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 Freeriden: „Wir müssen Sicherheitslücken schließen“
Ausrüstung | 30.03.2016

Notfall-Ausrüstung für Freerider

„Wir müssen Sicherheitslücken schließen“

Freeriden: „Wir müssen Sicherheitslücken schließen“. Freeriden wird immer beliebter, doch die Gefahren werden oft unterschätzt: Zumindest gibt es nützliche Produkte, die mehr Sicherheit versprechen. (Quelle: ABS)
Freeriden wird immer beliebter, doch die Gefahren werden oft unterschätzt: Zumindest gibt es nützliche Produkte, die mehr Sicherheit versprechen.
Bild: ABS
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Freeriden boomt. Es mag die Sehnsucht nach Freiheit, Weite und Ruhe sein oder einfach nur der Kick, den die Eroberung unberührter Tiefschneefelder hervorruft. Allerdings gibt es auch viele Gefahren, die das Fahren im unberührten Gelände mit sich bringt.

Wichtig ist in jedem Fall das entsprechende Equipment – zudem geben spezielle Lawinenkurse Aufschluss rund um das Thema Lawinensicherheit, weisen auf typische Gefahren hin und zeigen das richtige Verhalten abseits der Piste.

Sicherheit beim Freeriden

Sicherheit hat beim Freeriden oberste Priorität. Lawinenwerkzeug ist in kritischen Situationen ebenso nützlich wie ein Lawinen-Airbag, der eine Verschüttung in tiefere Schneeschichten verhindern soll. Ein vollständiges Safety Pack umfasst einen ABS-Rucksack (Lawinenrucksack mit Airbag), ein LVS-Gerät („Lawinenpiepser“), Schaufel, Lawinensonde, Erste-Hilfe-Set und die entsprechenden Safety Instruktionen. Ein Freeride-Helm sowie ein spezieller Rückenprotektor zum Schutz der Wirbelsäule runden die Ausrüstung ab.


Inzwischen bieten viele große Wintersportmarken nicht nur passendes Equipment für das Fahren abseits der Piste an, sondern informieren und schulen auch in eigenen Lawinencamps. Und sogar in zahlreichen Skigebieten gibt es spezielle Lawinensuchfelder, mit deren Hilfe man sich fit in der Verschüttetensuche machen kann. Selbstverständlich wächst dadurch auch die Nachfrage nach entsprechenden Produkten im Fachhandel. Neben Protektoren, Helmen und passender Bekleidung, geht es in erster Linie um eine professionelle Lawinenausrüstung. Der Kunde hat hier die Qual der Wahl: Früher gab es eigentlich nur einen Anbieter solcher Systemen, heute bieten zahlreiche Hersteller eigene Rucksäcke samt System an.

Experten geben Sicherheits-Tipps

Wie wichtig ist das Thema Lawinenausrüstung samt Helm, Protektor und Co. für den Fachhandel? Welche Produkte kommen an, was wird sich in Zukunft durchsetzen?  Hier antworten Wolfgang Schuster von Mammut, Marcus Wiemann von Grofa, Peter Aschauer von ABS und Heinz Weidner von Deuter.

Was gibt's Neues in punkto Helm, Protektor & Lawinenausrüstung?

Marcus Wiemann:  Giro setzt bei seinen Helmen verstärkt auf MIPS (Multi-Directional Impact Protection System), welches die, bei einem Sturz auf den Kopf einwirkenden Rotationskräfte, reduziert.

Peter Aschauer: Bei der Lawinen- bzw. Notfallausrüstung ist eindeutig ein Aufwärtstrend zu verspüren. Was den Lawinenairbag angeht, setzt sich die Möglichkeit der Verschüttungsverhinderung immer mehr durch. Seitens der Verbraucher und der Verbände ist der Druck deutlich spürbar, die Funktionslücke zu schließen, dass ein Lawinenairbag bei Eintreten des Notfalls vom Lawinenopfer nicht selbst ausgelöst werden muss. ABS als Innovationsführer und Erfinder des Original-Lawinenairbags wird hier mit einer serienmäßigen Partnerauslösung diese entscheidende Lücke optimal schließen. Mehr als 10 Prozent der Lawinenopfer mit Airbag lösen diesen bislang nicht oder nicht rechtzeitig aus.

