ISPO.com is also available in English ×
 Batian – ewiger Schnee und Dschungel in der Savanne Afrikas
Outdoor | 04.03.2016

Seven Second Summits: Batian

Batian – ewiger Schnee und Dschungel in der Savanne Afrikas

Batian – ewiger Schnee und Dschungel in der Savanne Afrikas. Seven Second Summits: Batian im Morgenlicht Afrikas (Quelle: Thinkstock)
Seven Second Summits: Batian im Morgenlicht Afrikas
Bild: Thinkstock
Artikel bewerten:
Im Mount-Kenya-Massiv ist der Äquator ganz nah. Dennoch bedeckt Schnee die hohen Gipfel, deren Dach mit 5.199 Metern der Batian formt – einer der berühmten „Seven Second Summits“, zweithöchster Berg Afrikas nach dem Kibo. Wer den Batian besteigen will, muss sich in jeder Hinsicht warm anziehen.


Nein, für ambitionierte Bergwanderer ist der Batian nichts. Ebenso wie sein nur elf Meter niedrigerer Zwillingsgipfel, der Nelion. Der zweithöchste Berg Afrikas verschenkt sich nicht. Er stellt hohe Ansprüche an das bergsteigerische Können seiner Bezwinger. Ohne eine geschulte Seil- und Sicherungstechnik wird man hier beim Bergsteigen scheitern, denn es gilt Schwierigkeiten jenseits von 4+ zu bewältigen.

Bergsteigen auf den Batian

In Reportagen über die Besteigung des Mount Kenya spielt jedoch meist nicht der Schwierigkeitsgrad beim Klettern, sondern ein anderes Problem die entscheidende Rolle: Es ist die Höhenkrankheit, die viele im zugigen Camp auf 4.400 Metern Höhe erwischt. Zwar mag die Höhe den Seven Summits-Profis noch vergleichsweise moderat erscheinen, dennoch besteht offenbar ein erhöhtes Risiko. Erfolgt der Aufstieg zu rasch, trotz der Begleitung durch professionelle Guides und Träger? Letztlich bleibt bei Übelkeit und quälendem Kopfschmerz nach einer Nacht im Camp für viele nur der Abstieg.

Wer die letzte Etappe zum Gipfelsturm in Angriff nimmt, benötigt vom Lager aus rund drei bis fünf Stunden – beste Kondition und gutes Wetter vorausgesetzt. Da es in der Region oft regnet – am Fuße des Bergmassivs konnte sich sogar ein tropischer Regenwald in der Trockensavanne entwickeln – ist die Wettersituation oft heikel. Auf dem letzten Teilstück zum Gipfel sind sehr unterschiedliche aber immer anspruchsvolle Passagen zu bewältigen – vom Aufstieg zwischen grifflosen Felswänden über Schotter- und Eisflächen bis hin zum Balanceakt auf dem schmalen Gipfelgrat. 


Bergsteigen – der Erste auf dem Batian

Der Erste auf dem Batian, dem Gipfelpunkt des Mount-Kenya-Massivs, ist am 13. September 1899 der britische Geograph und Professor Halford John Mackinder, der 1920 schließlich zum Ritter geschlagen wird. Mit ihm erreichen die beiden Guides Cesar Ollier und Joseph Brocherel den höchsten Punkt des Gebirgszuges. Den Überlieferungen zufolge war Mackinder, der zunächst eher als Wissenschaftler denn als Bergsteiger einen klangvollen Namen besaß, mit einer Gruppe Europäern und einen großen Tross an Trägern unterwegs. Sie kamen aus dem rund 240 Kilometer entfernten Nairobi, wobei sich bereits der Anmarsch zum Mount Kenya schwierig gestaltet haben soll. Es dauerte mehrere Wochen, bis man das Bergmassiv endlich erreichte, und aufgrund der Angriffe von feindlichen Stämmen und der Begegnung mit Nashörnern soll es auch Opfer gegeben haben. 

Der benachbarte Nelion wurde erst 30 Jahre später bestiegen, von den drei britischen Bergsteigern Eric Shipton, Bill Tilman und Percy Wyn-Harris, die auch den Batian bezwangen. Danach folgten zahlreiche weitere Besteigungen, wobei auch neue, höchst anspruchsvolle Routen erkundet wurden.

Bergsteigen – Expedition auf den Batian

Zum Mount-Kenya-Massiv werden zahlreiche Expeditionen angeboten, mit bergsteigerisch unterschiedlichem Anspruch. So gilt der Aufstieg auf den knapp 5.000 Meter hohen Lenana, den dritthöchsten Gipfel der Gebirgskette, als vergleichsweise leicht, aber landschaftlich als äußerst lohnend. Auch Trekking-Touren rund um das Massiv und durch die Chogoria Schlucht werden empfohlen. Die Kosten für eine der Touren belaufen sich inklusive Anreise und Parkgebühren – das Mount-Kenya-Massiv zählt zum Weltnaturerbe der UNESCO und ist oberhalb von 3.200 Metern als Nationalpark ausgewiesen – auf rund 2.500 Euro. Bei einer Reise-Kombination mit dem gut 300 Kilometer entfernten Kilimandscharo-Massiv, mit dem Kibo als höchstem Berg Afrikas, verdoppeln sich die Kosten – Bergsteigen jeweils inklusive.

Als beste Reisezeit für eine Expedition zum Mount Kenya wie auch zum Bergsteigen gelten die Monate zwischen Dezember und März, also der Winter. In den Sommermonaten und im frühen Herbst muss verstärkt mit Wolken gerechnet werden, es gibt also seltener eine freie Sicht.
 

ISPO (Quelle: ISPO)
Ein Beitrag von ISPO.com, Redaktion
Kommentare
Top Themen
ISPO Newsletter
ISPO Newsletter
Jetzt anmelden
Social Media