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 Mountainbike gebraucht kaufen – worauf Sie achten müssen
Bike | 11.08.2016

Kauftipps: Gebrauchte Mountainbikes

Mountainbike gebraucht kaufen – worauf Sie achten müssen

Mountainbike gebraucht kaufen – worauf Sie achten müssen. Wie hoch ist das Risiko, ein Mountainbike gebraucht zu kaufen? (Quelle: Thinkstock )
Wie hoch ist das Risiko, ein Mountainbike gebraucht zu kaufen?
Bild: Thinkstock
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Wer sich dafür entscheidet, ein Mountainbike (MTB) gebraucht zu kaufen, hat meist einen triftigen Grund: die Ersparnis. Rund 800 Euro müssen die Käufer in Deutschland im Durchschnitt für ein neues MTB auf den Ladentisch legen, da lässt sich beim Gebrauchtkauf viel Geld sparen. Doch die Sache kann auch teuer und ärgerlich werden. Unsere Tipps, um das zu vermeiden.

Ein Mountainbike gebraucht zu kaufen, ist gerade für sportliche Fahrer mit Reparatur-Geschick, die keinen Wert auf das jeweils neueste Modell legen, eine lohnende Sache. Es lässt sich kräftig sparen und manchmal ergeben sich beim Kauf gleich neue Kontakte zu Gleichgesinnten. So mancher Gebraucht-MTB-Käufer ist nach viel Fachsimpelei schon mit dem Verkäufer auf Tour gegangen.

Das Geschäft mit dem Gebrauchtrad birgt aber auch Risiken, gerade für den Käufer. Sie liegen einerseits im Kaufprozess selbst, beispielsweise beim Vertrag, andererseits im Zustand des erworbenen Mountainbikes. Bei beiden Problemen lässt sich das Risiko minimieren.


Mountainbike gebraucht kaufen – aber wo?

Die erste Frage, die sich mit dem Kaufwunsch für ein gebrauchtes Mountainbike stellt, ist: Wo kann man denn eigentlich ein Mountainbike gebraucht kaufen?

Tatsächlich gibt es diverse Möglichkeiten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. So wäre es zwar am einfachsten, wenn es im Freundeskreis oder auf dem Sonntags-Flohmarkt um die Ecke zufällig ein geeignetes MTB gäbe. Allein die Chancen sind gering. Sollte es doch zufällig klappen, bleibt das Problem mit der Garantie. An wen soll man sich nach dem Flohmarktkauf wenden, wenn das Rad partout nicht hält, was der Verkäufer versprochen hat? Und ist ein Bike es wirklich wert, die Freundschaft mit möglichen „Garantie-Forderungen“ zu belasten?

Diese Probleme gibt es mit dem Kauf eines gebrauchten Mountainbikes beim offiziellen Gebrauchtwaren-Händler nicht. Er ist vor Ort und in der Pflicht. Genau aus diesen Gründen schrumpft aber auch die Ersparnis.

Lesen Sie hier: Darauf sollten Frauen beim Mountainbike-Kauf achten.

So verfallen viele Käufer letztlich auf eBay oder ähnliche Online-Plattformen. Hier ist manches Schnäppchen möglich und das Risiko bei eBay dank Käuferschutz gering. Allerdings droht ein langes Hin und Her, wenn das Rad nicht gefällt oder die Beschreibung nicht wirklich stimmte. Oft ist der anonyme Verkäufer schlecht wieder zu greifen, wenn das gebrauchte Mountainbike retourniert werden muss. Hinzu kommt, dass schon das Verpacken einen gewissen Aufwand bedeutet.

Fazit: Wer keine Eile hat, sollte die Angebote scannen und in Ruhe abwarten, bis sich etwas Geeignetes findet. Zum Saisonstart sind die Chancen dafür höher, da sich gerade jetzt viele passionierte Mountainbiker neu ausstatten und ihr altes MTB abgeben. Da man das Mountainbike, egal ob neu oder gebraucht gekauft, immer Probe fahren sollte, hat der Kauf mit direktem Verkäufer-Kontakt erhebliche Vorteile.

Lesen Sie hier 10 Gründe: Deswegen sollten Sie unbedingt ein Mountainbike kaufen

Mountainbike gebraucht kaufen – aber wie?

Probleme mit dem gebrauchten Mountainbike sind nicht auszuschließen, im folgenden Abschnitt mehr dazu. Aus Käufersicht ist es daher immer von Vorteil, wenn es einen schriftlichen Kaufvertrag gibt. Ein formloses Schreiben genügt, solange Datum, Vertragsparteien und Produkt – also das Rad – zusammen mit dem Kaufpreis aufgeführt werden.

So möglich, lassen Sie sich nicht darauf ein, dass der Verkäufer die gesetzliche Gewährleistung ausschließt. Gerade auf Plattformen wie eBay könnte das bei Privatauktionen allerdings schwer werden.


Die technischen Risiken beim Kauf eines gebrauchten MTB

Den technischen Zustand eines Mountainbikes korrekt einzuschätzen, ist selbst für den Profi schwer. Es gibt Indizien, letzte Gewissheit aber nicht. Besonders problematisch sind die Teile des Rades, die aus Carbon gefertigt wurden. Material-Schäden durch Stürze oder andere physische Einwirkungen lassen sich bei dem Werkstoff anders als bei Aluminium äußerlich kaum erkennen. Stammt das Rad von einem renommierten Hersteller, ist man zumindest beim soliden Rahmen weitgehend auf der sicheren Seite.

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Um das Risiko einzuschätzen, kann nur der Gesamtzustand des Rades beurteilt werden. Dabei gilt: So sehr man sich auch über neue Pedale oder Lenkergriffe freuen mag, gerade dann ist Vorsicht geboten. Genau diese (relativ günstigen) Teile lassen den Gebrauch erkennen und damit auch Rückschlüsse auf das Material-Risiko zu. Es lohnt immer, den Verkäufer genauer zur bisherigen Nutzung des Mountainbikes zu befragen. Im Zweifelsfall: Finger weg und weitersuchen.

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Testen, testen, testen

Verkäufer, die von der Qualität ihres Rades überzeugt sind, werden gegen einen Test nichts einwenden, auch wenn er eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Die meisten Teile an Lager, Federung, Rädern oder Schaltung lassen sich zwar auch nach erfolgtem Kauf ersetzen, kosten aber schnell dreistellige Beträge.

Man sollte darauf achten, dass die Federung bei wiederholter Druck-Beanspruchung gut funktioniert (mehrfach ausfedern) und kein Öl austritt. Der Zustand der Laufräder und Reifen lässt sich am besten ermitteln, indem man das Rad umdreht und mit dem Drehen der Pedale den Laufwiderstand und das Spiel des Lagers beurteilt. Sollten die Reifen abgefahren sein, lässt sich der Preis für das Mountainbike eventuell um 30 bis 60 Euro drücken (je nach Gesamtpreis).

Der eigentliche Eindruck entsteht erst bei einer Probefahrt. Funktioniert die Schaltung? Stimmt die Rahmengröße für Sie? Kommen Sie gut an die Bremshebel oder lassen sich diese entsprechend einstellen? Während bei der Optik immer Kompromisse möglich sind – schließlich geht es um den Kauf eines gebrauchten Bikes – sollte man bei der Sicherheit keine Abstriche machen.

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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