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 Social Media für die Bewerbung: Nutzen und Stolperfallen
Karriere | 28.06.2016

Bewerbung: Pro und Contra für Social Media

Social Media für die Bewerbung: Nutzen und Stolperfallen

Social Media für die Bewerbung: Nutzen und Stolperfallen. Mit Social Media zum neuen Job? Oft fällt der Handschlag aus.  (Quelle: Thinkstock )
Mit Social Media zum neuen Job? Oft fällt der Handschlag aus.
Bild: Thinkstock
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Social Media hat Einfluss, auch bei der Bewerbung. Denn ob wir es wollen oder nicht: Beide Seiten werden versuchen, sich über diese Kanäle ein Bild vom jeweils anderen zu machen. Nicht immer geht das für den Bewerber gut aus. Wir klären, was man tun und was man besser lassen sollte.

Social Media: Eigen-Darstellung mit Nachhaltigkeit

Eine Bewerbung ist meist sehr zielgerichtet. Der Bewerber reagiert auf eine interessante Stellenausschreibung und macht sich daran, den Lebenslauf entsprechend zu bearbeiten. Schließlich soll das Profil vermitteln, man habe genau auf diesen Job hingearbeitet. Andere Bewerber? Dürfen für den Arbeitgeber nur noch eine Notlösung sein.


Social Media funktioniert anders. Zwar geht es auch hier um persönliche Informationen, aber eben nicht dauerhaft für einen bestimmten Adressaten. Da ereifert man sich über die Jahre ein wenig über die „doofen Nachbarn“, lobt weinselig den guten Jahrgang im Rheingau und postet das lebenslustige Foto vom Badesee. Alles bewahrt das Netz auf. Leider ist das Ergebnis – zumindest in Sachen Bewerbung – oft keine Empfehlung, was fatale Folgen haben kann. Das Gros der Personalabteilungen setzt das Bild vom Bewerber inzwischen (auch) aus den Bausteinen zusammen, die das Netz zu bieten hat. So fällt das Bewerbungsgespräch aus, ohne dass der Grund auf den Tisch kommt.

Bewerber-Suche über die Netzwerke

Die „Recruiting Trends 2016“, veröffentlicht bei der Job-Plattform Monster und beim Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) weist aus, dass jedes zweite Unternehmen Foren und Blogs durchforstet, um einen potentiellen Mitarbeiter zu finden und besser einschätzen zu können. Jeder vierte Personaler taucht tief in die sozialen Netzwerke ein. In Karriere-Netzwerken wie LinkedIn oder XING sind es sogar mehr als Dreiviertel der suchenden Unternehmen.

Das Interessante daran: Die Sache hat Methode und die Methode Erfolg. So geben im „Recruiting Report 2012“ von Jobvite schon 73 Prozent der Unternehmen in den USA an, über Social Networks erfolgreich Mitarbeiter gefunden zu haben. Ganz vorn im Ranking steht die Plattform LinkedIn, aber auch Facebook spielt eine große Rolle.

Ratgeber: Seien Sie informiert – auch über sich selbst

An die wachsende Bedeutung der Social Networks als Recherchequelle wird sich gewöhnen (müssen). Das bedeutet jedoch zugleich, dass die Erstellung des eigenen Bewerbungsprofils potentiell mit der ersten Veröffentlichung bei Facebook und Co. beginnt. Das geschieht meist zu einer Zeit, in der die Frage nach dem künftigen Job noch gar keine Rolle spielt. Umso früher man also ein Gefühl für das Risiko entwickelt, und für mögliche Folgen leichtfertiger Offenbarungen sensibilisiert ist, desto besser ist es. Zugleich gilt es aber auch, die Chancen der Netzwerke zu erkennen und zu nutzen. Vor einem Bewerbungsgespräch sollte man folgende Dinge zu tun:

⦁ Finden Sie heraus, welche Informationen zur eigenen Person im Netz kursieren. Das schützt vor bösen Überraschungen. Manches lässt sich vielleicht korrigieren oder begründen. Ein guter Weg zur dauerhaften Kontrolle ist ein Google Alert für den eigenen Namen.

⦁ Komplettieren Sie gezielt Ihr Profil, gerade auf den Plattformen für berufliche Kontakte.


Social Media als Bewerbungsverfahren?

Immer häufiger taucht inzwischen auch die Frage auf, ob man Social Media bewusst für die Bewerbung nutzen sollte. Warum nicht eine eigene Seite erstellen und diese dem Unternehmen zur Verfügung stellen? Immerhin lässt sich so ein multimediales Bild der eigenen Person entwickeln, das aussagekräftiger sein kann als zwei Blatt Papier.

Wenn Sie sich nicht gerade auf die Position des Social Media Managers bewerben, raten wir dennoch davon ab. Der wichtigste Grund: Die meisten Unternehmen sind noch nicht bereit dafür. Es mangelt an Zeit und widerspricht den geltenden Gepflogenheiten. Schließlich geht es bei der Sichtung der Bewerbungsunterlagen um Sekunden – sie müssen daher kurz und klar strukturiert sein. Eine Online-Aufbereitung kann hier vielleicht ergänzen, nicht aber den ersten Schritt ersetzen.

Bewerbung – am besten per Formular

Die „Recruiting Trends 2016“ haben ergeben, dass drei von vier Unternehmen am liebsten eine Bewerbung über die zur Verfügung gestellten Formulare wünschen. Übersetzt heißt das: Sie sollen „maschinenlesbar“ sein. In dieselbe Richtung geht auch die Tatsache, dass 99 von 100 befragten Unternehmen Infografiken und Videos nicht als Bestandteil einer Bewerbung sehen. Sport-Jobs beziehungsweise Arbeitgeber im Sport Business bilden da keine Ausnahme.

Das Verfahren, wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenkommen, wird sich in Zukunft dennoch verändern – und die neuen Technologien spielen die Schlüsselrolle dabei. Noch stecken Methoden wie das „Robot Recruiting“ oder die „Gamification“, bei der man Anforderungen und Skills spielerisch abzugleichen versucht, in den Kinderschuhen. Deutlich mehr als ein Drittel aller Unternehmen und Stellensuchenden geht aber davon aus, dass hier die Zukunft liegt. Entsprechend wächst die Erwartungshaltung auf beiden Seiten.
 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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