbst ist durchaus vielfältig. Man kann (bei entsprechender Erfahrung) mit Skiern jenseits der Pisten im Tiefschnee fahren, man kann Skitouren unternehmen (Skibergsteigen), man kann im Funpark von Schanzen springen oder Slalom fahren.

Die gleichen Möglichkeiten bietet das Snowboardfahren. Um jenseits von Liften auf die Berge zu kommen, schnallt man sich entweder das Board auf den Rücken und benutzt Schneeschuhe oder kauft sich ein Splitboard, das sich beim Bergauf-Fahren in Tourenski aufteilen lässt.

Vergleich Ski und Snowboard: Szene

Snowboard als relativ junge Sportart wird immer noch besonders häufig von Jüngeren gefahren, Skischulen bieten aber durchaus auch Anfängerkurse für Erwachsene zwischen 18 und 88 Jahren an. 

Der Grund für die Beliebtheit unter Jugendlichen liegt vor allem darin, dass sich Snowboard leichter erlernen lässt, vor allem bei  vorherigen Erfahrungen mit der seitlichen Gewichtsverlagerung durch das Skateboardfahren. 

Die auffällige Gestaltung der Boards und der Snowboardkleidung verstärkt das jugendliche Image der Sportart.

Skifahren gilt hingegen als klassischer Wintersport, den man von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter zwischen gemütlich und sportlich ausüben kann. Beim Snowboard steht eher der Spaßfaktor im Vordergrund (Stichwort: Funpark mit Rampen und Halfpipe).

Vergleich Ski und Snowboard: beanspruchte Muskelgruppen

Skifahren und Snowboarden ähneln sich aus sportmedizinischer Sicht, was die Beanspruchung der Muskeln angeht. Snowboarding gilt jedoch als körperbetonter.

Identisch ist bei beiden Sportarten die starke Beanspruchung von Oberschenkeln, Waden und Gesäßmuskeln.

Durch die ständige Gewichtsverlagerung auf dem Snowboard werden jedoch die Hüftmuskulatur und die Sprunggelenks-Muskulatur deutlich stärker belastet, ebenso der Oberkörper. Die Beweglichkeit und Stabilität des Rumpfes wird durch Bauch- und Rückenmuskeln (Rückenstrecker) gewährleistet.


Werden beim Skifahren die Skistöcke stark genutzt, beansprucht das Abdrücken zusätzlich die Arm-, Brust- und Schultermuskulatur.

Der Herzmuskel wird oberhalb von 2.000 Metern Höhe beim Skifahren und Snowboarden gleichermaßen stärker beansprucht. In geringerer Höhe besteht für das Herz-Kreislauf-System eine deutlich geringere Gefahr der Überlastung.

Die am stärksten beanspruchten Muskelgruppen

Skifahren

• Oberschenkel
• Waden
• Gesäß

Snowboard

• Oberschenkel
• Waden
• Gesäß
• Hüfte
• Rücken
• Bauch
• Sprunggelenks-Muskulatur

Vergleich Ski und Snowboard: Ausrüstung

Die Ausrüstung von Skifahrern und Snowboardern hat viele Überschneidungen, die Kosten sind daher relativ ähnlich. Skifahrer brauchen Skistiefel, Ski und Stöcke, Snowboarder Boots und Board.

Ansonsten benötigen die Aktiven in beiden Sportarten einen Helm, eine Skibrille bzw. Snowboardbrille, Handschuhe und Skikleidung bestehend aus Skijacke, Skihose, Skisocken und Funktionsunterwäsche.

Wegen der höheren Verletzungsgefahr durch Sprünge tragen viele Snowboarder einen Rückenprotektor, manche auch einen Hosenprotektor mit Schutz für Oberschenkel, Steißbein und Hüfte sowie Handgelenkschoner.


Der Erwerb der vollständigen Ausrüstung schlägt mit mindestens 800 Euro zu Buche, wobei man rund 400 Euro allein für das Board beziehungsweise die Skier samt Bindung einplanen muss.

Gerade bei professionellen Raceboards kann es dann auch schnell vierstellig werden, für Einsteiger ist das jedoch (noch) kein Thema.

Gerade zu Beginn der Ski-Karriere ist es eine gute Option, Skier oder Board zu leihen. So kann man später besser beurteilen, in welche Ausstattung investiert werden sollte.
 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
Kommentare
Top Themen
ISPO Newsletter
ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media