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 Perfekte Symbiose? Steinzeit-Kost für Crossfitter
Fitness | 24.04.2016

Crossfit und Paläo – so ernähren sich Crossfitter

Perfekte Symbiose? Steinzeit-Kost für Crossfitter

Perfekte Symbiose? Steinzeit-Kost für Crossfitter. Nüsse ja, Getreide nein – mit der Paläo-Kost zu mehr Gesundheit?    (Quelle: Thinkstock )
Nüsse ja, Getreide nein – mit der Paläo-Kost zu mehr Gesundheit?
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Crossfit gilt als härtester Fitness-Sport der Welt. Auch ohne diesen Superlativ steht fest: Das Workout verlangt den Athleten alles ab. Um gesund zu bleiben und langfristig Fortschritte zu machen, spielt die Ernährung eine große Rolle. Besonders angesagt in der Crossfit-Szene: die Paläo-Kost.

Wer viel Sport treibt, muss auch entsprechend essen: Eine bewusste und ausgewogene Ernährung ist gefragt, denn anders sind die harten Trainingseinheiten nicht zu meistern. Langkettige Kohlenhydrate, gesunde Fette, hochwertiges Eiweiß – all das versorgt unseren Körper nach einem anstrengenden Workout mit den benötigten Nährstoffen und hilft uns zugleich, schneller zu regenerieren.

Seit einigen Jahren wird Crossfit immer wieder mit einer bestimmten Form der Ernährung in Zusammenhang gebracht: der sogenannten Paläo- oder Steinzeit-Diät. Doch warum bilden das dynamische Krafttraining und die altsteinzeitliche Kost eine scheinbar perfekte Symbiose? Eine Detailbetrachtung hilft.


Was ist Crossfit?

Crossfit ist eine Kombination aus verschiedenen Sportarten wie olympischem Gewichtheben, Turnen, Laufsport und Krafttraining. Das Training setzt sich in der Regel aus einem Krafttrainings-Teil, in dem hauptsächlich komplexe Ganzkörper-Übungen wie Kniebeugen, Kreuzheben, Reißen oder Stoßen geübt werden, und einem High-Intensity-Teil, in dem man ständig wechselnde Übungen mit hohen Wiederholungszahlen auf Zeit absolvieren muss, zusammen. Neben dem moderatem Techniktraining besteht das Zentrum eines Crossfit-Workouts aus dem etwa 20-minütigen „Workout of the Day“ (WOD). Die Kürze der Trainingszeit lässt sich durch die hohe Intensität erklären und erinnert, ebenso wie die ständig wechselnden Übungen, tatsächlich an die Belastungen unserer Steinzeitvorfahren – wenige Minuten höchster Intensität kombiniert mit längeren Phasen der Erholung. Statt des stundenlangen Ausdauer- oder Krafttraining im Fitnessstudio, die wenig alltagsnah sind, ist Crossfit kompakt, funktionell und höchst effektiv.

Was ist Paleo?

Die Paläo- oder Steinzeit-Diät orientiert sich, wie der Name besagt, an der Ernährungsweise der frühen Steinzeitmenschen, genauer gesagt der Bewohner des Paläolithikums. Sämtliche landwirtschaftliche Erzeugnisse wie etwa Getreideprodukte oder Milch sind bei der Steinzeit-Kost tabu. Ebenso werden auch alle industriell verarbeiteten Produkte wie Zucker oder Öle gemieden. Auf dem Speiseplan stehen stattdessen ausschließlich hochwertige tierische Produkte wie Fleisch, Fisch oder Eier, Gemüse, Obst und Nüsse. Auch auf die Qualität der Nahrungsmittel wird bei der Urzeit-Ernährung großen Wert gelegt – ganz nach dem Motto: Klasse statt Masse.

Crossfit meets Paläo – Urkost als perfekte Sportler-Nahrung?

Welche Vorteile birgt die Paläo-Ernährung nun für das Crossfit-Training? Sowohl beim Crossfit, als auch bei der Steinzeit-Kost steht der Gesundheitsaspekt im Vordergrund. Dabei wird darauf verzichtet, die körperliche Leistungsfähigkeit mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln und Supplements zu optimieren, wie es sonst in der Fitness-Szene weit verbreitet ist. Neben Kraft und Ausdauer wird beim Crossfit-Training vor allem auf die Funktionalität im Alltag Wert gelegt. Beweglichkeit, Balance und Koordination – all das sind Faktoren, die für einen intakten Bewegungsapparat von essentieller Bedeutung sind.


Anhänger der Paläo-Kost berichten immer wieder von der Linderung zahlreicher Beschwerden wie etwa von Allergien, Hautproblemen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Sogar auf Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Multiple Sklerose soll der Verzicht auf Getreide, Milchprodukte und Co. eine heilende Wirkung haben. Repräsentative Studien, die diese persönlichen Beobachtungen eindeutig nachweisen würden, gibt es nicht. Eine positive Wirkung, zum Beispiel auf die Senkung der Blutzuckerwerte, scheint inzwischen jedoch belegt.

Paläo-Kost - jede Menge Energie

Der größte und für das Crossfit-Training wichtigste Vorteil der Paläo-Diät ist die vielbeschriebene extra Portion Energie. Ob Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse oder Obst - natürliche Nahrungsmittel enthalten große Mengen an Nährstoffen, die unser Körper benötigt – vor allem an Nährstoffe, die er tatsächlich aufnehmen kann. Konservierungsstoffe oder sonstige industrielle Zusätze, die unser Körper nur schwer verarbeiten kann, enthält die ursprüngliche Paläo-Kost nicht. Sie ist dagegen reich an hochwertigen Mikro- und Makronährstoffe.
Auch für Nicht-Crossfitter, die Wert auf ihre Gesundheit legen, kann die Paläo-Kost daher eine sinnvolle Richtlinie für eine gesunde Ernährung bilden – selbst wenn man sich hin und wieder einen Abstecher ins Reich der industriell-hergestellten Köstlichkeiten gönnt.

Einordnung

Zwingend ist der Zusammenhang zwischen Crossfit und Paläo-Diät nicht, sinnvoll erscheint er in den genannten Belangen schon. Daran ändert auch nichts, dass viele Aspekte der Paläo-Ernährung umstritten bleiben, gerade wenn es um die generelle Ablehnung bestimmter Lebensmittelgruppen wie beispielsweise von Hülsenfrüchten und Getreide geht. Wer Aussagen überhöht, findet Gehör. In seinen eigenen Ernährungsplan sollte dies jeder ohne Pauschalisierungen einordnen. 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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