ISPO.com is also available in English ×
 Freie Auswahl – Wanderfreuden in einem Landstrich voller Abwechslung
Outdoor | 31.03.2016

Wandern in Nordrhein-Westfalen

Freie Auswahl – Wanderfreuden in einem Landstrich voller Abwechslung

. Wanderregion Willingen – hier sind Fitness und Ausdauer gefragt (Quelle: Thinkstock )
Wanderregion Willingen – hier sind Fitness und Ausdauer gefragt
Bild: Thinkstock
Artikel teilen:
Artikel bewerten:
48.000 Kilometer hatte „Runingman“ Robert Garside in den Beinen, als er seinen fast sechsjährigen Lauf rund um die Erde 2007 abschloss und so zugleich ins Guinness-Buch der Rekorde stürmt. Bei den Wanderwegen Nordrhein-Westfalens hätte der Engländer da allerdings noch einige Strecken offen: 50.000 Kilometer sind hier zum Wandern beschildert – eine Auswahl davon finden Sie hier.

Eifelsteig, Rothaarsteig und Ahrsteig. Oder die Hermannshöhen im Teuteburger Wald, der Wittgensteiner Schieferpfad und die Via Adrina mit ihrem Blick über die Ederauen. Es fällt schwer, eine Auswahl der Schönsten unter den Schönen zu treffen, denn alle haben ihren Reiz. Manche wurden unterdessen als Premiumwanderweg geadelt, die Winterberger Hochtour zum Beispiel. Vier zählen zu den „Top Trails of Germany“, darunter der Rothaarsteig als prämierter Höhenwanderweg. Um eine Auswahl zu treffen, ist neben dem eigenen Interesse vor allem die Fitness entscheidend. So haben wir drei attraktive Pfade in drei Schwierigkeitsstufen ausgewählt. Es fängt ganz einfach an, deswegen aber nicht weniger aufregend.


Leichtes Wandern für Fitness und Gesundheit: der Römerkanal-Wanderweg

Man sollte zum Wandern fast eine Woche einplanen, um der ehemaligen Wasserleitung der Römer von Nettersheim ins heutige Köln zu folgen. 116 Kilometer ist die Wanderstrecke lang, rund 95 Kilometer betrug die Länge der damaligen Leitung. Nach der Tour, die durch die Naturparks Nordeifel und Rheinland führt, lässt sich die bauliche Leistung von vor fast zwei Jahrtausenden ermessen. Noch heute sind beim Wandern Spuren des enormen Bauwerks zu entdecken. Tafeln am Wegesrand helfen dabei, die Spuren richtig zu deuten. So gelangt man zum Beispiel zwischen Vollem und Urfey – geplanter Weise auf der 9. Etappe – an eine erstaunlich gut erhaltende Brücke, die Zeugnis von der damaligen Baukunst gibt. Das Aquädukt überspannte damals einen kleineren Bach.

Unterwegs gibt es nicht nur beste Möglichkeiten zur Einkehr, sondern auch mehrere Wanderherbergen. Die Strecke ist auch für Familien und Fahrradfahrer geeignet.

Mittelschweres Wandern für Fitness und Gesundheit: die Kupferroute

Historisch wird es auch auf der Kupferroute bei Stollberg, die mit 15,5 Kilometern zwar weit kürzer ausfällt, dafür aber fast 350 Höhenmeter aufbietet. Wer bei guter Gesundheit ist und regelmäßig etwas für seine Fitness tut, sollte die Strecke aber in gut vier Stunden bewältigen. Start ist im historischen Zentrum der Kupferstadt Stolberg, in der vor allem im 17. und 18. Jahrhundert die Kupferlegierung Messing verarbeitet wurde und der Region zu Wohlstand verhalf. Entlang der Strecke können mehrere ehemalige Erzgruben, Kupferhöfe und Kupfermühlen besichtigt werden. Für Pflanzenfreude lassen sich hier einige seltene Blumen entdecken, die nur auf diesen metallhaltigen Böden gedeihen.


Wer die Tour über die Wiesen und Weiden im Licht der Nachmittagssonne angeht, kann die Morgenstunden für einen einstimmenden Besuch der mittelalterlichen Burg in Stolberg nutzen. Im Heimat- und Handwerksmuseum wird die Bedeutung des Kupfers für die Region und seine Verarbeitung genau erklärt.

Schweres Wandern für Fitness und Gesundheit: der Uplandsteig

Es ist ein Rundweg ganz nach dem Geschmack aktiver Wanderer, die bei größeren Steigungen erst so richtig in ihrem Element sind. Rund 1.500 Höhenmeter gilt es auf der 64 Kilometer langen Tour zu bewältigen, die auch durch Europas höchstgelegenes Heidegebiet führt. Ein Drittel der Höhenmeter wartet bereits auf den ersten 15 Kilometern nach dem Start in Willingen. So erreicht man, vorbei an der Ruine der sagenumwobenen Schwalenburg bei Km 7,5, über Wiesen- und Waldwege den Bergrücken mit dem Dommelturm. Hier liegt dem Wanderer das Sauerland zum ersten Mal zu Füßen. Buchen, Misch- und Fichtenwälder prägen die Landschaft, immer wieder bieten sich in den Dörfern Möglichkeiten zur Einkehr und Übernachtung – denn vier Tage sollte man für die Tour rechnen.

Der Höhepunkt des Rundweges wird nach circa 50 Kilometern erreicht, mit der Moorwiesen- und Heidelandschaft des Naturschutzgebiets „Neuer Hagen“. Im Spätsommer ist die Heide ein rosarot blühender Teppich. Als Lohn für die Mühen des Wanderns spendiert die Natur im August/ September dazu noch Blaubeeren und die Regionsverwaltung ganzjährig ein Gipfelkreuz auf dem Langenberg, dem höchsten Berg Nordrhein-Westfalens. Nach der Gipfelfeier geht es in weitem Bogen wieder hinunter ins Tal nach Willingen. Wer eine genaue Wegbeschreibung sucht, findet sie hier.
 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
Kommentare
Top Themen
ISPO Newsletter
ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media