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 Ojos del Salado – Gipfelsturm zu Fuß und auf Rädern
Outdoor | 05.03.2016

Seven Second Summits: Ojos del Salado

Ojos del Salado – Gipfelsturm zu Fuß und auf Rädern

. Seven Second Summits: der Andengipfel Ojos del Salado (Quelle: Thinkstock)
Seven Second Summits: der Andengipfel Ojos del Salado
Bild: Thinkstock
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Der Ojos del Salado misst 6.893 Meter. Er ist damit der zweithöchste Gipfel Südamerikas und Repräsentant des Kontinents bei den „Seven Second Summits“. In Amerika überragt ihn nur der Aconcagua, um 71 Meter. Selbst das war lange umstritten. Dank seines Profils ist der Ojos del Salado nicht nur für Bergsteiger interessant, auch mutige Fahrer brechen hier Rekorde.


Der Andengipfel Ojos del Salado ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Ab und an schickt er noch kleine Wölkchen in den Himmel und bestätigt so seinen Status als aktiver Vulkan. Hier hat der Ojos del Salado den Superlativ sicher: Er ist der höchste Vulkan der Erde. Ausgebrochen ist er aber seit Jahrhunderten nicht mehr und die Seismologen rechnen auch in naher Zukunft nicht damit. Bergsteigen kann man hier also ohne Gefahr.

Bergsteigen: Sommer-Touren bevorzugt

Trotz seiner enormen Höhe zeigt sich der Seven Second Summits-Vertreter als zugänglich. Wären da nicht starke Winde, extreme Temperaturschwankungen und die dünne Luft in der Höhe, könnten selbst weniger geschulte Bergsteiger mit guter Kondition den Gipfel bezwingen. Zumindest in den Sommermonaten, also in der Zeit zwischen Oktober und März, bedarf es zu seiner Besteigung keiner Eispickel. Die meisten Flächen sind dann schnee- und eisfrei.

Seine Lage und sein Profil ermöglichen die Besteigung von chilenischem und argentinischem Territorium. Da Chile über die bessere Infrastruktur verfügt, was mehrere Höhenlager einschließt, wird dieser Weg von den meisten Bergsteigern bevorzugt.

Bergsteigen: Polnische Bergsteiger erreichen den Gipfel

Die ersten Menschen auf dem „Dach der Anden“ waren zwei Polen, die Bergsteiger Justin Wojszins und Jan Szczepanski – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Box-Olympiasieger. Er wurde erst zwei Jahre nach dem Gipfelerfolg seines Namensvetters geboren, der im Februar 1937 gelang. Viel bekannt ist über diese erste Expedition jedoch nicht.


Seven Second Summits kurios – Bergsteigen auf Rädern

Für Schlagzeilen sorgten in den vergangenen Jahren eher die Berg-Touren auf Rädern. So gelang es dem Thüringer Extremsportler Guido Kunze 2014, mit dem Mountainbike auf den Ojos del Salado zu fahren. Er erreichte dabei eine Höhe von 6.233 Metern. Da Kunze auf Meeresniveau gestartet war, gilt dies als neuer Höhenrekord mit dem Rad. Der Mann aus Mühlhausen, geboren 1965, war zuvor schon mit anderen spektakulären Touren ins Gespräch gekommen. So durchquerte er 2009 Australien in weniger als acht Tagen mit dem Rad. Rechnerisch sind das mehr als 500 Kilometer pro Tag, da dürfte die Tour auf den Ojos del Salado vergleichsweise entspannt gewesen sein.

Weniger schweißtreibend aber nicht weniger spektakulär verliefen die motorisierten „Besteigungen“ des Ojos del Salado, die ebenfalls bis über 6.000 Höhenmeter führten. Wegbereiter war hier „Extrem-Events“-Inhaber Matthias Jeschke, der es mit seinem Team im Toyota Landcruiser bis auf 6.010 Meter schaffte. Nur Wochen später schraubte er den Rekord auf 6.358 Meter, vor allem um sich gegen die drängende Konkurrenz von Volkswagen zu wehren. Jeschke hatte damit zwar Erfolg, weitere Anwärter auf den motorisierten Höhenrekord ließen jedoch nicht lange auf sich warten. So schoben die Chilenen Gonzalo Bravo und Eduardo Canales die Motorhaube ihres Suzuki 6.688 Meter den Vulkan hinauf. Die Retourkutsche von Jeschke folgte 2014. Sie endete zwar 13 Meter unter dem aktuellen Rekord, gehört jedoch in eine andere Kategorie: Dieses Mal hatte sich Jeschke nicht in einen normalen Allrad-Wagen gesetzt, sondern war mit einem Truck an den Start gegangen.

Trekking und Bergsteigen auf traditionelle Art

Wer den Ojos del Salado in gewohnter Manier mit der eigenen Muskelkraft bezwingen will, kann sich einer der angebotenen Touren anschließen. Oft wird die Gipfelbesteigung mit der Erkundung der Region verbunden, zum Beispiel einem Besuch an der Laguna Colorada mit einem rosa-weißen Meer aus Flamingos. Ausgangspunkt für den Gipfelsturm auf den Ojos del Salado ist das Base Camp in 5.150 Metern Höhe. Von hier geht der Weg stetig bergan bis fast auf den Gipfel. Geklettert werden – mit geringer Schwierigkeit – müssen nur die allerletzten Meter, bevor sich der Blick über die Bergwelt der Anden öffnet.

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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