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 Auf Schusters Rappen: Wandern in Brandenburg
Outdoor | 25.03.2016

Wandern in Brandenburg

Auf Schusters Rappen: Wandern in Brandenburg

. Wanderfreuden – schattige Allee im Herzen Brandenburgs (Quelle: Thinkstock )
Wanderfreuden – schattige Allee im Herzen Brandenburgs
Bild: Thinkstock
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Wandern in Brandenburg? Ja, unbedingt! Das nordöstliche Bundesland hat alles, was das Herz des Wanderers erfreut. Es wartet eine intakte und abwechslungsreiche Landschaft, die mit ihren sanften Hügeln auch ungeübten Freizeit-Wanderern eine Chance gibt. Die schönsten Touren – unsere Tipps zum Wandern.

Wandern fördert „das mentale wie physische Wohlbefinden“, heißt es in einer Forschungsbericht des Deutschen Wanderverbandes im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums. Man ist längere Zeit in der Natur unterwegs und kann die sportliche Herausforderung je nach der eigenen Fitness selbst bestimmen.

Das Land Brandenburg scheint prädestiniert dafür, Wanderfreunde glücklich zu machen. Es umschließt die Metropole Berlin wie ein grüner Gürtel – und ist bestens geeignet, der Gesundheit der Großstädter etwas Gutes zu tun. Mehr als ein Drittel der Landesfläche sind Naturparks. Würziger Kiefernduft in den Wäldern, plätschernde Bäche und spiegelglatte Seen – Wandern in Brandenburg bedeutet Stille und Weite mit vielen Einkehrmöglichkeiten, Hofläden und anderem mehr.


Brandenburg kann auf ein Wanderwegenetz von etwa 1.300 Kilometern verweisen. Wir stellen drei Touren vor, die das Nach-Wandern lohnen.

66-Seen-Wanderweg

Der 66-Seen-Wanderweg, Hauptwanderweg des Bundeslandes, ist mit 400 Kilometern Länge nur in Etappen zu erwandern. Insgesamt 17 Abschnitte gibt es, die diesen abwechslungsreichen Flachlandwanderweg gliedern. 2006 belegte der Rundweg, markiert mit einem blauen Punkt auf weißem Grund, den achten Platz bei einer Wahl der schönsten deutschen Wanderwege.

Der 66-Seen-Wanderweg ist in jeder Jahreszeit ein Erlebnis, egal ob zur Baumblüte, Badezeit, bei herbstlicher Färbung oder in der winterlichen Ruhe. Die gesamte Strecke bewegt sich etwa zwischen 30 und 70 Höhenmetern, nur ab und an wartet ein Aussichtspunkt von vielleicht 150 Metern Höhe, insofern sind die Etappen auch für ungeübte Wanderer ein Genuss. Und immer fasziniert die naturbelassene Wald- und Wasserlandschaft. Verträumte Dörfer, Schlösser mit ausgedehnten Parkanlagen und geschichtsträchtige Orte kommen hinzu, zahllose Tiere lassen sich beobachten.

Alle Abschnitte des Wanderweges sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Dazu schreibt der Fußgängerschutzverein FUSS e.V., der auch die Etappen zusammengestellt hat: „Wandern mit Bus und Bahn tut gut. – nicht nur unserer Gesundheit und der Umwelt, auch den kleinen Bahnhöfen in Brandenburg.“

Stellvertretend soll der erste Abschnitt des 66-Seen-Wanderweges kurz vorgestellt werden: Mit Start am Brandenburger Tor in Potsdam führt die Schlösser-Wanderung in gut 18 Kilometern nach Marquart. Es geht über asphaltierte Straßen, befestigte und unbefestigte Feldwege und durch ausgedehnte Parklandschaften. An der Strecke liegt der Park Sanssouci, dann folgt die russische Holzhaussiedlung Alexandrowka, errichtet 1826/27 von Preußen-König Friedrich Wilhelm III. Man wandert nahe von Jungfern- und Heiligem See durch den Neuen Garten – bekannt für sein Marmorpalais und das Schloss Cäcilienhof. Auf dem Pfingstberg lädt das Belvedere mit zwei Aussichtstürmen zum Aufstieg ein – eine kleine Herausforderung für die Fitness. Schließlich endet die Auftakt-Etappe nach der Wanderung entlang des Schlänitzsees am Schloss Marquardt.

Europa-Wanderweg (E 10)

Noch einmal soll der Ausschnitt eines Wanderweges präsentiert werden. Es geht um den Europa-Wanderweg E 10, der den Kontinent auf etwa 2.800 Kilometern vom nördlichsten Finnland bis zum südlichsten Spanien durchmisst und so die Möglichkeit bietet, die Einheit Europas unter den Füßen zu spüren.


Die Etappe – gezeichnet durch einen blauen Balken – führt über 15 Kilometer von Groß Köris nach Märkisch Buchholz. Vom Bahnhof des Örtchens Groß Köris empfiehlt sich der Abstecher zum Schulzensee mit seiner historischen Zugbrücke, dann führt die Tour über das Löpter Dreieck als Schnittpunkt verschiedener Wanderrouten zum Tonsee und nach Klein Köris. Wo man früher Ton gewann – zwischen 1889 und 1922 wurden jedes Jahr an die 42 Millionen Ziegelsteine für Berlin hergestellt – ist eine Oase für Badefreunde und Camper entstanden. Am Wege laden immer wieder Cafés zur Rast. Über das Gelände eines ehemaligen Flugplatzes und die einstige preußische Oberförsterei Hammer geht es auf der sogenannten „Lesefährte“ weiter durch den Wald. Hier verführen Lesepulte mit kurzen poetischen Zeilen zum Thema Wald zum Innehalten. Entlang des idyllischen Dahme-Ufers lassen sich auf den feuchten Weideflächen Fischadler, Graureiher und Biber entdecken. Schließlich gelangt man ans Ziel: in die kleinste Stadt Brandenburgs, nach Märkisch Buchholz.

Schlaubetal Wanderung

Das Schlaubetal im Oder-Spree-Seengebiet lädt zum Wandern entlang des Wassers und bietet wildromantische Natur mit Feuchtwiesen und alte Wassermühlen. Ein Teilstück des Schlaubetal-Wanderweges – gekennzeichnet durch ein blaues S – führt über 15 Kilometer von Kieselwitz zur Ragower Mühle.

Der Weg durch das Bachtal der Schlaube zählt zu den Qualitätswanderwegen „Wanderbares Deutschland“. Was an sportlichen Herausforderungen fehlt, wird durch die reiche Flora und Fauna wettgemacht. Die erste mittelalterliche Wassermühle am Weg ist die Bremsdorfer Mühle, die frischgeräucherten Fisch und einen Imbiss für die Rast anbietet. Dann weitet sich die Schlaube zu einer Art Seenkette von Großem Treppelsee und Hammersee.

Das nächste Ziel auf der Tour, das ehemalige Forsthaus Siehdichum, beherbergt als idyllisch gelegenes Waldhotel seine Gäste und begrüßt auch Wanderer gern. Von der Terrasse kann man eine Kolonie Fischreiher beobachten. Weiter geht es durch das Örtchen Kupferhammer zu einer ehemaligen Wasser-Getreidemühle, der Ragower Mühle, die heute als technisches Denkmal ein Mühlenmuseum ist.  

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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