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 Trendsport Bouldern: Die Stars der Szene
Outdoor | 07.04.2016

Stars der Boulder-Szene

Trendsport Bouldern: Die Stars der Szene

. Bouldern am Limit – die Stars einer aufstrebenden Szene (Quelle: Thinkstock )
Bouldern am Limit – die Stars einer aufstrebenden Szene
Bild: Thinkstock
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Bouldern zieht nicht nur immer mehr Hobbykletterer an die Felswand, auch im Wettkampfsport werden jährlich neue Bestmarken gesetzt. Die Popularität der Stars der Szene steigt – wir stellen einige Profis vor, die es nicht nur an der Wand bis an die Spitze geschafft haben.

Schwindelerregende Höhen – beim Bouldern Fehlanzeige. Aber gerade wegen der überschaubaren Fallhöhe ist der ungesicherte Klettersport eine echte Herausforderung für Körper und Geist. Technik, Geschick und Kreativität sind gefragt, nicht übertriebener Wagemut. Um die tückischen Passagen zu meistern, braucht es nicht zuletzt Köpfchen gepaart mit dem richtigen Instinkt – die eigenen Fähigkeiten werden dabei immer wieder aufs Neue auf die Probe gestellt.

Mittlerweile hat sich das Bouldern von einer teils belächelten Randsportart zu einem echten Trend entwickelt. Neueinsteiger und erprobte Hobby-Athleten strömen in die Boulder-Hallen. Auch im Wettkampfsport hat sich einiges getan. So gewinnt der offizielle Weltklettercup der International Federation of Sport Climbing (IFSC) zunehmend an Bedeutung. Die Top-Athleten haben sich in der stetig wachsenden Boulder-Szene zu echten Stars entwickelt.


Das Nachwuchstalent – Jan Hojer

Im Jahr 2008 gewann er gleich in seinem ersten Jahr in der Erwachsenen-Klasse die deutschen Meisterschaften im Schwierigkeitsklettern. 2014 wurde er Dritter bei den Weltmeisterschaften im Bouldern in München und konnte zusätzlich den Sieg im Gesamtweltcup für sich verbuchen. Ein Jahr später folgten der Europameistertitel und ein zweiter Platz beim Gesamtweltcup.

Obwohl erst 24 Jahre alt, kann Boulderer Jan Hojer eine ganze Liste an internationalen Titeln vorweisen und gilt nicht umsonst als bestes Nachwuchstalent und absoluter Star der Boulder-Szene. Für seine Wettkämpfe trainiert der gebürtige Kölner mindestens drei Stunden täglich und versucht, neben gezieltem Fitness- und Krafttraining sowohl in der Halle, als auch am Naturfels zu glänzen: „Beim Bouldern bist du jung am stärksten; in zehn Jahren werde ich nicht mehr so gut sein. Es hätte mir leid getan, die Zeit zu verschwenden und die Chance zu verpassen, in meinem Leben so einen Höhepunkt zu erleben“, erklärt Hojer dem Magazin des Deutschen Alpenvereins „Panorama“.

Früh übt sich … – Juliane Wurm

Auch die Damenwelt ist in der Boulder-Szene mit einigen Top-Athletinnen vertreten. Bereits im zarten Alter von 16 Jahren wurde Juliane Wurm zur jüngsten deutschen Meisterin aller Zeiten im Bereich Klettern. Im Laufe ihrer bisherigen Karriere folgten 15 weitere Titel bei deutschen Meisterschaften, so dass die 25-Jährige auch den Titel der erfolgreichsten Boulder-Sportlerin Deutschlands für sich in Anspruch nehmen kann.

Auch auf internationaler Ebene ist Wurm ganz vorn mit dabei. So konnte sie 2014 nicht nur den Weltmeistertitel im Bereich Bouldern bei der Kletterweltmeisterschaft 2014 gewinnen, sondern im folgenden Jahr auch noch den Titel bei der Boulder-EM in Innsbruck holen.

Und was gefällt der Rekordhalterin so am Bouldern? „Beim Bouldern sind die Züge athletischer und koordinativer und es ist oft verspielter als das Seilklettern. Im Training finde ich es gut, dass das Bouldern abwechslungsreicher ist und es so nicht so schnell langweilig wird!“, verriet Wurm im Interview mit dem Online-Magazin „Am Fels“.

Jünger geht immer – Adam Ondra

Schon mit 13 Jahren gehörte der gebürtige Tscheche Adam Ondra zur Weltspitze im Sportklettern und Bouldern. Bei seiner ersten Weltcup-Teilnahme in der Männerklasse 2009 konnte der heute 23-Jährige auf Anhieb den Vizeweltmeistertitel im Leadklettern für sich herausholen. Ein Jahr darauf entschied er den Gesamtweltcupsieg für sich, um seine Leistung schließlich 2014 mit dem Weltmeistertitel im Bouldern und Leadklettern zu krönen.


Neben dem Wettkampfsport zieht es Ondra immer wieder in Natur, wo er bereits in jungen Jahren einige der schwersten Kletter-Routen der Welt, wie „La Rambla“ und „La Dura Dura“ – beide in Katalonien, bezwingen konnte.
Woher holt der Tscheche die Energie, um derartige Teufelsrouten zu meistern?: „Jeder hat animalische Instinkte - ich meine jetzt nicht wie wild rum zu schreien, aber eben komplett konzentriert zu sein, total vertieft in das, was man gerade tut, so dass die Zeit stehenzubleiben scheint. Aber nur wenige Menschen können dieses Tier in sich selbst finden - Kinder können das viel besser. Sie spielen. Ich spiele, wenn ich klettere.“, verrät Ondra bei klettern.de.

Zweifache Weltmeisterin – Anna Stöhr

Auch in Österreich wird beim Bouldern ordentlich Gas gegeben. Für Frauenpower sorgt hier die 27-jährige Anna Stöhr, die bereits mit 15 Jahren die Jugend-Weltmeisterschaft in Bulgarien für sich entscheiden konnte. Neben zahlreichen weiteren nationalen und internationalen Titeln, gehören die Weltmeistertitel im Bouldern in den Jahren 2007 und 2011 zu Störs größten Erfolgen.

Auch am Fels ist die Sport- und Englischstudentin anzutreffen. Als herausragend gilt hier das Bezwingen der Route „The Riverbed“ in der Schweiz mit einem Schwierigkeitsgrad von 8b: „Unmittelbar während der Wettkampfzeit bin ich eher in der Halle anzutreffen. Im restlichen Jahr bin ich fast ausschließlich am Fels unterwegs! Meine Geheimgebiete kann ich hier leider nicht verraten, denn ich hab es lieber ruhig beim Bouldern“, verrät Stör im Interview mit „Am fels.de“

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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