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 Mit Bewegung und Lebensfreude gegen die Burnout-Gefahr
Fitness | 12.04.2016

Sport als Burnout-Killer

Mit Bewegung und Lebensfreude gegen die Burnout-Gefahr

Mit Bewegung und Lebensfreude gegen die Burnout-Gefahr. Wer lacht und sich bewegt, schafft einen gesunden Ausgleich zum Stress. (Quelle: Thinkstock )
Wer lacht und sich bewegt, schafft einen gesunden Ausgleich zum Stress.
Bild: Thinkstock
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Kann Sport ein Burnout heilen? Nein, das kann er nicht. Aber Sport kann der Bildung des Syndroms massiv entgegenwirken und so verhindern, dass überhaupt ein Burnout entsteht. Die Rechnung ist einfach gemacht: Sport hilft beim Stressabbau und Stress ist die Quelle, von der das Burnout lebt.

Richtig abzuschalten ist eine Kunst. Denn während wir den Ein/Aus-Schalter beim Handy zu selten finden, fehlt er beim Gedanken-Karussell gleich ganz. Alle Zeit wird „effektiv“ genutzt, bis unser Körper irgendwann sagt: Du, Max Mustermann, Du hast alle Warnungen ignoriert. Jetzt ist das Burnout bei uns eingezogen und gerade dabei, sich so richtig breit zu machen.

Irmhild Poulsen, Leiterin des Burnout Instituts Phoenix, beschreibt 2009 die tragenden Elemente, die bei der Vorbeugung eines Burnouts eine Rolle spielen. Sieben der acht hier genannten Kriterien befassen sich mit dem inneren Zustand des Menschen, zum Beispiel seiner Gelassenheit oder mit dem Einfluss seiner Umgebung, zum Beispiel guten Kollegen und Freunden. Eine Säule sticht heraus: Es ist das Hobby Sport, die Bewegung, die als Ausgleich zum Stress des Alltags dienen kann.


Sport als Schutz vor dem Burnout

Es sind gleich mehrere Punkte, die den Sport zum Burnout-Wächter qualifizieren, und zwar weitgehend unabhängig von der jeweiligen Sportart. Es beginnt damit, dass die Zeit, in der wir Sport treiben, uns tatsächlich gehört. Wer telefoniert schon beim Joggen oder beim Zumba? Wer liest parallel seine Mails? Aufgrund der körperlichen Aktivität spendiert unser Körper gleich noch ein paar Glückshormone und ersetzt damit das Stress-Adrenalin des Tages, das sich hier angesammelt hat. Ein guter Tausch, denn so entsteht ganz automatisch eine gewisse Zufriedenheit in uns. Der Ärger ist vergessen oder ihm wird zumindest dauerhaft etwas Positives entgegensetzt. Unser Körper wird beim Sport auch besser durchblutet, die Organe besser versorgt. Das klare Denken fällt wieder leichter.

Mehr als nur ein positiver Nebeneffekt ist zudem, dass man beim Freizeitsport Gleichgesinnte trifft, vielleicht nach dem Workout noch gemeinsam etwas trinkt und schwatzt. Dabei gibt es keine Hierarchien oder Abhängigkeiten. Als Ausgleich zum Stress im Beruf oder auch in der Familie geht es hier um etwas sehr Wichtiges, das dem Burnout einen Riegel verschiebt: Es geht ums Vergnügen.

Zu viel ist zu viel, auch im Sport

Dass der Sport dem Burnout etwas entgegenzusetzen vermag, liegt nicht an der jeweiligen Tätigkeit selbst. Denn trotz des positiven Effekts der Bewegung kann auch Sport krank machen und am Ende zum Burnout führen. So mancher Spitzensportler hat das in den vergangenen Jahren erlebt. Die „Ärzte Zeitung“ berichtete bereits im Dezember 2014 unter Verweis auf eine Studie in Frankreich, dass bis zu zehn Prozent der Sport Professionals unter Burnout-Symptomen leiden. Oliver Stoll, Professor für Sportpsychologie und Sportpädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, erklärt bei Achim Achilles: „Hoch leistungsmotivierte Personen sind meist auch Perfektionisten mit anspruchsvollen Zielen. Viele können aber nicht mit den negativen Emotionen umgehen, wenn sie ihr Ziel mal nicht erreichen … wenn das, was sie in ihren Sport reinstecken und das, was sie rausbekommen, in keinem angemessenen Verhältnis mehr steht, kann es zum Ausbrennen kommen.“


Auf das Gros der Freizeitsportler trifft diese Gefahr nicht zu – eben weil sie keine Sport-beruflichen Höchstleistungen zu vollbringen haben, sondern einfach etwas für ihre Gesundheit und Fitness tun.

Gegen die Burnout-Gefahr – selbst aktiv werden

Das Spektrum der Möglichkeiten, im Vorfeld bewusst gegen das „Ausgebranntsein“ vorzugehen, ist groß. Für den einen ist es der Waldspaziergang, für den anderen Tai Chi oder Yoga. Manche Menschen profitieren in ihrer Ausgeglichenheit davon, täglich vor der Arbeit 50 Kilometer mit dem Rad zu fahren, was für andere purer Stress wäre. Wichtig ist es, ein eigenes Maß zu finden und diesen sportlichen Ausgleich – ob ein, zwei oder drei Mal in der Woche – als gesetzt zu betrachten. Denn Termine gibt es genug. Steht das Zeitfenster Sport dann zur Disposition, sind die Jalousien schnell wieder geschlossen und drinnen wird es schrecklich dunkel.

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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