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 In der Hauptstadt: Wandern in Berlin
Outdoor | 14.04.2016

Wandern in Berlin

In der Hauptstadt: Wandern in Berlin

. Wandern in Berlin – die Glienicker Brücke (Quelle: Thinkstock )
Wandern in Berlin – die Glienicker Brücke
Bild: Thinkstock
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Berlin ist eine aufregende, pulsierende Metropole – und Berlin ist eine sehr grüne Stadt. Es gibt große Waldgebiete sowohl im Westen wie auch im Südosten, außerdem ausgedehnte Parkanlagen und viel Wasser: Flüsse, Kanäle, Seen. Berlin ist eine Stadt der lohnenden Wanderrouten, für ein ganz neues und ungewohntes Hauptstadt-Gefühl.

Zugegeben, denkt man an Berlin, fallen einem zuerst ganz andere Dinge ein als Wandern. Regierungssitz, Partyhochburg, Shopping-Hotspot, eine Stadt voller Sehenswürdigkeiten und Kultur von On bis Off. Trotzdem lohnt es in der Stadt, die Wanderschuhe zu schnüren und den Rucksack bereit zu machen – nicht nur der Gesundheit und Fitness zuliebe.

Vom Großen Tiergarten im Zentrum über Treptower und Tempelhofer Park bis zum Botanischen Garten, der Pfaueninsel und den Schlossgärten Charlottenburg und Glienicke existieren viele grüne Oasen im Getümmel. Auf fast 2.000 Hektar des Stadtgeländes erstrecken sich Naturschutzgebiete.



Wir stellen drei Berliner Wanderungen vor, auf denen sich die Hauptstadt sportlich und von einer ungewohnten Seite erleben lässt – Begegnungen mit Wildtieren von Waschbären bis zu Rehen, Füchsen und Wildschweinen nicht ausgeschlossen.

Wandern entlang des Tegeler Sees

Die 14 Kilometer lange und im Wesentlichen einfache Wander-Rundtour beginnt am Tegeler See – dem zweitgrößten See in Berlin. Wenn man am U-Bahnhof Alt-Tegel startet, ist man in wenigen Schritten an der Greenwichpromenade am See. Die Wanderung führt auf der Flaniermeile rechts am See entlang und über die sogenannte Sechserbrücke, eine ehemalige Zollbrücke, die sich über die Einfahrt zum Tegeler Hafen spannt. Vorbei an der Großen Malche, wie die nördlichste Bucht des Sees genannt wird, und der Dicken Marie. Hierbei handelt es sich um eine Stieleiche, die als ältester Baum der Stadt gilt. Der Legende nach verdankt die Eiche ihren Namen den Gelehrten-Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt, die damit ihrer wohlbeleibten Köchin ein Denkmal setzen wollten. Jetzt geht die Wanderung weiter auf dem Mühlenweg durch den Tegeler Forst. Drei Wildgehege laden zum Verschnaufen und Beobachten ein. Man wandert durch Konradshöhe und Tegelort und gelangt schließlich auf den Schwarzen Weg. Der führt wiederum am Seeufer zurück nach Tegel.

Vier-Seen-Wandern

Die Vier-Seen-Wanderung startet am S-Bahnhof Friedrichshagen und führt über etwa 15 Kilometer nach Müggelheim. Es ist keine schwierige Wandertour, aber man sollte sich auf Steigungen einstellen. Zuerst geht es über die Friedrichshagener Bölschestraße in Richtung Spreetunnel. Durch diesen Fußgängertunnel, der schon seit 1927 den Fluss unterquert, kommt man zum Westufer des Großen Müggelsees, des größten Berliner Sees. Jetzt folgt die Strecke etwa vier Kilometer der Waldpromenade entlang des Sees. Unterwegs laden verschiedene Badestellen zum Sprung ins kühle Nass ein. Schließlich gelangt man beim Wandern am Südufer zu dem traditionsreichen Berliner Gasthaus „Rübezahl“ – Zeit für eine kleine Verschnaufpause.


Weiter führt die Wanderung am Teufelssee entlang, und nun wird es sportlich, denn es folgt die Bezwingung des kleinen Müggelberges. Hier empfiehlt es sich, noch etwas für die Fitness zu tun und auch den Müggelturm zu besteigen. Ein beeindruckender Blick über die Seenlandschaft in Berlins Südosten entschädigt für die kleine Strapaze. Weiter geht das Wandern auf etwa drei Kilometern am Langen See mit einem Abstecher auf die Halbinsel Krampenburg mit großem Campingplatz. Die Landzunge markiert den Übergang vom Langen See zur Großen Krampe. Am Westufer dieses vierten Sees führt die Wanderung dann nach Müggelheim, wo für müde Wanderer der Bus zurück nach Friedrichshagen fährt. 

Wandern vom Wannsee zur Glienicker Brücke

Die eher gemütliche Wanderung begleitet über etwa zwölf Kilometer im Prinzip den Lauf der Havel. Ausgangspunkt der Wandertour ist die Skulptur des sogenannten Flensburger Löwen auf einem Aussichtsplateau am Wannsee. Zu Beginn geht es am Westufer des Großen Wannsees entlang, wo immer wieder Strände und Buchten zum Verweilen einladen. Nach ungefähr fünf Kilometern kommt der Fähranleger zur Pfaueninsel, die Wanderroute wendet sich nach links in die Stolper Berge und zum russischen Blockhaus Nikolskoe. Es wurde vor knapp 200 Jahren von König Friedrich Wilhelm III. erbaut – Anlass war der Besuch seiner Tochter und ihres Gatten, der kein Geringerer als der spätere russische Zar Nikolaus war. Entsprechend folgt das Gebäude dem Stil eines russischen Bauernhauses. Heute ist es ein Ausflugslokal, das den Abstecher lohnt. Ganz in der Nähe lädt auch die russisch inspirierte Kirche St. Peter und Paul mit ihrem Zwiebel-Glockenturm zum kurzen Besuch – vielleicht mit sportlicher Turmbesteigung – ein.

Zurück an der Havel, geht das Wandern auf einem Stück des Mauerweges weiter. Nach etwa einer halben Stunde gelangt der Wanderer zum Wirtshaus Moorlake, einem bayerisch geprägte Anwesen mit großem Biergarten. Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. ließ es 1840 für seine Gemahlin Elisabeth von Bayern an einer Havelbucht bauen – vielleicht gegen das Heimweh. Jedenfalls hat schon der König 1896 Teile als Wirtshaus verpachtet. Nach einem kühlen Schluck geht es weiter auf dem Uferweg, vorbei am Schlosspark Klein-Glienicke in den Park des Potsdamer Stadtteils Babelsberg. Hier beschließt ein beeindruckender Panoramablick auf die geschichtsträchtige Glienicker Brücke die Wanderung.  

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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