ISPO.com is also available in English ×
 Lebendiges Sachsen-Anhalt – Wandern zwischen Orchideen, Wein und Heidekraut
Outdoor | 22.03.2016

Wandern in Sachsen-Anhalt

Lebendiges Sachsen-Anhalt – Wandern zwischen Orchideen, Wein und Heidekraut

. Jenseits der ausgetretenen Pfade – Wanderung auf den Brocken im Harz (Quelle: Thinkstock )
Jenseits der ausgetretenen Pfade – Wanderung auf den Brocken im Harz
Bild: Thinkstock
Artikel teilen:
Artikel bewerten:
Wer in Sachsen-Anhalt auf Wanderschaft geht, hat sie Qual der Wahl. Im Harz wandelt man auf den Spuren der Hexen, an Saale und Unstrut geht es quer durch die Weinlandschaft. In der Altmark warten Naturparks und Seen, bei Düben das Heideland. Dann wären da auch noch die Pilgerpfade wie der Lutherweg. Wir verraten Ihnen, wo es in Sachsen-Anhalt beim Wandern am schönsten ist.

Wer sich in den lieblichen Landstich zwischen Harz und Elbe begibt, darf einiges erwarten. Auf der Straße der Romanik begegnet der Reisende dem lebendigen Mittelalter, in Eisleben und Wittenberg wandert man auf den Spuren des Reformators Martin Luther und Dessau empfängt seine Gäste mit der Bauhaus-Architektur von Walter Gropius. Die Fachwerkstatt Quedlinburg, das Gartenreich Dessau-Wörlitz oder die Himmelsscheibe von Nebra – viele Orte im Land hat die UNESCO als Erbe der Menschheit geadelt. Und das Schönste an Sachsen-Anhalt, das haben wir noch gar nicht erwähnt: Lauschige Täler, verwunschene Wälder, schroffe Mittelgebirge und sanfte Heide- und Seenlandschaften. Willkommen im Wanderparadies zwischen Hannover, Leipzig und Berlin. Für Gesundheit und Fitness kann man hier beim Wandern durch eine vielfältige Landschaft einiges tun, und jede Jahreszeit hat dabei ihren Reiz.


Wie verhext – Wandern auf dem Harzer-Hexen-Stieg

Knapp 100 Kilometer ist er lang, der Harzer-Hexen-Stieg. Für Wanderfreunde zählt er zu den schönsten Mittelgebirgstouren in ganz Europa. „Teuflisch schön und höllisch spannend“ ist es hier, so formulieren es die Touristik-Experten im Harz. Vom deutschen Wanderverband wurde der Harzer-Hexen-Stieg als „Qualitätsweg“ ausgezeichnet.

Der Steig führt quer durch den gesamten Harz, ziemlich genau von West nach Ost – von Osterrode über Buntenbock, Altenau und Torfhaus auf den Brocken und von dort über Annen-Hohne, Königshütte, Altenbrak bis nach Thale. Das Profil der Strecke mutet selbst an wie ein Berg, mit dem 1.141 Meter hohen Brocken als höchster Erhebung, die nach rund 40 Kilometern erreicht wird.

Insgesamt sind auf der Route also fast 1.000 Höhenmeter zu bewältigen, was eine gute Fitness und Gesundheit voraussetzt. Ab Kilometer 30 geht es teils steil bergan. Wie viele Übernachtungen man unterwegs einplant, kann individuell und auch spontan entschieden werden. An Möglichkeiten zur Einkehr und zum Nächtigen mangelt es nicht. Literaturtipp für unterwegs: „Harzreise im Winter“ von Johann Wolfgang Goethe und „Die Harzreise“ von Heinrich Heine.

Wandern und Wein – die Region an Saale und Unstrut

Das Wandern durch traditionelle Weinbauregionen ist immer sportlich und zugleich romantisch. Nach der Anstrengung des Tages warten ein frischer Schoppen und meist auch eine beneidenswert gute Küche. Wer einmal in den Weinbergen Badens, des Douro oder der Toskana unterwegs war, hat es bei der Wander-Entscheidung meist leicht: Hauptsache eine Weinregion. Selten kommen Sport, Fitness, Genuss und Lebensfreude so dicht zusammen.


Wandern in den Weinbergen ist anstrengender und anspruchsvoller als mancher Alpinist glauben mag, gerade wenn es sich um Steilterrassen-Anbau wie in der Saale/Unstrut-Region handelt. Allein entlang Saale und Unstrut, in der Grenzregion zu Thüringen, gibt es rund 1.300 Kilometer an ausgewiesenen Wanderwegen. Eine schöne Route führt zunächst aus dem Zentrum Freyburgs an der berühmten Rotkäppchen Sektkellerei vorbei nach Zeddenbachmühle und von hier weiter über den Feengrotten-Kyffhäuser-Weg mit Blick in das Unstrut-Tal nach Zscheiplitz. Mehrere Weingüter liegen beim Wandern am Wegesrand und können besucht werden. Lohnend sind auch die historischen Kalksteinbrüche, in denen die erdgeschichtliche Entwicklung der Region auf Tafeln erläutert wird. Die Gesamtstrecke liegt, inklusive Rückweg nach Freyburg entlang der Unstrut, bei acht bis zehn Kilometern.

Wandern und Pilgern in Sachsen-Anhalt

Mit dem Jakobsweg, dem Lutherweg und dem Ökumenischen Pilgerweg führen gleich drei Pilger-Wanderungen durch das Gebiet von Sachsen-Anhalt und damit auch zu den bedeutendsten Kulturschätzen des Landes. Rund 370 Kilometer sind es auf dem sachsen-anhaltinischen Teil des Jakobswegs, unter anderem mit dem Dom zu Magdeburg sowie dem Dom St. Stephanus und der Liebfrauenkirche in Halberstadt.

Gesundes Wandern verspricht auch der Lutherweg mit seinen 40 Stationen, der dem Wanderer auf insgesamt 410 Kilometern die Geschichte der Reformation näherbringt. Eine kostenlose Routenbeschreibung ist in allen Touristeninformationen erhältlich. Der dritte Pilgerweg im Bunde, der Ökumenische Pilgerweg entlang der mittelalterlichen Handelsstraße Via Regia, verläuft von Görlitz nach Vacha und dabei 80 Kilometer durch Sachsen Anhalt. Wandern kann man hier von Horburg-Maßlau bis Eckersberga. Der Weg steht ausdrücklich allen offen, unabhängig vom Glauben. Wanderfreuden, Fitness und Gesundheit sind also mehr als gute Gründe, sich auf den Weg zu machen.

Krawinkel, Ballenstedt und Questenberg – Tipp für Orchideenfreunde

Gleich mehrere Wanderwege in Sachsen-Anhalt sind bekannt für ihre Vielfalt an Orchideen. Ab Mai und bis in den August hinein werden hier auch geführte Wanderungen angeboten. Einen Überblick gibt unter anderem der Arbeitskreis Heimische Orchideen – Sachsen-Anhalt e.V. Einer der empfohlenen Wege ist ein Teilstück des Karstwanderwegs, der sich rund 100 Kilometer durch das südliche Harzvorland zieht und auch Höhlen- und Gesteinsfreunden wärmstens zu empfehlen ist.  

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
Kommentare
Top Themen
ISPO Newsletter
ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media