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 Auf Schusters Rappen: Wandern in Mecklenburg-Vorpommern
Outdoor | 25.03.2016

Wandern in Mecklenburg-Vorpommern

Auf Schusters Rappen: Wandern in Mecklenburg-Vorpommern

. Wandern auf Rügen, die Kreidefelsen und das Meer im Blick (Quelle: Thinkstock )
Wandern auf Rügen, die Kreidefelsen und das Meer im Blick
Bild: Thinkstock
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Mecklenburg-Vorpommern ist ein Urlaubs-und Freizeitparadies. Etwa 1.700 Kilometer Ostseeküste, Inseln, Sandstrände und Steilküsten, die Mecklenburger Seenplatte mit mehr als 2.000 Seen, drei National- und sieben Naturparks bilden die ideale Landschaft nicht nur zum Baden und Schwimmen, sondern ebenso zum Wandern.

Mecklenburg-Vorpommern, im äußersten Nordosten Deutschlands, erweist sich auch beim Wandern als äußerst vielseitig. Das Netz an Wanderwege ist gut ausgebaut und mit Sachverstand geplant, damit das Wandererlebnis in der Natur und der Naturschutz harmonieren. Es gibt Sterntouren auf dem Darß und auf Usedom ebenso wie Rundwege in der Mecklenburgischen Schweiz oder Steilküstentouren auf Rügen, zum Beispiel an den berühmten Kreidefelsen. Auch drei Europäische Fernwanderwege führen durch Mecklenburg-Vorpommern.

Wir stellen im Folgenden drei Wander-Ideen näher vor.


Wandern für Fitness und Gesundheit – auf dem Ostseeküsten-Wanderweg E9

Der Europäische Fernwanderweg E9 verbindet entlang von Atlantik, Nordsee und Ostsee die Küsten Europas miteinander und führt über 5.000 Kilometer von Portugal bis Estland. Von den 900 Kilometern in Deutschland verlaufen 400 Kilometer durch Mecklenburg-Vorpommern, die sich je nach Kondition in etwa 15 Etappen recht mühelos – mehr als 200 Höhenmeter müssen nicht überwunden werden – erwandern lassen. Der Weg liegt fast immer in Sichtweite der Küste und geleitet den Wanderer durch mondäne Seebäder und kleine Fischerdörfer, durch Hansestädte und über Felder und Wiesen – und mit dem salzigen Winde der Ostsee in der Nase. Bezeichnet ist der Weg zum Wandern mit einem blauen Querbalken auf weißem Grund.

Stellvertretend für die von Anfang bis Ende reizvolle Tour soll die erste Etappe (wenn man im Osten startet) von etwa 21 Kilometern vorgestellt werden. Los geht es in Ahlbeck, dem östlichsten der drei Kaiserbäder auf Usedom. Mit Abstecher zur Seebrücke führt es die Strandpromenade in Richtung Heringsdorf entlang und weiter über Bansin und Ückeritz nach Kölpinsee, wo nicht nur die Ostsee, sondern auch der gleichnamige See zum Baden einlädt. Eine lohnende Einkehrmöglichkeit bietet sich bei Wandern hinter Bansin, wenn der Weg die Steilküste hinauf zum Forsthaus Langenberg führt. Heute ist es das höchstgelegene Hotel auf Usedom mit Restaurant. Die Freiterrasse bietet einen beeindruckenden Seeblick.

Wandern für Fitness und Gesundheit – auf dem Burgenwanderweg

Der Burgenwanderweg verbindet auf 27 Kilometern die Burg Stargard mit der Alten Burg Penzlin. Auf der vielseitigen Tagestour braucht es Kondition und Fitness, denn es sind durchaus immer wieder kleine Steigungen zu bewältigen. Ausgangspunkt ist mit Burg Stargard die älteste erhaltene Höhenburg in Norddeutschland. Die Wanderung führt durch Naturschutzgebiete, durch Buchen- und Kiefernwälder, und mancher See auf dem Weg lädt zum Baden oder einfach zum Verweilen ein.

Der Wanderweg – markiert durch das Zeichen einer Burg und einer Hexe – geht zuerst durch Holldorf und Ballwitz, letzteres wurde 2001 als schönstes Dorf in Mecklenburg-Vorpommern geadelt. Weiter wandert man durch Zachow und Usadel zum Jagdschloss Prillwitz. Das ehemalige Anwesen der Großherzöge von Mecklenburg-Strelitz findet sich am Ufer der Lieps und entstand Ende der 1880er Jahre. Weiter geht es zum Schloss Hohenzieritz mit seinem etwa 25 Hektar umfassenden weitläufigen Schlosspark. Es war der Sommersitz des Großherzogs Karl von Mecklenburg, des Vaters der berühmten Königin Luise von Preußen, die das Anwesen liebte und hier auch starb. Schon seit 1813 wird ihr Sterbezimmer als Gedenkstätte gepflegt.


Den Abschluss des Burgenwanderwegs bildet die Alte Burg Penzlin aus dem frühen 13. Jahrhundert. Die Burg wurde Stammsitz der Familie von Maltzahn, die 1560 einen Hexenkeller mit entsprechenden Folterinstrumenten einbauen ließ. Hier sollten die vermeintlichen Hexen dazu gebracht werden. Ihre Frevel zu gestehen. Heute beherbergt das Gemäuer ein kulturhistorisches Museum für Magie und Hexenverfolgung. 1726 übrigens – damit schließt sich der Bogen zum Ausgangspunkt der Wanderung – gab es auf Burg Stargard den letzten Hexenprozess in Mecklenburg.

Wandern für Fitness und Gesundheit – auf dem Hochuferweg im Nationalpark Jasmund auf Rügen

Der rund 13 Kilometer lange Wanderweg startet in Sassnitz und führt an der Steilküste entlang in Richtung Königsstuhl. Auf der Strecke liegen die sogenannten Wissower Klinken. Die imposante Kreideformation hat 2005 ihre beiden Hauptzinnen eingebüßt – traurige Folge der natürlichen Erosion – ist aber dennoch sehenswert. Vermutlich war sie die Vorlage für das berühmte Bild „Kreidefelsen auf Rügen“ des Malers Caspar David Friedrich. Vorbei am Felsplateau der Ernst-Moritz-Arndt-Sicht geht der Weg weiter durch herrliche Buchenwälder, die es auf die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes geschafft haben.

Je nach Kondition, Zeit und Lust kann man beim Wandern über verschiedene Treppen zum Strand hinabsteigen und die weißen Felsen von unten anschauen – anschließend sollte der Hochuferweg allerdings wieder erklommen werden. Am Felsvorsprung Königsstuhl selbst bietet der Aussichtspunkt der Victoriasicht den besten Blick. Wer Genaueres über die Geschichte der Kreideküste Rügens erfahren möchte, dem sei das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl empfohlen. Anschließend geht das Wandern auf dem Hochuferweg weiter bis nach Lohme, dem Ziel der Tour.

Der beliebte Hochuferweg Jasmund wurde sogar prämiert: 2012 erklärte ihn die Jury des renommierten „Wandermagazins“ zum drittschönsten Wanderweg in Deutschland.
 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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