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 Biathlon – von der urzeitlichen Jagd zum attraktiven Frauensport
Wintersport | 31.03.2016

Geschichte des Biathlon

Biathlon – von der urzeitlichen Jagd zum attraktiven Frauensport

. Biathlon – traditionsreiche und beliebte Wintersportart (Quelle: Thinkstock )
Biathlon – traditionsreiche und beliebte Wintersportart
Bild: Thinkstock
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Die Geschichte des Biathlons ist ziemlich genau 100 Jahre alt. Sie beginnt mit den Wettkämpfen des Militärpatrouillenlaufs, der ab 1915 ausgetragen wurde. Blickt man auf die Wurzeln dieses spannenden Sports zurück, muss man sogar noch weit tiefer in die Historie eintauchen.

Den Biathlon brauchte es zum Überleben, lange bevor er seinen heutigen Namen erhielt. Er ist eng mit dem Leben unserer Vorfahren verbunden, vor allem in kalten, schneereichen Regionen der Erde. Schon damals, vor tausenden von Jahren, boten Skier für die Jäger die beste Möglichkeit, sich schnell und sicher über das schneebedeckte Land zu bewegen. Auf ihren selbstgefertigten Holzbrettern versuchten sie mit Pfeil und Bogen, das Wild für ihre Sippe zu jagen – ein sportliches Unterfangen.

Schnelles Laufen auf eisigem Terrain, dazu eine geeignete Bewaffnung – das Interesse des Militärs ließ nicht lange auf sich warten. War die Trefferquote in der Bewegung auch gering, so boten die Schneeläufer doch zumindest selbst ebenso ein schlechtes Ziel. So stellten die Armeen des Nordens, in Skandinavien und Russland, bereits im Mittelalter Ski-Regimenter zusammen, die sich während des Laufs im Umgang mit der Waffe übten. Erneut ging es ums Überleben, wenn auch in direkterer Form.


Biathlon – die jüngere Geschichte

Schon aus historischen Gründen war es also zunächst dem Militär vorbehalten, sich in der Disziplin des heutigen Biathlons zu messen, nicht nur in kriegerischer, sondern auch in sportlicher Form. Es ist eine Tradition, die bis heute nachwirkt. So begannen die Soldaten und Offiziere am Ende des 19. Jahrhunderts, sich den Biathlon als Sport zu erobern. Die ersten Vereine für den Militärskilauf wurden gegründet – in Norwegen sogar schon in den 1860er Jahren. Auch im Deutschen Reich fanden noch im 19. Jahrhundert die ersten militärischen Meisterschaften statt.

Begünstigt wurde die aufkommende Sportart durch die beginnende Massenproduktion von Skiern, die damit immer wendiger und schneller wurden. Der Militärpatrouillenlauf, der ab 1915 aufkam, war zunächst ein reiner Mannschaftssport, mit hierarchischer Besetzung: Offizier, Unteroffizier, zwei Soldaten – so ging es in die Loipe. War die Hälfte der Distanz bewältigt – in der Regel 30 Kilometer – musste geschossen werden. Wer traf, bekam entscheidende Sekunden gutgeschrieben. Man war beim Biathlon-Sport angekommen, so wie man ihn heute kennt, von kleinen Modifikationen abgesehen.

Biathlon – eine militärische Sportdisziplin wird olympisch

Die Kombination aus Langlauf und Schießen, der Biathlon, war ein Senkrechtstarter. Aktive und Zuschauer wollten diesen Sport, immer mehr betrieben ihn, immer mehr sahen zu. Bei den 1. Olympischen Winterspielen im französischen Chamonix, ursprünglich noch als „Internationale Wintersportwoche“ ausgetragen, gehörte der Militärpatrouillenlauf bereits mit ins Programm. Geschossen wurden 18 Schuss pro Sportler auf sogenannte Feldscheiben in einer Entfernung von 250 Metern. Wer traf, bekam 30 Sekunden gutgeschrieben.


Den ersten Olympiasieg im „Biathlon“ holten sich 1924 die Schweizer, mit fast einer Viertelstunde Vorsprung auf Finnland und mehr als 20 Minuten auf die drittplatzierten Gastgeber aus Frankreich.

Biathlon in heutiger Zeit

Hatte der Biathlon den Weg von der Jagd über die kriegerische Auseinandersetzung bis zum gefeierten Militärsport genommen, waren nach dem 2. Weltkrieg nun endlich auch die wintersportbegeisterten Zivilisten an der Reihe – bei den Männern zumindest. Der Dachverband des Modernen Fünfkampfs UIPM (gegründet 1948) war es, der sich des Kombinations-Sports aus Laufen und Schießen annahm und ihm einen Namen gab: Biathlon. 40 Jahre lang blieb der Biathlon-Sport in der Obhut des UIPM, bevor er 1998 an die Internationale Biathlon Union, IBU, ausgegliedert wurde. Noch heute ist also nicht die Fédération Internationale de Ski (FIS) Veranstalter der großen Biathlon-Wettkämpfe, sondern üblicherweise die IBU – eine Einmaligkeit in der Welt des Wintersports.

Und die Frauen? Sie sind heute beim Biathlon ebenfalls dabei und begeistern Millionen Zuschauer mit ihren Leistungen. Viel Zeit hatten sie dafür allerdings nicht: Olympisch ist der Biathlon als Frauensport erst seit 1992. Da waren bei den Herren schon mehrere Generationen an Olympiasiegern gekürt.  

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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