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 Mythen, Kultur und Genuss – mit dem Bike durch Thüringen
Outdoor | 27.04.2016

Die schönsten Fahrrad-Touren in Thüringen

Mythen, Kultur und Genuss – mit dem Bike durch Thüringen

Mythen, Kultur und Genuss – mit dem Bike durch Thüringen. Den Kopf wieder frei bekommen – mit dem Bike durch den Thüringer Wald (Quelle: Thinkstock)
Den Kopf wieder frei bekommen – mit dem Bike durch den Thüringer Wald
Bild: Thinkstock
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In Thüringen verführen mehr als 50 Radwege zu Touren aller Schwierigkeitsgrade. Neben Fernradwegen wie dem Harzrundweg oder dem Unstrut-Radweg gibt es eine Vielzahl regionaler Routen, auf denen sich die landschaftlichen Reize vom Bike aus entdecken lassen. Hier sind drei der schönsten Touren.

Der Kyffhäuserradweg – auf dem Bike durch die Geschichte

Die Kyffhäuser-Gemeinde Ichstedt ist ein guter Ausgangspunkt für diese Tour, die rund um das Kyffhäuser-Gebirge führt. 36 Kilometer gilt es insgesamt zu bewältigen, mit leichten Steigungen durch Obstwiesen und lichte Wälder. Auf der Tour gibt es gleich mehrere Attraktionen von internationalem Ruf, die eine Besichtigung lohnen. Neben dem Kyffhäuser-Denkmal in Bad Frankenhausen zählt dazu auch die Barbarossahöhle, in der Kaiser Friedrich I. Barbarossa der Sage nach schläft, während sein roter Bart weiter um einen Tisch wächst – bis er erwacht oder das Ende der Welt über uns hereinbricht.


Etwa zur Halbzeit der Tour erreicht man am westlichsten Punkt der Strecke den Stausee von Kelbra und radelt durch die schöne Landschaft der Goldenen Aue und damit zugleich für wenige Kilometer durch das benachbarte Sachsen-Anhalt. Nördlich vom Kyffhäuser geht es von hier mit dem Bike zurück nach Ichstedt, mit vielen Landgasthöfen und Möglichkeiten zur Einkehr.

Radeln für Fitness und Gesundheit – auf dem Rennsteig-Radwanderweg

Es sind 200 Kilometer, die es in sich haben. Mit dem Bike geht es einmal quer durch den Süden Thüringens, von Hörschel ganz im Westen bis zum südlichsten Punkt nach Blankenstein. Rund zwei Drittel der Strecke werden auf Waldwegen zurückgelegt, wobei gerade zu Beginn Steigungen von mehreren Hundert Metern zu bewältigen sind. Der höchste Punkt der Route liegt bei 942 Metern, der Start bei knapp 200. Das stellt Ansprüche an die Gesundheit und setzt einiges an Fitness voraus.

Doch die Anstrengung lohnt. Vom Bike aus bekommt man einen Eindruck von Thüringer Wald und Frankenwald, sieht gleich zu Beginn die berühmte Wartburg bei Eisenach und kann im Wintersportzentrum Oberhof eine Rast einlegen. Schon ziemlich am Ende der Tour passiert man mit dem Bike die Region des „Blauen Goldes“, womit der Schiefer gemeint ist, der rund um Lehesten lange abgebaut wurde. Im 13. Jahrhundert gab es in ganz Europa keinen größeren Schiefertagebau und bis heute können die alten Schieferbrüche besichtigt werden.

Die sportliche Tour endet an der Saale, die hier zugleich die Grenze nach Bayern bildet.

Laura-Radweg – Bike-Tour mit jeder Menge Tradition

Auf dem 46 Kilometer kurzen Laura-Radweg ist für jeden etwas geboten: für Eisenbahnfans, Gourmets und Kulturliebhaber. Auch Fitness und Gesundheit kommen nicht zu kurz, schließlich lässt sich die Tour an beiden Enden beliebig verlängern, denn im Süden bei Weimar wartet der Ilmtal-Randwanderweg, während am Endpunkt in Sömmerda Anschluss an den Unstrut-Radwanderweg besteht.


Zunächst aber geht es nach der Besichtigung Weimars auf eindrucksvolle 46 Kilometer, mit dem Bike immer dem ehemaligen Bahndamm der Laura-Schmalspurbahn folgend. Passend dazu kann in Leutenthal das technische Freilichtmuseum „Mechanika da Vinci“ besucht werden, in dem unter anderem zahlreiche „Dampf-Loko-Mobile“ als Modell im Maßstab 1:10 präsentiert werden. Kinder sind hier aufgefordert, spielerisch an vielerlei mechanischen Geräten die Gesetze der Physik zu erproben.

Im benachbarten Heichelheim dreht sich in der Thüringer Kloß-Welt mit Museum alles um die wohl berühmteste kulinarische Spezialität der Region. Wer Appetit bekommen hat, kann sich am Kloß-Imbiss für den folgenden Streckenabschnitt stärken. Geöffnet ist täglich bis 17 Uhr. Und wer zufällig am ersten Samstag im September in Heichelheim ist, kann das berühmte Kartoffelfest des Ortes miterleben.

Die ehemalige Endhaltestelle der Laura-Bahn befand sich in Großrudestedt, hier sind dann auch schon mehr als 80 Prozent der Strecke geschafft. Mit dem Bike lohnt es sich aber, noch den letzten Teilabschnitt nach Schallenburg in Angriff zu nehmen, auch wenn einige Höhenmeter zu überwinden sind. Anders als zu vermuten wäre handelt es sich bei Schallenburg nicht um eine Burganlage, sondern um einen Stadtteil von Sömmerda. An Burgen und Schlössern besteht auf der Route dennoch kein Mangel. So kann man auf Schloss Ettersburg fürstlich dinieren, beim Renaissanceschloss Kromsdorf im berühmten Garten schlendern und sich auf Schloss Denstedt tausend Jahre in der Geschichte zurückversetzen. Dann sollte man allerdings zwei Tage einplanen.
  

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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