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 K2 – Extrem-Herausforderung im Karakorum
Outdoor | 04.03.2016

Seven Second Summits: K2

K2 – Extrem-Herausforderung im Karakorum

K2 – Extrem-Herausforderung im Karakorum. K2, der zweithöchste Gipfel der Erde. (Quelle: Thinkstock)
K2, der zweithöchste Gipfel der Erde.
Bild: Thinkstock
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„K2“, das ist ein nüchterner Name. Die Geschichten rund um den Berg sind es nicht. Denn der K2, zweithöchster Berg der Erde, gilt unter Bergsteigern als schwierigster Achttausender überhaupt. Jahrzehnte hat es gedauert, bis man ihn bezwungen hatte.


Der K2 zählt zu den Seven Second Summits, in der die jeweils zweithöchsten Erhebungen jedes Kontinents zusammengefasst werden. Mit einer Höhe von 8.611 Metern ist er zugleich der zweithöchste Gipfel der Erde nach dem Mount Everest. Das „K“ von K2 steht für „Karakorum“, was auf den Namen des Gebirgszugs in Zentralasien hinweist, zu dem der K2 gehört. Nirgendwo auf der Erde sind so viele Bergriesen vereint wie im Karakorum: Neben vier Achttausendern warten mehr als 60 Siebentausender auf die Bergfreunde aus aller Welt.

K2 – die Sache mit dem Namen

Seinen Namen hat der K2 einem britischen Vermessungsingenieur zu verdanken, der trotz seiner nüchternen Herangehensweise letztlich falsch lag. Der Ingenieur nahm nämlich an, dass der nicht weit entfernte Masherbrum die höchste Erhebung der Region sei – was ihn zum „K1“ beförderte. Heute rangiert der Gipfel gerade noch auf Rang sieben, mit 7.821 Metern. Der K2 ist jedoch trotz dieser Erkenntnis der K2 geblieben.

In der Region selbst – also zwischen China und Pakistan – hat sich der Name „K2“, also K-Two, längst zu einem eigenständigen Wort entwickelt, das kaum noch an die Nummerierung erinnert. Hier geht es um den Ketu, wenn von dem Berg die Rede ist. Offiziell gibt es weitere Bezeichnungen, sowohl in der Amtssprache Pakistans (Lambha Pahar) als auch im Chinesischen (Qogir).

Bergsteigen am K2 – die Erstbesteigung

Wie immer man diesen Riesen nennt, für Bergenthusiasten in aller Welt bleibt er eine enorme Herausforderung. Die Erstbesteigung gelang am 31. Juli 1954, und wie viele Gipfel-Expeditionen davor und danach war sie mit einem Drama verbunden. Über die genauen Umstände wurde viel gemutmaßt, fest steht: Der Italiener Walter Bonatti, einer der begnadetsten Bergsteiger seiner Zeit, und der Pakistani Amir Mehdi suchten in einer Höhe von über 8.000 Metern vergeblich nach dem vereinbarten Lager, das – eventuell auf Geheiß des späteren Erst-Bezwingers Achille Compagnoni – an einem anderen Punkt errichtet worden war. Für die beiden Männer, die den Sauerstoff nach oben gebracht hatten, war dieser Punkt jedoch nicht zu erreichen. Auch für den Abstieg war es zu spät, so dass beide bei Temperaturen um die -50 Grad im Freien übernachten mussten. Sie überlebten nur knapp, Mehdi mit schwersten Erfrierungen.

Den Ruhm der Erstbesteigung holten sich Achille Compagnoni und Lino Lacedelli, unter Nutzung des Sauerstoffs, den die anderen auf den Berg geschafft hatten. Bonatti selbst lehnte es danach meist ab, mit mehreren Bergsteigern zu klettern und machte sich allein auf den Weg. Seine Abenteuer hielt er in zahlreichen Büchern und Zeitschriften-Veröffentlichungen fest.


Bergsteigen am K2 – frühe Versuche

Die ersten Versuche, den K2 zu bezwingen, gab es schon im ausgehenden 19. Jahrhundert, wobei zum Teil die Forschung im Vordergrund stand. Belegt ist der Versuch einer Expedition rund um den Briten Oscar Eckenstein, die einige Mitglieder des Teams auf eine Höhe von rund 6.700 Metern brachte.

Tragisch-kurios wurde es 1939, als der Deutsch-Amerikaner Fritz Wiessner den Gipfel nur um wenige hundert Meter verfehlte. Alle schwierigen Passagen lagen hinter Wiessner, als sein Sherpa Pasang Dawa Lama ein mulmiges Gefühl bekam. Er vermisste den göttlichen Segen und so verschob man den Gipfeltriumpf auf den Folgetag. Das jedoch erwies sich als schwierig, da die Steigeisen verschwunden waren. Es blieb nichts als der Abstieg, bei dem vier Mitglieder des Expeditionsteams in einer Lawine starben.

Bergsteigen am K2 – nach der Erstbesteigung

Vor allem der indisch-pakistanische Krieg führte dazu, dass der K2 für viele Jahre keine weiteren Bergsteiger empfangen konnte. Erst 1975 wurde erneut um den Gipfelerfolg gerungen, der schließlich 1977 zum zweiten Mal gelang. Ein weiteres Jahr später, am 6. September 1978, schaffte es der US-Amerikaner Louis Reichardt als Erster ohne zusätzlichen Sauerstoff.

Die extremen Verhältnisse am K2 haben in den Jahren immer wieder Opfer gefordert. Die bisher schlimmste Unglücksserie ereignete sich im August 2008, als zunächst zwei Bergsteiger durch einen Sturz starben und danach mehrere Kletterer durch eine Eislawine verschüttet wurden. Die Lawine riss zugleich mehrere Verankerungen mit, was den Abstieg extrem erschwerte. Insgesamt wurden durch diese Verkettung von Umständen elf Bergsteiger getötet.

Trotz der hohen Schwierigkeit werden Touren auf den K2 angeboten. Die Kosten liegen je nach Teilnehmerzahl um die 25.000 Euro. Wer Interesse hat, muss extrem fit sein und nachweisbare bergsteigerische Erfahrung mitbringen. Auf der Pyramide des K2 zu stehen war bisher nur wenigen hundert Menschen vergönnt. Die Ansprüche an das Können sind extrem hoch, weit höher als am Mount Everest. Schon aus diesem Grund ist der Seven Second Summit K2 einem exklusiven Kreis von Bergfreunden vorbehalten.

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
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