Wolfgang Schuster: Der Ultralight Removable Airbag von Mammut ist der perfekte Partner, wenn es ins Gelände geht. Er ist extrem leicht und wiegt inklusive Druckluftkartusche nur 1.720 Gramm, was die Skitour viel angenehmer macht, ohne auf ein Sicherheitsplus verzichten zu müssen. Das setzt in der Palette der Airbag-Rucksäcke neue Maßstäbe in Sachen Leichtigkeit.

Heinz Weidner: Auch Deuter setzt auf Leichtigkeit. Wir integrieren beim neuen „OnTop Lite“ nämlich das ABS-Twinbag-System in einen ultraleichten Rucksack. Der schnelle „Tiefschnee-Buddy“ hat Tagestour-taugliche 26 Liter Volumen, die sprichwörtliche Deuter-Passform und alle Features, die man im Abseits braucht. Cleveres Weglassen und das neue, ultraleichte Material Pocket Rip Mini 100D drücken das Rucksackgewicht ohne Kartusche und Auslöser auf 2.100 Gramm.


Optimierung des Lawinenairbags

Welche Technologien geben den Ton an?

Marcus Wiemann: Diesen Winter brachte Giro mit dem Modell Range den ersten Helm mit der Comfort Fit Technologie auf den Markt. Die Anpassung an den Kopf erfolgt nicht nur durch ein bisher herkömmliches Ringsystem, sondern die Helmschale ist geteilt und passt sich so durch Verstellen optimal dem Kopf an.

Peter Aschauer: Beim Lawinenairbag geht es natürlich vordergründig und mit Recht um die Optimierung der Funktionalität des Lawinenairbags.

Wolfgang Schuster: Toll ist, dass das System binnen weniger Minuten herausnehmbar ist und sich problemlos in andere kompatible Removable Airbag-System-Rucksäcke einbauen lässt. Je nach Einsatzbereich wählt man eine leichtere Variante oder doch den Rucksack mit mehr Packmaß – denn egal wie, bei der Ausstattung lässt der Airbag keine Wünsche offen.

Wie wichtig ist das Thema im Handel? 

Marcus Wiemann: Den Handel unterstützen wir mit POP-Materialien und Postern, anhand dessen man dem Kunden die oft sehr komplexe Technik verständlich erklären kann. 

Peter Aschauer: Natürlich verlangt ein Rettungsgerät eine tiefergehende Beratung als ein Kleidungsstück. Die Schulung des Verkaufspersonals steht dabei im Mittelpunkt. ABS arbeitet intensiv daran, die Beratung des Endkunden zu intensivieren und dem Handel darüber hinaus auch den nötigen finanziellen Spielraum zu ermöglichen.

Heinz Weidner:  Das Thema ist unglaublich wichtig! Deuter schult deswegen intensiv seine Partner, denn insbesondere im Sicherheitsbereich ist die Beratung vor Ort im Sportfachgeschäft extrem wichtig. Zusammen mit dem Verkäufer lassen sich offene Fragen klären und eventuell sogar eine Probeauslösung des Airbags realisieren.

Gibt es spezielle Aktionen/Lawinencamps, die Sie als Marke unterstützen?

Wolfgang Schuster: Auch die beste Ausrüstung entbindet nicht von regelmäßigem Training. Gerade in Stresssituationen müssen die notwendigen Handgriffe wie die Handhabung des LVS-Gerätes oder die richtige Schaufeltechnik abgespult werden können ohne nachzudenken. Dem Erlernen und Vertiefen der Handhabung von Sicherheitsausrüstung unter fachkundiger Anleitung kommt deshalb besondere Bedeutung zu. Hier finden Freeride-Einsteiger wie Fortgeschrittene bei der Mammut Alpine School ein umfassendes Kursangebot.

Heinz Weidner: Wir bieten zwar keine Lawinenkurse an, trotzdem arbeiten wir sehr eng mit erfahrenen Bergführern zusammen, die uns hilfreiches Feedback auf unsere Produkte geben. 

Dieser Beitrag wurde vom Magazin des MOC Ordercenters zur Verfügung gestellt.

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