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 Besser spät als nie: Skifahren lernen als Erwachsener
Wintersport | 29.09.2016

Keine Angst vor der Ski-Premiere: Tipps für Anfänger

Skifahren lernen für Erwachsene - darauf müssen Sie achten

Besser spät als nie: Skifahren lernen als Erwachsener. Für viele der Inbegriff vom Winterurlaub: Skifahren mit Freunden oder Familie  (Quelle: Thinkstock )
Für viele der Inbegriff vom Winterurlaub: Skifahren mit Freunden oder Familie
Bild: Thinkstock
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Wer als Kind nicht Skifahren gelernt, kann es immer noch nachholen. Wie Erwachsene Ski fahren lernen können, welche speziellen Angebote es gibt – alles Wichtige über den richtigen Einstieg zum Skifahren für Erwachsene.

Erwachsene machen inzwischen 35 Prozent aller Anfänger in Skikursen aus. Und seit der Erfindung der Carving-Skier fällt der späte Einstieg leichter denn je.

Niemand muss mehr eine Woche zwischen kleinen Kindern auf dem Übungshang fahren, nach einem Vormittag in der Skischule geht es bereits mit dem Lift auf die (blaue) Piste. Dennoch gibt es mit zunehmendem Alter auch Probleme, die Kinder so gar nicht kennen.


Ski fahren lernen – eine Sache des Mutes

Nicht unbedingt fehlende Beweglichkeit, sondern Angst ist das Haupthindernis für Erwachsene, Skifahren zu lernen. Frauen sind oftmals besonders verkrampft, während Männer gelegentlich zu gefährlicher Überschätzung neigen. Erfahrene Skilehrer wissen das und gehen bei Spätstartern auf die speziellen Anforderungen der Zielgruppe ein.

Erstes Anliegen des Skilehrers ist es dann auch, den erwachsenen Skischülern die Angst zu nehmen: die Angst vor der Geschwindigkeit, vor dem Fallen und Stürzen, vor dem Zusammenprall mit anderen, vor Verletzungen, Schmerzen und Knochenbrüchen.

Lockerer Start in Gruppenkursen

Dehnübungen stehen deshalb am Anfang der Stunde, dann geht es mit den Grundlagen los: Stehen auf den Skiern, Rutschen, Bremsen.

Ein Vorteil des professionellen Ski-Unterrichts: Das Schamgefühl ist in Einzelstunden beim Skilehrer oder in einem Gruppenkurs unter Gleichgesinnten schneller überwunden.

Ein Skikurs in einer Gruppe (meist vier bis acht Erwachsene) hat den Vorteil, dass es mehr Spaß macht, mit Gleichgesinnten zu lernen und zu leiden.


Privatkurse für schnelle Fortschritte

Kommt keine homogene Gruppe zusammen, zum Beispiel in kleineren Wintersportorten, ist ein Privatkurs beim Skilehrer besser. Er ist zwar teurer als ein Gruppenkurs bringt dafür aber besonders schnelle Fortschritte, da der Lehrer gezielt auf die Einzelperson eingehen kann.

Die Kosten lassen sich minimieren, indem man am Vormittag ein, zwei Stunden beim Skilehrer nimmt und am Nachmittag allein übt.

Kosten für Anfänger-Skikurse

Ein Tageskurs dauert in der Regel zwei mal zwei Stunden. Gruppenkurse sind in der Regel für etwa 75 Euro pro Person und Tag zu haben. Ein dreitägiger Gruppenkurs schlägt im Schnitt mit 200 Euro zu Buche. Allerdings stellen viele Skischulen auch Schnupperkurse für etwa 50 Euro an.

Für eine Einzelstunde beim Skilehrer ist mit etwa 50 Euro zu rechnen. 

In der Regel nicht inbegriffen sind dabei Kosten für den Skipass des jeweiligen Skigebietes. 

Erwachsene lernen nicht langsamer Skifahren als Kinder, nur nicht mehr so leicht. Der Muskelkater am nächsten Tag ist bei Spätstartern vorprogrammiert.

Mit dem Können kommen  beim Skifahren auch die Sicherheit – und der Spaß. (Quelle: Thinkstock)
Mit dem Können kommen beim Skifahren auch die Sicherheit – und der Spaß.
Bild: Thinkstock

An die Vorbereitung denken

Um typischen Skiverletzungen wie Bänderrissen und Zerrungen vorzubeugen, sollte schon ein paar Wochen vor dem Winterurlaub mit Skigymnastik begonnen werden. 

Das gilt für Anfänger mit dem Wunsch, endlich Skifahren zu lernen, ebenso wie für Fortgeschrittene und Profis. Auch Kraft- und Ausdauertraining sind geeignet, die nötige Fitness aufzubauen.

Gänzlich untrainierte Erwachsene sollten mit der sportlichen Betätigung schon etwa drei Monate vor dem geplanten Skikurs starten. Mindestens zweimal wöchentlich gilt als empfehlenswert.

Ab 40: Check beim Arzt empfehlenswert

Ab 40 Jahren aufwärts sollten Erwachsene vor dem ersten Skifahren aus Vorsichtsgründen einen Arzt konsultieren und einen Gesundheits-Check vornehmen lassen. Dabei wird vor allem die Belastbarkeit des Herz-Kreislauf-Systems untersucht.

Grundsätzlich gilt: Je älter der Anfänger beim Skifahren ist, desto behutsamer sollte er es angehen lassen. Dann spricht bei guter Kondition auch nichts dagegen, sich mit 50, 60 oder 70 Jahren zum ersten Mal auf Skier zu stellen.

Skifahren lernen ohne Winterurlaub

In der Nähe der Alpen – beispielsweise in München – gibt es für Erwachsene Angebote, sich von Skischulen mit dem Bus in die Berge zum Anfängerkurs und zurück fahren zu lassen.

Wer eine Skihalle in seiner Wohngegend (beispielsweise in Bottrop oder Bispingen) hat, kann auch dort ein Schnuppertraining absolvieren oder einen Anfängerkurs (5 Stunden ca. 100 Euro) belegen.

Der Härtetest auf der Piste sollte danach trotzdem erstmal vorsichtig und bestenfalls erneut unter fachkundiger Anleitung angegangen werden.

Dann steht dem Spaß im Pulverschnee allerdings nichts mehr im Wege. Denn Skifahren lernen kann fast jeder – in jedem Alter.

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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