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 Dufourspitze – auf dem weißen Dach der Schweiz
Outdoor | 08.03.2016

Seven Second Summits: Dufourspitze

Dufourspitze – auf dem weißen Dach der Schweiz

. Bergsteigen im Monte-Rosa-Massiv: auf der Dufourspitze  (Quelle: Thinkstock)
Bergsteigen im Monte-Rosa-Massiv: auf der Dufourspitze
Bild: Thinkstock
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Die Dufourspitze ist 4.634 Meter hoch und damit die höchste Erhebung der Schweiz. In den Alpen schafft sie es auf Rang zwei hinter den Doppelgipfel des Mont Blanc/ Mont Blanc de Courmayeur. Zieht man im fernen Kaukasus die europäische Grenze nördlich des Gipfelkamms, so ist die Dufourspitze zugleich die Nr.2 in Europa – und damit Mitglied der „Seven Second Summits“.

In den „Seven Summits“ sind die sieben höchsten Berge der sieben Kontinente vereint, in den „Seven Second Summits“ die sieben jeweils Zweitplatzierten. Allerdings gibt es gerade für Ozeanien und Europa mehrere Sichtweisen – je nach Lage der Kontinentalgrenzen beziehungsweise -platten. Die beiden führenden Seven Summits-Modelle, erstellt vom US-Amerikaner Dick Bass und von Reinhold Messner aus Südtirol, rechnen den Kamm des Großen Kaukasus zu Europa, womit Elbrus und Dychtau ganz klar die Größten sind. Mont Blanc und Dufourspitze halten sich bei dieser Sichtweise mit Rang neun und zehn eben noch in der Top10 Europas.

Da die Grenzziehung zwischen Asien und Europa nie eindeutig geregelt wurde – oder zumindest unterschiedlich zu unterschiedlichen Zeiten – wird die Dufourspitze im Zusammenhang mit den Seven Second Summits zumindest mit in Betracht gezogen. Rechnet man alle Wenn-und-Aber-Überlegungen mit ein, gibt es weltweit ohnehin mindestens elf Aspiranten für den 7er Club der Second Summits.


Bergsteigen: Gipfelsturm Mitte des 19. Jahrhunderts

Erste Hochtouren im Monte Rosa wurden nachweislich schon in den 1770er Jahren unternommen. Erstmals bestiegen wurde die Dufourspitze, die nach einem Schweizer Kartografen benannt ist, schon 1855. Am 1. August stand die Seilschaft des britischen Alpinisten Charles Hudson auf dem Gipfel und mit ihm sieben weitere Bergsteiger, darunter die Schweizer Bergführer Johannes und Matthäus Zumtaugwald.

Die Erstbesteigung der Dufourspitze wird oft als Start ins „goldene Zeitalter des Alpinismus“ gesehen. Zwar hatte man schon rund 100 Jahre zuvor begonnen, die Berge zu erobern, doch stand hier oft die wissenschaftliche Neugier im Vordergrund. Außerdem hatten die Kriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts dafür gesorgt, dass sich so mancher Gipfelstürmer gedulden musste. Nach 1855 aber ging es Schlag auf Schlag. In dem darauf folgenden Jahrzehnt wurden Dutzende Viertausender zum ersten Mal bestiegen, darunter zum Beispiel Eiger, Mönch und Matterhorn.


Bergsteigen: Startpunkt Monte-Rosa-Hütte

Die Normalroute auf die Dufourspitze führt heute von Zermatt aus über die knapp 2.900 Meter hoch gelegene Monte-Rosa-Hütte, die von der Gornergratbahn in rund dreieinhalb Stunden zu erreichen ist. Die Hütte wurde 2008/ 2009 durch einen Neubau wesentlich erweitert und bietet heute rund 120 Übernachtungsgästen Platz. Der Aufstieg zum höchsten Gipfel des Monte-Rosa-Massivs erfolgt zunächst über eine breite Geröllhalde, dann über den langgestreckten Monte-Rosa-Gletscher zum Westgrat, der zum Gipfel führt. Für den Auf- und Abstieg zur Hütte sollten rund 13 Stunden eingeplant werden, ein früher Aufbruch ist daher zwingend. Die Erstbesteigung über diese Route, die Ostroute, wurde erstmals 1872 unternommen.

Bergsteigen und Slacklining – Stephan Siegrist holt den Rekord

Für Schlagzeilen und spektakuläre Bilder von der Dufourspitze sorgte 2013 der Schweizer Extrembergsteiger Stephan Siegrist, der hier die höchste Slackline Europas platzierte. Er spannte sein Seil in einer Höhe von 4.620 Metern, also unmittelbar unter dem Gipfel, und balancierte über eine Distanz von mehr als 20 Metern über den Abgrund. Die 1.800 Meter zum Gipfel war er zuvor von der Monte-Rosa-Hütte aus aufgestiegen, womit der Hochseilakt in der Höhe auch zu einem Kampf gegen die Zeit geriet.

Das Monte-Rosa-Massiv in den Walliser Alpen bildet zugleich die Grenzregion zwischen der Schweiz und Italien. Der größere Anteil der Gebirgskette gehört zu Italien, die Dufourspitze selbst liegt nur wenige Meter von der Grenze entfernt.  

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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