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 Datenschutz: So werden Fitness-Apps und Wearables sicher genutzt
Ausrüstung | 03.03.2016

Wearables und Datensicherheit - was muss ich beachten?

Datenschutz: So werden Fitness-Apps und Wearables sicher genutzt

. Daten wecken Begehrlichkeiten – und können missbraucht werden. (Quelle: Thinkstock)
Daten wecken Begehrlichkeiten – und können missbraucht werden.
Bild: Thinkstock
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Kalorienverbrauch, Flüssigkeitshaushalt und Herzfrequenz - mit modernen Wearables wie Fitness-Armbändern oder Smartwatches lässt sich das eigene Training komplett überwachen. Doch wie sicher sind eigentlich die gesammelten Daten?


Ob Fitness-App, Tracking-Armband oder Smartwatch - für Fitnessportler gehören Wearables inzwischen zum Standard. Um das eigene Workout effektiver zu gestalten, werden jede Menge persönliche Daten gesammelt: Kalorienverbrauch, Herzfrequenz, und Flüssigkeitshaushalt werden ebenso aufgezeichnet wie Streckenprofile, Daten über zurückgelegte Distanzen und die dafür jeweils benötigte Zeit. Was auf der einen Seite ein strukturiertes Training ermöglicht und damit nicht nur schneller zum Erfolg führt, sondern auch der Gesundheit zu Gute kommt, lässt auf der anderen Seite wichtige Frage offen: Was geschieht mit diesen persönlichen Daten und wer könnte Zugriff darauf haben?

Trainingsdaten für Versicherungen?

Ein besonders heikles Thema ist die mögliche Auswertung der Daten durch Versicherungen. So hatte die AOK Nordost 2015 ihr Interesse bekundet, für verschiedene Wearables Subventionen anzubieten. Bei Datenschützern und auch in der Politik läuteten da jedoch die Alarmglocken. „Gelder der Versicherten für Apps oder eine Apple Watch auszugeben, ist fragwürdig. Denn erstens sollten sich die Kassen nicht vor den Karren der Anbieter spannen lassen, und zweitens ist die Frage der Datensicherheit nicht geklärt.“, erklärte die SPD-Gesundheitssprecherin Hilde Mattheiß im Interview mit dem „Tagesspiegel“.

Wer am Ende wirklich bereit wäre, Daten zum eigenen Essverhalten oder dem jeweiligen Fitnesszustand preiszugeben, ist eine ganz andere Frage. Mit den richtigen Anreizen könnten die Krankenkassen aber durchaus Erfolg haben, werden hier doch gerade die Sportbegeisterten und damit jene adressiert, die ohnehin etwas für ihre Gesundheit tun. Eine Umfrage der Forschungsgruppe g/d/p unter 1.000 Haushaltsführenden hatte im Oktober 2015 ergeben, dass jeder zweite Versicherte eine Übermittlung von Bewegungsdaten an seine Krankenkasse grundsätzlich gutheißen würde, zumindest wenn dafür Bonuspunkte winken. Sogar zwei Drittel der Befragten standen der Subvention von Wearables durch die Kassen positiv gegenüber. Die tatsächliche Nutzung entsprechender Tarife fiele der Umfrage zufolge jedoch weit geringer aus. Hier waren nur jeweils rund ein Drittel der Befragten zum Abschluss bereit.


Sicherheitslücke Bluetooth

Das weitaus größte Problem sehen Datenschützer derzeit in den teilweise massiven Sicherheitslücken. Zwar geht aus einem groß angelegten Test der auf Datenschutz spezialisierten Firma „AV-Test“ hervor, dass die von den Smartphone-Apps an die Server gesendeten Daten grundsätzlich verschlüsselt sind. Anders verhält es sich jedoch bei den Wearables. Insbesondere im Bluetooth-Modus, der für die Übertragung der Daten auf die Smartphone-App aktiviert ist, könnten Informationen leicht ausgespäht werden. Codes oder andere Authentifizierungen sucht man hier meist vergeblich. Prinzipiell können sich damit alle Smartphones im Bluetooth-Radius einloggen und haben Zugriff auf sämtliche Daten.

Was ist zu beachten?

Was kann man tun, um sich vor Datenklau und Datenmissbrauch zu schützen? Eine wichtige Maßnahme ist zunächst, die Bluetooth-Funktion wirklich nur dann zu nutzen, wenn man sie tatsächlich benötigt. Auch wenn das Posten der persönlichen Daten in den sozialen Netzwerken im Trend liegt und in der Online-Community für zusätzlichen Ansporn sorgt, sollte man vorsichtig bleiben. Sensible Informationen zum eigenen Körper oder zur aktuellen Laufstrecke sind kein geeignetes Thema für die gesamte Community. Denn auch hier drohen Gefahren, zum Beispiel von Einbrüchen während der im Live-Tracker dokumentierten Abwesenheit

Für Fitness-Apps gelten zudem dieselben Standards für andere Anwendungen auch: Das Passwort sollte seinen Namen verdienen, also aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Es darf nicht unverschlüsselt auf dem Handy hinterlegt sein. Unterschiedliche Apps und Profile verlangen auch unterschiedliche Passwörter, sonst ist im schlechtesten Falls gleich alles verloren. Schließlich brauchen alle involvierten Geräte und Apps eine geeignete Software, Sicherheitssoftware inklusive, die stets auf dem neuesten Stand gehalten wird.  

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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